EURO 2012 - Stammelf oder Streichkandidat?

Fr 25.Mai. 16:35:00 2012

Beim Schaulaufen gegen die Schweiz geht's für einige Spieler bereits um alles. Bis zum 29. Mai hat Bundestrainer Joachim Löw Zeit, seinen 23-Mann-Kader zu benennen. eurosport.yahoo.de blickt auf alle Duelle im Tor, in der Abwehr, im Mittelfeld und im Sturm.

Football 2012 Deutschland Hummels Badstuber - 0

TOR:

Manuel Neuer ist gesetzt. Dahinter wird es spannend. Wer macht das Rennen um die Nummer zwei? Im Moment scheint Tim Wiese die besten Karten zu haben. Der Ex-Bremer besitzt die größere Erfahrung im Gegensatz zu Marc-André ter Stegen und Ron-Robert Zieler. Doch Wiese sollte sich nicht zu sicher sein, denn ter Stegen überzeugte auf Sardinien und in Südfrankreich mit starken Leistungen im Training. Erster Streichkandidat wäre Zieler.

ABWEHR:

Lange verletzt, aber trotzdem gesetzt. Obwohl sich Abwehrchef Per Mertesacker vor drei Monaten am Knöchel verletzte und lange pausieren musste, scheint er seinen Stammplatz sicher zu haben. Löw vertraut dem Abwehrrecken weiterhin die rechte Innenverteidigerposition an. Bei der EURO soll Holger Badstuber links neben ihm spielen, der erst am Samstag zum DFB-Team stoßen und erst einmal nicht gegen die Schweiz spielen wird.

Beim vorletzten EM-Test bekommt Mats Hummels die Chance, sich neben Konkurrent Mertesacker zu präsentieren. Der Dortmunder reist nach Titelgewinn und Pokalerfolg mit breiter Brust nach Basel, aber "Merte" weiß, um was es geht. "Der Bundestrainer kann sich auf mich verlassen - und das weiß er auch. Da existiert ein Grundvertrauen, das über die letzten Jahre entstanden ist", erklärte der Arsenal-Profi selbstbewusst.

Auf den Außenverteidigerpositionen kämpfen Marcel Schmelzer, Benedikt Höwedes und Jerome Boateng um die Plätze. Die Frage ist, wie sich Philipp Lahm entscheidet. Dafür wird sich der Bayern-Spieler in den nächsten Tagen mit dem Bundestrainer zusammensetzen und festlegen, ob er rechts oder links spielt. Fällt die Wahl auf den linken Flügel, steigen die Chancen für Höwedes und Boateng. Geht Lahm auf die rechte Seite, kommt Schmelzer zum Zug.

MITTELFELD:

Wer spielt neben Bastian Schweinsteiger auf der Doppelsechs? Diese Frage dürfte spätestens mit der taktischen Ausrichtung des Gegners beantwortet werden. Bevorzugt der Bundestrainer eine defensivere Variante, greift er auf Sami Khedira zurück. Richtet Löw die Mannschaft offensiver aus, dürfte Toni Kroos zum Einsatz kommen. Khedira strotzt vor Selbstbewusstsein, der Real-Stammspieler ist in seinen Aktionen nach vorne aber limitiert. Kroos hat körperlich zugelegt und als kreativer "Zwischenspieler" bereits gezeigt, wie wertvoll er für das DFB-Team ist.

Die letzten drei Länderspiele absolvierten Khedira und Kroos Seite an Seite. Aber Schweinsteiger ist nach seiner Verletzung zurück und auf dem Weg zu alter Form. Im Mittelfeld ist "Schweini" der Boss. Seine Spieleröffnung, seine Laufwege und seine Präsenz auf dem Platz machen den Bayern-Profi im DFB-Team unersetzlich. Auch wenn er den entscheidenden Elfmeter im Champions-League-Finale verschossen hat. "Das hat ihm zugesetzt. Trotzdem sagt er, es gibt wieder neue Ziele", so Löw.

Auf den Außenpositionen dürfte ein heißer Kampf entbrennen. André Schürrle befindet sich nach seinem Tief wieder in aufsteigender Form und könnte Lukas Podolski auf der linken Seite ordentlich Druck machen. Aber öfters als "Prinz Poldi" spielte unter dem Bundestrainer kein anderer Spieler im DFB-Team. Insgesamt 63 Mal stand der Kölner in der Ära Löw auf dem Platz und erzielte insgesamt 28 Tore. Auf der rechten Seite muss WM-Shootingstar Thomas Müller um seinen Platz kämpfen, der seit Monaten nicht in Topform ist. Das könnte die Chance für Mario Götze sein.

STURM:

Mit 34 Jahren gehört Miroslav Klose noch lange nicht zum alten Eisen, obwohl es überall zwickt. Zuletzt laborierte der Nationalspieler an einem Muskelriss und einer Sprunggelenksverletzung. Diese Verletzungen setzten den 114-fachen Nationalstürmer wochenlang außer Gefecht. Beim letzten Saisonspiel gegen Inter lief Klose nicht auf. Das Testspiel gegen die Schweiz nutzt er zur Standortbestimmung. "Da kann ich sehen, wo ich stehe", so Klose.

Konkurrent Mario Gomez schaut sich das Spiel von der Bank an. Cacau bleibt nur die Jokerrrole und Marco Reus darf sich als Sturmspitze versuchen.

Video: Podolski mit Klartext

news German team

TV-Tipp:

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Dirk Adam / Eurosport

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