Grand Prix Monaco - Webber bleibt cool, Pech für Schumi

So 27.Mai. 21:41:00 2012

Red-Bull-Pilot Mark Webber hat beim Thriller auf dem Straßenkurs von Monaco die Übersicht behalten und den Klassiker gewonnen. Der Australier siegte vor Nico Rosberg. Fernando Alonso wurde Dritter und ist damit neuer alleiniger Spitzenreiter der WM-Wertung. Sebastian Vettel wurde Vierter.

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Rekordchampion Michael Schumacher hat den nächsten Rückschlag erlebt. Nach seiner Bestzeit in der Qualifikation, musste er das Rennen in der 65. Runde aufgeben.

Grund waren Probleme an seinem Mercedes. Schon am Start war der 43-Jährige von Lotus-Fahrer Romain Grosjean gerempelt worden und auf Platz acht zurückgefallen.

Danach hielt ihn Kimi Räikkönen im zweiten Lotus lange auf. Als er endlich vorbei war, fuhr Schumacher zunächst gute Rundenzeiten.

Dann aber wurde er immer langsamer und musste schließlich vorzeitig an die Box fahren. Schumacher äußerte sich dementsprechend enttäuscht: "Das Rennen ist nicht so gelaufen, wie es gewünscht war. Das Podium wäre realistisch gewesen." Der Rekord-Weltmeister bleibt damit nach sechs Rennen bei mageren zwei WM-Punkten.

Starke "Show" von Rosberg

Webber hat derweil seinen Teamkollegen Vettel als König von Monte-Carlo abgelöst. Der Red-Bull-Pilot triumphierte beim am Schluss verregneten und packenden Glamour-Grand-Prix an der Côte d'Azur zum zweiten Mal nach 2010. Der Australier ist damit der sechste Sieger im sechsten Rennen einer bislang verrückten Saison. "Danke Jungs", jubelte Webber über Boxenfunk. Nach dem Rennen ergänzte der 35-Jährige: "Wir haben das Maximum herausgeholt. Es ist ein besonderer Sieg für mich."

Trotz des Daumendrückens der deutschen Fußball-Nationalmannschaft reichte es für keinen deutschen Fahrer zum Sieg beim 70. Großen Preis von Monaco: Aber Rosberg feierte als Zweiter bei seinem Heimrennen ein glänzendes Ergebnis. Der Mercedes-Pilot attackierte bei Regen in den Schlussrunden wild, konnte Webber aber nicht mehr überholen.

Dennoch war der Mercedes-Pilot mit seiner Leistung in seiner Wahlheimat zufrieden. "Ich war ein wenig überrascht wie stark wir fahren. Ich hatte das beste Auto, konnte aber an Webber nicht vorbei. Wir haben mit den Reifen noch was versucht, aber auch das hat nicht gereicht. Ich bin mit dem zweiten Platz natürlich sehr glücklich", sagte der 26-Jährige.

Vettel hatte angesichts einer beinahe aussichtslosen Ausgangslage als Neunter beim Start keine realistische Chance auf eine Wiederholung seines Vorjahressieg. Immerhin kämpfte sich der zweifache Weltmeister aus Heppenheim auch dank einer klugen Strategie beim Höllenritt durch die Häuserschluchten auf Platz vier vor, verlor aber die WM-Führung.

Alleiniger WM-Spitzenreiter nach sechs Grand Prix ist der Spanier Alonso mit 76 Punkten. Vettel fiel mit 73 Zählern auf Gesamtrang zwei zurück vor seinem punktgleichen Teamkollegen Webber.

Nico Hülkenberg (Emmerich) belegte im Force India einen guten achten Platz und punktete damit zum dritten Mal in diesem Jahr. Marussia-Pilot Timo Glock (Wersau) wurde 15.

Vettel zwischenzeitlich an der Spitze

Vettel und Jenson Button starteten nach ihren enttäuschenden Ergebnissen in der Qualifikation als einzige der Top-Piloten und Titelkandidaten mit der härteren Reifenvariante, um länger auf der Strecke bleiben zu können. Sie erhofften sich dadurch strategische Vorteile beim Boxenstopp. Vettel profitierte zudem durch den frühen Unfall zwischen Schumacher und Grosjean und schob sich schnell vom neunten auf den sechsten Rang vor.

Der zweitplatzierte Rosberg ließ als erster des Spitzentrios in der 28. von 78 Runden die Reifen wechseln. Der Führende Webber und der Drittplatzierte Hamilton folgten im nächsten Umlauf. Nachdem auch das Ferrari-Duo stoppte, lag plötzlich Vettel in der 31. Runde vorn. Seine Taktik ging bis dahin voll auf. Der Vorjahressieger drückte mächtig aufs Tempo, um seinen Vorsprung vor seinem Boxenstopp auszubauen. Im 47. Umlauf holte dann Vettel neue Reifen und kehrte als Vierter auf den 3,340 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs zurück.

Nach 260,520 Kilometern gewann Webber in 1:46:06,557 Stunden. Rosberg wies nur 0,643 Sekunden zurück. Auch der Regen im letzten Rennfünftel änderte nichts am ersten Saisonerfolg des Australiers. Aber dieser hing auf des Messers Schneide, da in den letzten Runden die Top-Sechs regelrecht aneinander klebten.

VIDEO - Vettel: Eine Runde Monaco

0526 Formula 1 - Vettel

TV-Tipp:

Verfolgen Sie 2012 alle Entscheidungen der Tourenwagen-Weltmeisterschaft bei Eurosport und Eurosport 2. Verpassen Sie kein Rennen, wenn Chevrolet, SEAT und BMW um den Sieg kämpfen. Weiter geht’s am 2./3. Juni in Portugal.

dpa / Eurosport

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