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“Wollnys EM”: Der Platzwart wusste es!

120 Minuten. Und dann diese verdammten 11 Meter...120 Minuten. Und dann diese verdammten 11 Meter...

England gegen Italien. Was für ein Spiel!

Das beste bei dieser EM, das konnte man gleich nach wenigen Minuten erahnen.

Außer man sah das Duell als spanischer Nationalspieler und wunderte sich darüber, dass nach nur 15 Minuten beide Mannschaften schon mal am Ball gewesen waren.

Italien blickt in den Spiegel

Wenig Pässe, viele Torchancen. Wenn das kein moderner Fußball sein soll, dann bin ich sportlich gerne Ewiggestriger. Aus deutscher Perspektive hatte man ein bisschen auf England gehofft, weil sie einen schlagbareren Eindruck vermittelt haben.

Blöd nur, dass sich dieser Eindruck auch bestätigt hat und Deutschland deshalb im Halbfinale gegen Italien spielen muss. Aber sie haben es sich ja auch verdient, die Jungs mit den Mädchenvornamen und Teletubby-Tattoos.

36 zu neun Torschüsse sprechen für sich. 68 Prozent Ballbesitz, ein Wert der sogar spanischen Nationalspielern ein wohliges Kribbeln durch die Lenden jagt.

England hatte im Rahmen seiner Möglichkeiten dagegengehalten. Wayne Rooney, der selbst mit Scouser-Rastas immer noch an Jimmy Hopkins aus dem Kult-Konsolen-Spiel "Bully" erinnert, war jedoch nur ein Schatten seiner haarlosen selbst.

Und weil sich vorne nichts tat, hatte England dann im zweiten Durchgang keine Lust mehr mitzuspielen. Dadurch erfuhr Italien endlich einmal, wie nervtötend es ist, gegen Italien zu spielen.

Eleven bloody meters...

Gut, dass die "Azzurri" weiterhin in höchster Drehzahl durchs englische Mittelfeld pflügten. Die folgende Erschöpfung muss ja schließlich bis Donnerstag anhalten. England hingegen hatte eigentlich schon ab der 46. Minute nach Elfmeterschießen gequengelt.

Falsche Taktik! Sie hatten ganz einfach die Macht des Schicksals unterschätzt. Bei einer WM oder EM ein Elfmeterschießen gewinnen? Ohne Heimvorteil? - Bitte!

Sollte man doch selbst am besten wissen: vom Punkt weg geht's immer zurück aufs Inselchen, außer man sitzt schon drauf wie 1996. Bei der Heim-EM konnte England das einzige von sieben Elfmeterschießen bei Großturnieren gewinnen. Also irgendwann sollte man es dann auch mal einsehen.

Der Platzwart auf dem Trainingsgelände der "Three Lions" in Krakau hatte es auf den Punkt gebracht. Er hatte die Punkte erst gar nicht auf den Rasen gekalkt.

Wenigstens einer, der mitgedacht hatte.

Fazit des 17. Tages: Deutschland freut sich auf Italien, England auf Wimbledon.

Bis morgen!

Michael

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