Grand Prix Australien - Button triumphiert beim Saisonauftakt

So 18.Mrz. 08:44:00 2012

Titelverteidiger Sebastian Vettel hat sich im ersten Rennen der neuen Formel-1-Saison mit Platz zwei begnügen müssen. Den Sieg vor dem Red-Bull-Piloten sicherte sich in Melbourne der Brite Jenson Button im McLaren. Buttons Teamkollege Lewis Hamilton wurde beim Großen Preis von Australien Dritter.

McLaren-Mercedes driver Jenson Button of Britain gestures to the crowd after winning Formula One's Australian Grand Prix in Melbourne on March 18, 2012. - 0

Von Petra Philippsen

Lewis Hamilton wollte seinen Ärger nicht verbergen, und so stand der Brite mit finsterer Miene auf dem Podium und hätte seine Trophäe für den dritten Platz am liebsten irgendwo in die Ecke gefeuert.

Nach Champagner-Dusche war ihm schon gar nicht zumute, Hamilton nippte nur kurz an der Magnum-Flasche und machte sich sofort aus dem Staub. Zuschauen, wie sein McLaren-Teamkollege Jenson Button ausgelassen wie ein Kind den Sieg beim Saisonauftakt feierte, das wollte sich Hamilton nicht antun.

Vettel, der lachende Zweite

Teamchef Martin Whitmarsh hatte Verständnis für seinen frustrierten Piloten, der von der Pole-Position in Melbourne gestartet war: "Jeder Rennfahrer will gewinnen und dem gefällt Platz drei natürlich nicht. Und wenn dann auch noch der Teamkollege gewinnt, ist das eben noch schlimmer."

Schon auf den ersten Metern des Rennens hatte Hamilton seinen Vorteil eingebüßt, Button zog auf der Innenseite an seinem Teamgefährten vorbei und sollte diese Führung bis zur Zielflagge nicht mehr abgeben. "Es war ein schwieriger Tag für mich", sagte Hamilton später, "aber ich muss da einfach durch. Es war erst das erste Rennen."

Und dieser Auftakt in "Down Under" hatte es bis auf den letzten Metern in sich. Weltmeister Sebastian Vettel, der nur als Sechster gestartet war, erkämpfte sich einen furiosen zweiten Rang und machte Red Bull so Hoffnung, dass nach den schwierigen Wintertests "Abbey" offenbar doch besser funktioniert, als nach der mäßigen Qualifikation befürchtet wurde. "Hier mit dem zweiten Platz wegzukommen, darauf bin ich sehr stolz", sagte Vettel.

Über die Renndistanz sind die "Bullen" konkurrenzfähig, auch wenn Vettel selbst nach einer Safety-Car-Phase im letzten Renndrittel keine Chance hatte, Buttons Sieg ernsthaft zu gefährden. Mark Webber kam im zweiten Red Bull nach einer Startkollision bei seinem Heimspiel noch auf den vierten Platz.

Bitterer Tag für Silber

Von dieser Position aus war Michael Schumacher gestartet und hatte gar einen Podiumsplatz angepeilt. Doch Getriebeprobleme machten dem siebenmaligen Weltmeister früh einen Strich durch die Rechnung, in der zwölften Runde musste Schumacher seinen Mercedes abstellen. "Ich verlor in der Bremszone für Kurve eins den Vortrieb", erklärte der 43-Jährige, "ich wusste, dass das Wochenende damit vorbei war. Wir hatten den gesamten Winter über kein Problem mit dem Getriebe. Es ist also etwas komisch."

Als sich dann auch noch Nico Rosberg im zweiten Mercedes in der letzten Runde nach einer Kollision mit Sergio Perez im Sauber einen Plattfuß zuzog und nur als Zwölfter über die Ziellinie rollte, war die Enttäuschung bei Silber komplett. Null Punkte nach einer starken Qualifikation, doch Schumacher wollte vor allem die großen Fortschritte betonen, die Mercedes offensichtlich gelungen waren.

"Man muss immer bedenken, wo wir vom Vorjahr hergekommen sind", gab Schumacher zu Bedenken, "aus dieser Sicht war es ein positives Wochenende für uns. Es ist natürlich schade, dass wir hier ausgefallen sind. Ich hätte gerne für Mercedes das erste Podium eingefahren." Die positiven Fortschritte nimmt Silber mit nach Malaysia, wo es in einer Woche bereits mit dem zweiten Saisonlauf weiter geht.

Doch schon jetzt steht fest: Alle Teams sind weiter zusammengerückt. So schaffte es Überraschungsmann Romain Grosjean auf Startplatz drei, der Lotus-Pilot musste seinen Boliden nach einer Kollision mit Pastor Maldonado im Williams aber schon in der zweiten Runde abstellen. Dafür schaffte Grosjeans Teamkollege Kimi Räikkönen ein spektakuläres Comeback: Der finnische Ex-Weltmeister erkämpfte sich noch in der letzten Runde den beachtlichen siebten Platz.

Ferrari rehabilitiert sich - fast

Positiv fielen nach ihrem desolaten Auftritt in der Qualifikation auch die Ferrari auf. Fernando Alonso schob sich nach einem fulminanten Start sofort von Rang zwölf auf acht vor, und der Spanier fuhr mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch sogar noch bis auf Platz fünf. Felipe Massa schmälerte diese Rehabilitation der Roten jedoch nach einem zunächst ebenso gutem Start von Rang 16. Der Brasilianer geriet mit seinem Landsmann Bruno Senna im Williams in ein hitziges Überholmanöver, in dessen Folge beide ausschieden.

Aus deutscher Sicht konnte nur Vettel das Ergebnis aufpolieren, nachdem vier Piloten in den Top Ten gestartet waren. Für Nico Hülkenberg war das Comeback im Force India nach einem Jahr Zwangspause nach wenigen Kilometern wieder beendet. Bereits in der ersten Kurve hatte er seinen Boliden beschädigt: "Es ist natürlich super enttäuschend. Ich hatte einen guten Start und habe gleich zwei, drei Plätze gutgemacht. Plötzlich bekam ich einen Schlag von hinten. Der hat mir die gesamte Aufhängung und den Reifen kaputt geschlagen." Marussia-Fahrer Timo Glock landete an seinem 30. Geburtstag abgeschlagen auf Rang 14.

Video: Eine Runde aus Pilotensicht

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