Um Reifenbreite

  • “Alle verrückt nach der Tour”?

    Hmm, die Veranstalter der Tour hatten auch schon mal bessere Mottos parat! Wer sich diesen Slogan ausgedacht hat, dessen Horizont dürfte auch durch den Tellerrand begrenzt sein. Denn die Begeisterung für den Radsport befindet sich eher, auf die Gesamtbevölkerung gesehen, derzeit auf einem Tiefstand.

    Ok, das sieht in Frankreich etwas besser aus, da gibt es ja noch Rennställe und Tour-Etappensieger. Aber dennoch, mitten in einer Affäre um den letzten Sieger scheint mir das mit der Verrücktheit eine gewagte These (oder gar eine ironisch gemeinte Selbstbetrachtung bei der ASO?).

    "Alpe d'Huez"

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  • Traum-Scheidung

    Linda de Mol, Kai Pflaume und Konsorten müssen jetzt ganz tapfer sein: Aber manchmal ist eine Trennung die bessere Lösung. Das ist im Radsport nicht anders als im richtigen Leben. Und die Beziehung zwischen den Topsprintern André Greipel und Mark Cavendish erfüllt ja alle Tatbestände: Keine gemeinsamen Auftritte, offenes Liebäugeln mit neuen Partnern, Sprachlosigkeit, unterbrochen nur von verbalen Spitzen.

    Eine Antipathie, die beide de facto seit Beginn ihrer "Zwangsheirat" 2007 eifrig pflegten, wie Cavendish in seiner Biographie mehrfach schildert, und die der „Doppelsieg" beim Giro 2008

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  • Armstrongs “mission impossible”

    Kann Lance Armstrong das Rad der Zeit wirklich zurückdrehen? Vier Jahre nach seinem siebten und letzten Tour-Sieg steht er in Monaco wieder am Start - und die große Frage ist: Kann er wirklich noch einmal nach drei Wochen auf den Champs Elysées ganz oben stehen?

    Um's kurz zu machen: Nein. Das wird jetzt der eingeschworenen Fangemeinde nicht schmecken, aber die Fakten sprechen einfach gegen den Texaner. Denn sowohl die lange Pause als auch das Alter sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen - und die jüngere Konkurrenz ist klar im Vorteil gegen den einstigen Seriensieger.

    Dolchstoß oder

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  • GZSZ bei der Tour

    Noch immer kein Doping-Fall, obwohl schon die Hälfte der Etappen vorbei ist? Knallharte Kritiker sind ebenso verwundert wie fanatische Fans, schließlich rechnet doch fast jeder im Radsport jederzeit mit dem Schlimmsten.

    Auch wir können es noch kaum fassen: Kein Anruf, der mit dem berühmten Satz aus den Vorjahren beginnt: "Wisst Ihr schon…?" Kein Blitzeinsatz mit Kamerateam an irgendeinem Teamhotel, keine schnell einberufenen Pressekonferenzen der Tour-Spitze.

    Das alles fehlt mir nicht, aber ich kann auch dem Frieden nicht richtig trauen. Zu viel ist im Radsport schon passiert, zu eindeutig

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  • In Vino Veritas?

    Sorry, diesmal ließ sich das Wortspiel einfach nicht umgehen - soll nicht so schnell wieder vorkommen... Aber die arg gemischten Gefühle nach Winokurows Etappensieg sind kaum besser auf den Punkt zu bringen als mit diesem Klassiker.

    Bei (fast) jedem anderen Fahrer hätte es einen wahrscheinlich ob der kraftvollen Attacke, dem bedingungslosen Willen und der Revanche für den tags zuvor knapp verpassten Triumph vom Stuhl gerissen. Und auch Winokurow gebührt Respekt für seinen Auftritt.

    Aber beim Kasachen fällt es leichter als gedacht, sitzen zu blieben - schwerer ist es, die aufkommende Wut zu

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  • Tour-Einzelkritik

    Die Fußball-WM ist Geschichte, die Tour legt eine Atempause ein -
    höchste Zeit für eine Einzelkritik nach den Spielen der Gruppenphase der
    Rundfahrt und dem "Achtelfinale" in den ersten Anstiegen der Alpen...

    Adam
    Hansen:
    Spielte trotz gebrochenem Schlüsselbein das ganze erste
    Match zu Ende. Deshalb nominiert mit Txurukka, Vandevelde und Gerrans
    für den "Dieter-Hoeneß-Turban".

    Sylvain Chavanel: Schon
    zweimal "Man of the match", auch wenn er in Spa etwas von einer
    strittigen Entscheidung des noch unerfahrenen Schiedsrichters
    profitierte. Kann sich nicht zwischen Heim- und Auswärtstrikot

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  • Noch Fragen?

    "Das war eine Befreiung", jubelte Alberto Contador nach seinem Sieg in Verbier - und nicht nur für ihn. Die wochenlange Diskussion um die Kapitänsrolle im Team Astana, die regelmäßigen Umfragen über Armstrongs Chancen auf de Tour-Sieg und die dauernden Psycho-Spielchen des Texaners sind nun wohl endgültig beendet. "Ich brauchte diesen Sieg, denn ich habe schwierige Tage hinter mir", gestand Contador freimütig.

    Familienfest

    Passend zur Machtübernahme des Spaniers hatte sich seine Familie in den Schweizer Bergen eingefunden, die eine Bilderbuch-Kulisse für den großen Auftritt des Top-Favoriten

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  • Al Capone meets Contador?

    Pantani. Ullrich. Landis. Jetzt Contador. Irgendwie habe ich ein Händchen für die besonders dramatischen Tage im Radsport. Denn immer dann habe ich frei. Ich weiß noch genau, wo ich stand, als mir ein Kollege am Valentinstag 2004 die Nachricht von Pantanis Tod übermittelte - bei den großen Dopingfällen kann ich es aufgrund der schieren Anzahl an Skandalen nicht mehr sicher zuordnen...

    Nun also Contador, der mich per SMS in der Kindergarten-Garderobe erreichte. Aber inzwischen hat man ja Übung mit solchen Situationen. Auch deshalb hielt sich die Überraschung in Grenzen. Zumindest, was den Namen

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  • Alles kann, nix muss

    Tony Martin in Gelb - ein Bild, an das ich mich gewöhnen könnte: Souverän ist er seiner Favoritenrolle bei Paris-Nizza gerecht geworden und hat nach dem Triumph an der Algarve also auch am Mittelmeer zugeschlagen.

    Und schon sehen manche im 25-Jährigen einen möglichen Tour-Sieger, schließlich ließ er ja bei den beiden Siegen jede Menge große Namen hinter sich. Doch ganz so einfach ist die Gleichung nicht, auch wenn ich gegen deutsche Spitzenplätze im Juli nichts einzuwenden hätte.

    Aber ich halte es für höchst gefährlich, jedem potenziellen Kandidaten für einen guten Gesamtrang gleich den

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  • Triple? “Das ist unmöglich”

    Sind aller guten Dinge drei? Erst sorgte der Wechsel-Coup von Bjarne Riis für Aufsehen, dann die Ankündigung des Rekordversuchs von Alberto Contador.

    Aber der Reihe nach. Erst einmal muss man vor Riis fast kopfschüttelnd den Hut ziehen: Wie er es immer wieder schafft, in schwieriger Situation Sponsoren an Land zu ziehen und daneben auch Top-Transfers unter Dach und Fach zu bringen, ist bewundernswert. Ganz gleich, wie man ansonsten zum berühmt-berüchtigten 46-Jährigen steht.

    Vor der Tour schien sein Rennstall schon vor dem Aus zu stehen: neue Geldgeber Fehlanzeige, die Schleck-Brüder

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