Mit zwei Rümpfen in die Zukunft

Mo 13.Sep. 11:26:00 2010

Der Segelklassiker America's Cup steht vor dem radikalsten Wandel seiner Geschichte: 159 Jahre nach der Premiere soll er nach dem Willen der amerikanischen Titelverteidiger vom Team BMW Oracle Racing erstmals offiziell auf Katamaranen ausgetragen werden.

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Zwar gab es in der Vergangenheit bereits zwei Cup-Duelle mit Mehrrümpfern, doch beide waren gerichtlich erzwungen worden. Cup-Verteidiger BMW Oracle stellte am 13. September in Valencia die ersten Eckdaten für die 34. Auflage seit 1851 vor. Das kommende Duell soll 2013 auf 22 Meter langen und mit Kohlefaser-Segelflügeln ausgestatteten Katamaranen der neuen Klasse AC 72 ausgetragen werden. "Wir wollen den America's Cup fit für die Zukunft machen", sagte der viermalige Cup-Gewinner und Olympiasieger Russell Coutts von Oracle Racing.

Schon ab 2011 bietet eine vorgeschaltete Weltserie den Teams und ihren Partnern eine regelmäßige Bühne. Während zum Auftakt 2011 noch auf knapp 14 Meter langen und in Neuseeland gebauten Katamaranen gesegelt werden soll, ist der Wechsel in die AC-72-Klasse für 2012 geplant. Die kleineren, ebenfalls von BMW Oracle Racing entwickelten Boote werden später im neuen Jugend-America's-Cup eingesetzt.

Die Amerikaner ließen wie erwartet den Austragungsort offen. Ob es San Francisco, die Heimatstadt von Oracle Racings Golden Gate Yacht Club, Valencia oder die Sardinien vorgelagerte Insel La Maddalena wird, soll bis spätestens 31. Dezember 2011 entschieden sein.

In deutschen Cup-Kreisen wurden die Neuigkeiten aus Valencia kritisch aufgenommen. "Aus meiner Sicht sind Katamarane nicht für den America's Cup geeignet. Viele Enthusiasten werden sich nicht damit identifizieren", sagte der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann, der den America's Cup mit dem Schweizer Team Alinghi zweimal gewann.

Eberhard Magg, Matchrace-Veranstalter und Mitgründer des ersten deutschen America's-Cup-Teams, ist beunruhigt: "Sorgen habe ich, dass diese radikalen Neuerungen den Cup-Charakter kaputtmachen könnten und bei potenziellen Partnern auf Unverständnis stoßen."

Eurosport

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