Abgeblogged

Hey 2012, wie geil bist du denn?!

Er freut sich riesig auf 2012Er freut sich riesig auf 2012

Liebe Abgeblogged-Gemeinde,

ein herzliches erstes "Servus zusammen" im neuen Jahr!

2012 also. Sportsfreunde, das wird unser Jahr!

Punkt 0 Uhr in der Silvester-Nacht, als sintflutartiger Flüssigschnee die Zündschnüre der Raketen und Böller durchweichte und unsere Nachbarskinder deshalb mit Petrus um die Wette flennten, da dachte ich mir schon: "Puh, noch mal durchatmen und dann rein ins Vergnügen!"

In den kommenden Monaten ziehen unzählige Karawanen weiter, schwer beladen mit Dramen und Tragödien, mit Debakeln und Triumphen, mit Freud und Leid, Siegern und Besiegten. Von Fußball über Radsport, Tennis bis zur Formel 1 - die Karten werden neu gemischt. Und wir Fans sitzen mit am Tisch, mit unserer Leidenschaft als hohen Einsatz.

Vorfreude aufs Double-Feature

Doch über diesem alljährlichen Positiv-Wahnsinn schwebt schon die Vorfreude aufs große Double-Feature, auf die Fußball-EM und natürlich auch aufs olympische London.

Ich kann nicht anders, bei mir läuft zu solchen Highlights immer historisches Kopfkino ab, auf Breitwand und in Dolby Digital. Eine nostalgische Zeitreise zurück, als sich die größten existenziellen Herausforderungen auf zwei Worte beschränkten: Mathe und Mädchen.

Es sind lebendige Erinnerungen an Helden und ihre Taten, Helden der eigenen Kindheit. Ich sehe dann, wie Marco van Basten die komplette emotionale Quintessenz des Fußballs aus unmöglichstem Winkel diagonal ins sowjetische Kreuzeck nagelt. 1988. Leider gibt's auch Ronny Koeman im hässlichen Remake, wie er mit dem Trikot von Olaf Thon über die eigene Kimme ins Korn zielt.

Fehlstart vom 3-Meter-Brett

Ich erinnere mich an ungläubige Gesichter in einer lauen Sommernacht im Juni, an die Niederlage gegen eine sympathische Theken-Truppe aus Dänemark. Alter Schwede! Kurz zuvor noch am Strand selbst rekrutiert, um dann quasi nonchalant in Adiletten zur Krönung nach Göteborg zu latschen.

Aber auch Olympische Spiele wecken greifbare Erinnerungen an geniale Augenblicke. Vor allem die Sommerspiele! Zum 100-Meter-Finale 1988 zwischen Ben Johnson und Carl Lewis durfte ich erstmals mit elterlicher Erlaubnis die Nacht durchmachen. Waren ja Sommerferien. Stundenlanges Zeitvertreiben mit Ringen und Rudern - nur für 9,79 steroide Sekunden und eine aufgerollte Tartanbahn.

Mit fällt Jürgen Hingsen ein - und ein Fehlstart-Desaster, zu dem einem eigentlich nix mehr einfällt.

Oder wer erinnert sich mit mir an Greg Louganis? Den Ausnahmespringer, der sich am 3-Meter-Brett die Rübe blutig schlug und dann mit reichlich Nähgarn in der Mütze trotzdem noch Gold holte? Damals wusste er schon, dass er HIV-positiv war. Dem Arzt, der seine stark blutende Wunde behandelte, verschwieg er diesen Umstand trotzdem.

Es sind diese Geschichten, die Geschichte schreiben.

Das gilt auch für 2012, wenn sich Sieger und Verlierer in der sportlichen Gegenwart für eine Zukunft verewigen, in der sie als unvergessliche Anekdoten die Vergangenheit in unseren Köpfen wiederbeleben.

Auf ein spannendes Sportjahr 2012 - Ihr mit uns, hier bei Eurosport!

Sportlichst,

Michael Wollny


Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen