WM 2010 - "Kriegserklärung" der englischen Presse

Eurosport - Do 24.Jun. 10:39:00 2010

Die Yellow Press ist berüchtigt für ihre Geschmacklosigkeit. Natürlich ist das vor dem Kracher gegen Deutschland nicht anders - im Gegenteil. Wenn sich die beiden Fußball-Rivalen am Sonntag im Achtelfinale gegenüberstehen, erkennt die englische Presse darin die Chance für verbales Kriegs-"Spiel".

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"Get ready for Germ warfare!" - "Haltet Euch bereit für den Bazillen-Krieg!", schreibt unter anderem die "Sun" mit einem ätzenden Wortspiel aus "Germany" und "Germ", dem englischen Wort für Bazille, Bakterium oder Krankheitserreger.

Die Hunnen kommen

"Macht Euch bereit für die deutsche Kriegsmaschine, der alte Feind hat das Achtelfinale gegen England gebucht!", heißt es weiter in der "Sun". Der "Daily Star" bedient den alten historisch total verquerten Schmähbegriff der "Hunnen" für Deutschland. "Der Job ist erledigt, jetzt geht's gegen die Hunnen!".

Das Duell England gegen Deutschland genießt seit jeher ein enorm hohes Prestige. Für das Wembley-Tor von 1966 hat sich Deutschland schon ausreichend revanchiert. Zum einen aus elf Metern, zum anderen aus weit größerer Distanz durch Didi Hamann, dem am 7. Oktober 2000 das letzte Tor im legendärsten Fußball-Stadion Englands gelang. Schon damals hatte die englische Boulevard-Presse mit "Wieder Stukas über London" getitelt, Trainer und Spieler mit Stahlhelmen abgelichtet und als "Fritz" bezeichnet.

DFB-Team in "Nazi-Style"

Das schwarze WM-Trikot der deutschen Nationalmannschaft wurde zu Beginn der WM bereits mit einer SS-Uniform verglichen. Die deutschen würden im "Nazi-Style" auftreten, meinte der "Daily Star".

Die weltkriegerische Wortwahl der "Yellow Press" wird gottseidank mittlerweile auch bei vielen Briten als absolut überholt, unsinnig und abgegriffen gewertet.

Rooney ist heiß

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw hatte mit dem 1:0-Erfolg gegen Ghana den Sieg in Gruppe D gesichert und trifft nun auf die "Three Lions", die nach dem 1:0 gegen Slowenien Zweiter der Gruppe C wurden. "Das musste ja so kommen. Vom Moment an, als Beckenbauer seinen Mund aufmachte", meinte der "Telegraph" auf seiner Homepage. Franz Beckenbauer hatte nach dem WM-Fehlstart der Engländer beißende Kritik am Spielstil der Mannschaft von Coach Fabio Capello geübt.

Der verletzte deutsche Kapitän Michael Ballack hatte die Debatte mit einer Kolumne in der "Times" noch angeheizt, in der er den Engländern unterstellte, die Serie von Misserfolgen bei großen Turnieren würde das Team belasten. Stürmerstar Wayne Rooney meinte daraufhin, er würde sich auf ein Treffen mit den Deutschen freuen. "Es würde mir Spaß machen, sie zu schlagen", sagte der Torjäger von Manchester United.

TV-Tipp:

WM total bei Eurosport! Ab 7. Juni, täglich ab 22:30 Uhr LIVE aus Johannesburg: „Soccer City“, das Eurosport-WM-Magazin mit Arsène Wenger, Patrick Kluivert, Giovane Elber und Roger Milla, präsentiert von Moderator Gernot Bauer.

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