Abgeblogged

2011: Leiche, Froschsaft, Monster-Deal

Ein Sarg im FanblockSo, liebe Abgeblogged-Gemeinde, das Sport-Jahr 2011 befindet sich im Zielspurt.

eurosport.yahoo.de blickt deshalb noch einmal auf die größten Aufreger abseits von Titeln, Toren und Trophäen zurück.

Natürlich ist es ein subjektives Potpourri ohne Anspruch auf absolute Vollständigkeit.

Fax-Gerät bremst Transfer aus

Maxim Choupo-MotingDer Hamburger SV und der 1. FC Köln hatten sich auf den Wechsel von Stürmer Eric-Maxime Choupo-Moting von der Elbe an den Rhein geeinigt und versuchten die DFL per Fax zu erreichen, um alles unter Dach und Fach zu bringen. Aber um 17:49 Uhr scheiterten zwei Fax-Versuche, die Unterlagen kamen erst um 18:12 Uhr bei der DFL in Frankfurt am Main an. Das Resultat: Der Wechsel scheiterte.

Zöllner vernichtet historisches Trikot

David TrezeguetEin Zöllner hatte das Original-Trikot von David Trezeguet aus dem WM-Finale 1998 zerstört, weil er es für eine Fälschung gehalten hatte. Das Jersey mit der Nummer 20 sollte aus Südamerika an einen französischen Sammler geschickt werden, der es für 7350 Euro bei ebay ersteigert hatte.  "Als sie mir erzählt haben, dass es vom Zoll zerstört wurde, weil sie es für eine Fälschung hielten, bin ich verrückt geworden", erklärte der Sammler. "Es war das letzte Stück meiner Sammlung."

Schiedsrichter fegt Spielfeld leer

Rote KarteEin unglaublicher Weltrekord im argentinischen Fußball: Schiedsrichter Damien Rubino hatte mit Roten Karten nur so um sich geworfen. Es passierte in der 5. Liga, der "Prim D Metro", im Spiel zwischen CA Claypole und Victoriano Arenes. Im Spielberichtsbogen wurden 36 Rote Karten aufgeführt.  Alle Feldspieler, alle Auswechselspieler sowie beide Trainer-Teams wurden vom Platz gestellt.

Ein Schuss verändert sein Leben

Rogerio CeniIn der 54. Minute des Spiels Sao Paulo gegen Corinthians kam es in halblinker Position zu einem Foul. Der Schiedsrichter pfiff Freistoß. Bis dahin war das alles noch nicht außergewöhnlich. Doch was dann passierte, bekam einen berechtigten Eintrag in die Geschichtsbücher. Sao Paulos Torhüter Rogerio Ceni machte sich auf den langen Weg aus seinem Sechzehner zum "Tatort". Er nahm Maß, lief an und schlenzte die Kugel unhaltbar in die Maschen. Das Stadion explodierte. Es war das 2:0 für Sao Paulo und der 100. Treffer des Torhüters in seiner Karriere. Die ganze Mannschaft bestürmte ihren Keeper, der minutenlang unter einer Traube aus Fußballern begraben blieb.

Eine Leiche im Fanblock

Ein Sarg im FanblockKolumbianische Fußballfans erfüllten einem ermordeten Kameraden den "letzten Wunsch" und schleppten den Leichnam samt Sarg mit ins Stadion. Unter den entsetzten Blicken der Zuschauer hob die Fangruppe "Barra del Indio" beim Heimspiel ihres Klubs Cúcuta gegen Envigado den braunen Sarg über die Köpfe. Wie es ihnen gelungen war, den Sarg durch die angeblich strengen Sicherheitskontrollen in das Stadion "General Santander" in der Stadt Cúcuta zu schmuggeln, blieb unklar.

Kugelhagel im Box-Ring

Rola El-HalabiEine Schießerei hatte eine Box-Veranstaltung in Berlin Karlshorst überschattet. Der Kampf musste abgebrochen und die ehemalige WIBF- und WIBA-Weltmeisterin Rola El-Halabi mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Ihr Stiefvater und Ex-Manager wurde von der Polizei überwältig und festgenommen. Der 44-Jährige hatte mehrere Schüsse abgegeben und dabei drei Personen verletzt.

Morddrohungen beim 1. FC Köln

Geschmacklose Botschaft in KölnProfis und Trainer des 1. FC Köln waren verstört: Angebliche Fans hatten eine Parole mit Morddrohungen ans Trainingsgelände geschmiert. "Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot!". Kölns prominentes Aushängeschild und Publikumsliebling Lukas Podolski reagierte wütend: "Das sind keine Fans!"  Torwart Michael Rensing fand ebenfalls deutliche Worte: "Da fällt mir nichts zu ein. Absolut unter der Gürtellinie, eine Schande. Ich hoffe, das ist die Meinung der Minderheit unserer Fans."

Froschsaft als Ekel-Doping

Park Ji-SungPark Ji-Sung von Manchester United schwor vor dem Finale der Champions League auf ein ungewöhnliches Mittel: Froschsaft! Darin sollte das Geheimnis liegen, welches dem Südkoreaner und seinem Team im Spiel gegen den FC Barcelona zum Titelgewinn in der Königsklasse verhelfen sollte. Der Südkoreaner war von seinem Froschsaft überzeugt: "Mein Vater hat früher wilde Frösche gefangen. Da ich dünn und schwach war, sagte er mir, ich solle es trinken. Es hat fürchterlich geschmeckt, aber da ich Fußballer werden wollte, habe ich es getan." Gebracht hatte es nix, Barca holte den Titel.

Tödlicher Fang-Versuch

Beim MLB-Spiel zwischen den Texas Rangers und den Oakland Athletics starb ein Mann vor den Augen seines Sohnes, als er beim Versuch einen Baseball zu fangen kopfüber von der Tribüne stürzte. Der Mann hatte  sich nach dem Ball gestreckt, das Gleichgewicht verloren, war über die Absperrung gekippt und gut sechs Meter in die Tiefe gestürzt.

Ballack bezichtigt Löw der Lüge

Ballack und Löw im SpannungsverhätlnisDie Schlammschlacht Ballack gegen DFB ging in eine nächste Runde. Der Ex-Kapitän wies die Darstellungen des Verbandes entschieden zurück. In einer von Bayer Leverkusen veröffentlichten persönlichen Erklärung prangerte Ballack an, "Aussagen lesen zu müssen, die nicht der Wahrheit entsprechen."

Benimm-Regeln für Manuel Neuer

Fans machen Stimmung gegen NeuerManuel Neuer war das königsblaue Gerstenkorn in den Augen der roten Münchner Ultrà-Szene. Den Vogel schoss die Szene dann mit ihren Benimmregeln für den Keeper ab. "Ihm wurde von uns mitgeteilt, wie er sich zukünftig in Bezug auf unsere Kurve zu verhalten hat", erklärten die Ultras. Neuer  dürfe sich demnach weder der Tribüne nähern, noch sein Trikot in den Block werfen oder mit einem Megaphon Schlachtgesänge anstimmen. Zudem solle Neuer niemals das Wappen des FC Bayern küssen.

Hals über Kopf geflüchtet

Britta Steffen in ihrem ElementAm Tag nach ihrem WM-K.o. hatte Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen ihre Sachen gepackt und war fluchtartig nach Deutschland heimgereist. "Es ist ihre Entscheidung", sagte der Direktor Leistungssport im Deutschen Schwimm-Verband, Lutz Buschkow damals.  Es gebe verschiedene Beweggründe, die im Detail noch nicht benannt werden sollten. Später erklärte Steffen ihre Flucht mit "Peinlichkeit", "Schwäche" und "Scham".

Eto'os Mega-Monster-Giga-Deal in der Provinz

Samuel Eto'o beim neuen BrötchengeberMit dem Wechsel von Inter Mailand zum russischen Klub Anschi Machatschkala wurde Stürmer Samuel Eto'o zum bestbezahlten Fußball-Profi der Welt. Der Kameruner soll bei dem Kaukasus-Klub für einen Dreijahresvertrag umgerechnet 60 Millionen Euro netto kassieren. Inter Mailand erhielt für den Kameruner eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro und mögliche spätere Bonuszahlungen.

Das fragwürdige Logbuch eines Kapitäns

Löw hatte Lahm den Kopf gewaschenNationalmannschafts-Kapitän Philipp Lahm schlug wegen seines Buches heftige Kritik entgegen. In seiner Biografie hatte er für den Geschmack einiger Protagonisten ein bisschen zu sehr aus dem Nähkästchen geplaudert. "Ich empfinde das als Frechheit ohnegleichen, was er da beispielsweise über seinen ehemaligen Trainer Jürgen Klinsmann geschrieben hat", sagte der frühere Nationalmannschafts-Teamchef Rudi Völler. Das Thema köchelte über Wochen.

Pferdeschwanz kostet Gold

Mironchik-Iwanowa und das Zopf-DramaDie zum Pferdeschwanz gebundenen Haare hatten der weißrussischen Weitspringerin Nastassia Mironchik-Iwanowa den Weltmeistertitel gekostet. Im Finale der Leichtathletik-WM in Daegu gelang der 22-Jährigen im dritten Versuch der beste Sprung ihrer Laufbahn. Die Fotoauswertung ergab eine Weite von 6,90 Meter. Dies hätte den Sieg und eine Prämie von 60.000 Dollar bedeutet. Allerdings hatte ihr Pferdeschwanz einen Abdruck im Sand hinterlassen. Dieser Abdruck war nach den Regeln für die Weitenmessung gültig. Mironchyk-Iwanowa wurde am Ende mit 6,74 Meter nur Vierte.

Feuer-Drama um Bayerns Breno

Die Feuernacht von GrünwaldBayern-Abwehrspieler Breno war beim Brand seiner Villa in München-Grünwald leicht verletzt worden. Der 21-jährige Brasilianer hatte sich aus den Flammen retten können und musste mit einer Rauchvergiftung zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Breno kam in U-Haft, die Bayern-Bosse reagierten empört. Mittlerweile trainiert der Brasilianer wieder, darf aber wegen Fluchtgefahr nicht mit ins Trainingslager nach Katar.

Rafatis verzweifelte Tat

Babak Rafati wusste keinen Ausweg mehrDas Bundesliga-Spiel zwischen Köln und Mainz wurde wegen eines Selbstmordversuchs des Schiedsrichters Babak Rafati abgesagt. Zunächst hieß es, der 41-Jährige sei nicht einsatzfähig. Wenig später bestätigte die Polizei den Vorfall, der sich in einem Kölner Hotel abgespielt hat. Rafati hatte sich in der Badewann die Pulsadern aufgeschnitten, war von seinen Assistenten aber in letzter Minute gerettet worden.

Historischer Sieg für "Schießbude"

Riesenjubel über einen historischen SiegZu oft war die Auswahl Ziel von Hohn und Spott geworden, besonders nach der historischen 0:31-Pleite gegen Australien in der WM-Quali für 2002. Das ist noch immer die höchste Niederlage einer Landesauswahl weltweit. Doch nach 28 Jahren hatte es endlich geklappt: Amerikanisch Samoa gewann erstmals ein offizielles Fußball-Länderspiel. Das Schlusslicht der FIFA-Weltrangliste (Platz 204) gewann sein Auftaktmatch zur WM-Qualifikation für Brasilien 2014 mit 2:1 gegen Tonga - immerhin die Nr. 202 im Ranking.

Rückzug auf dem Höhepunkt

Neuners Lieblingsfarbe: Gold"Ich verstehe, dass diese Entscheidung nicht leicht nachvollziehbar ist und jeder von Euch anders darüber denkt." Biathletin Magdalena Neuner beendet nach diesem Winter ihre erfolgreiche Karriere. Was schon seit Wochen spekuliert worden war, bestätigte Neuner im Dezember: Die 24-Jährige wird bei der Heim-WM in Ruhpolding im März noch an den Start gehen, anschließend jedoch vom Leistungssport zurücktreten.

Und jetzt sind Sie gefragt: Was war Ihr größter Aufreger der Saison? Komplettieren Sie die 20!

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