Grand Prix China - Rosbergs erste Pole! Schumi dahinter

Sa 14.Apr. 09:15:00 2012

Mercedes glänzt in Shanghai: In der Qualifikation zum China-GP holte sich Nico Rosberg mit einer starken Zeit von 1:35,121 Minuten die erste Pole-Position seiner Karriere, gefolgt von Lewis Hamilton im McLaren und seinem Teamkollegen Michael Schumacher. Sebastian Vettel startet nur von Rang elf.

2012 Chinese GP Mercedes Rosberg - 0

Von Petra Philippsen

Der Kommentar kam so cool über den Boxenfunk-Äther, wie es nur ein siebenfacher Formel-1-Weltmeister zu tun vermag. Als Michael Schumacher sich darüber informieren ließ, welche Zeit sein Teamkollege Nico Rosberg eben vorgelegt hatte, da sagte er schlicht: "Not bad." Nicht schlecht also, in diesen Kreisen ist das das höchstmögliche Lob. Mehr geht nicht.

Rosberg eine Klasse für sich

Und mehr ging auch nicht im spannenden Schlussspurt des Qualifyings, denn Rosberg hatte in seinem Mercedes eine Fabelzeit von 1:35,121 Minuten auf den Asphalt gehämmert, an denen sich die Konkurrenten reihenweise die Zähne ausbissen.

Sogar Lewis Hamilton im McLaren, der das 3. Training am Vormittag noch mit eine halben Sekunde Vorsprung auf Mercedes dominiert hatte. Doch auch er scheiterte nun um fünf Zehntel an der Premium-Vorlage Rosbergs. Ganz entspannt konnte der Blondschopf bereits vor Ablauf der Session aus seinem Boliden steigen und den Helm ablegen, denn obwohl es bis dahin so eng zugegangen war, wie selten, wusste er, dass es an diesem Tag nicht schneller gehen würde. Er sollte recht behalten und sich mit der ersten Pole-Position seiner Karriere belohnen. "Das ist einfach nur cool", freute sich Rosberg. Und Hamilton freute sich für seinen Freund: "Gratulation an Nico. Ich bin sehr stolz auf ihn. Schließlich haben wir uns gegenseitig aufwachsen und Rennen fahren sehen. Wir haben immer davon geträumt, in der Formel 1 zu sein und in der ersten Reihe zu stehen."

Vettel vorzeitig raus, Hamilton strafversetzt

Und für das Mercedes-Team erfüllte sich dieser Traum auch, denn da Hamilton aufgrund eines Getriebewechsels um fünf Plätze strafversetzt werden wird, rückt Schumacher auf Startplatz zwei vor – Reihe eins im Reich der Mitte glänzt am Sonntag also Silber. Tief schwarz war allerdings die Wolke, die über Weltmeister Sebastian Vettel hing. Den Red-Bull-Mann erwischte es bereits im zweiten Quali-Abschnitt, Vettel scheiterte vorzeitig. Das war ihm zuletzt in der Qualifikation zum Brasilien-Grand-Prix 2009 passiert. Und auch wenn es mit 0,04 Sekunden Rückstand auf Fernando Alonso im Ferrari denkbar knapp gewesen war, so saß der Frust bei Vettel dennoch tief.

"Es war extrem eng, viel hat nicht gefehlt", sagte der Weltmeister sichtlich enttäuscht, "aber wir waren nicht schnell genug. Ich war auch zufrieden mit meiner letzten schnellen Runde, aber es hat nicht gereicht. Im Rennen kann natürlich viel passieren, aber mit so einem Startplatz tut man sich schwerer." Mark Webber schaffte es im zweiten Red Bull zumindest auf Rang sieben, doch Vettel war mit einem auf dem Stand der Wintertests zurückgebauten Auspuffsystem unterwegs, vielleicht ein Grund für die Probleme, die sich bereits im Vormittagstraining angedeutet hatten.

Schumacher noch skeptisch, Ferrari mit Aufwärtstrend

Noch nach dem Training hatte sich Schumacher skeptisch über eine mögliche Pole geäußert, aufgrund der drei bis vier Zähler Rückstand auf McLaren. "Der Abstand wird wohl auch in der Quali so bleiben", meinte Schumacher, doch er irrte sich. Die Mercedes-Fans dürften hoffen, dass er mit seinen vorsichtigen Prognosen, was den Sieg oder gar einen Doppel-Triumph angeht, ebenso falsch liegen möge. Doch die Ergebnisse der ersten beiden Rennen und die Probleme, die Mercedes mit dem Rennspeed noch hatte, mahnen eher zur Vorsicht.

Bei Ferrari lief nach sehr mäßigen Trainingsresultaten in der Qualifikation überraschend gut, vor allem für Felipe Massa. Kurzzeitig stand der Brasilianer in Q2 sogar in den Top Ten, musste sich dann aber mit Startplatz zwölf begnügen. Nach seinen bisher desolaten Leistungen ist das ein positives Signal, für die Ansprüche der Scuderia jedoch weiterhin viel zu wenig. Alonso stellte seinen Boliden zumindest auf Rang neun. Mit einem Sieg wie in Malaysia sollte der Spanier jedoch besser nicht rechnen, obwohl er die WM-Wertung immer noch anführt. Nico Hülkenberg kam im Force India auf Rang 16, Timo Glock startet im Marussia von Rang 21.

Video - Eine Rennrunde mit Vettel in Shanghai

Vettel simulation

TV-Tipp:

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