Tour de France - Greipel macht sein Meisterstück

Di 12.Jul. 17:14:00 2011

André Greipel hat seine erste Tour-de-France-Etappe gewonnen. Im Massensprint der 10. Etappe zog der Deutsche auf den letzten 50 Metern an seinem Erzfeind Mark Cavendish vorbei. Platz drei belegte in Carmaux der Spanier Jose Joaquin Rojas. Das Gelbe Trikot verteidigte Thomas Voeckler aus Frankreich.

Tour de France - Greipels Meisterstück

"All die Jahre haben sich ausgezahlt", sagte Greipel im Sieger-Interview. "Mein Dank geht an alle alten Sponsoren, an meine Familie und an das gesamte Team Omega Pharma-Lotto, das mir vertraut hat. Ich möchte den Sieg Jürgen Van den Broeck und Frederik Willems widmen, die vorgestern ausgeschieden sind."

Bevor es in Carmaux zum Massensprint kam, hatte sich Greipels Teamkollege Philippe Gilbert gemeinsam mit Voeckler, Tony Martin, Dries Devenyns und Tony Gallopin vom Hauptfeld abgesetzt. "Wir wollten das Rennen schwer machen", erklärte Greipel diesen taktischen Schachzug seiner Mannschaft, und Gilbert fügte hinzu: "Wir wussten, dass wir am Berg der 4. Kategorie Gas geben müssen, wenn wir Cavendish abhängen wollten."

"Hatte die besseren Beine"

Zwar konnte Cavendish den Kontakt halten, doch mit Tyler Farrar musste zumindest einer der besten Sprinter abreißen lassen. Anschließend sorgte der Sprintzug von HTC dafür, dass alle Ausreißer eingeholt wurden, und so kam es auf der kurzen Zielgerade am Ende einer langgezogenen Rechtskurve zum Duell der Erzfeinde Cavendish und Greipel.

"Marcel Sieberg hat mich in eine gute Position gebracht, dann saß ich am Hinterrad von Cavendish", schilderte der Tagessieger die Sprintvorbereitungen. "Und am Ende hatte ich die besseren Beine."

Aldag: "Verdienter Sieger"

Lob für seinen bilderbuchmäßig durchgezogenen Sprint bekam Greipel von der Konkurrenz. Cavendishs Teamchef Rolf Aldag befand, dass die Etappe "einen verdienten Sieger" bekommen habe, und auch der Sprint-Trainer des Briten, Erik Zabel, sagte: "Es war ein tolles Duell. André war lange bei uns im Team, und wir wissen, wie sehr er sich freut."

Bis zum Ende der vergangenen Saison hatte auch Greipel noch bei HTC unter Vertrag gestanden. Der Deutsche wechselte die Mannschaft, weil er bei den US-Amerikanern stets im Schatten von Cavendish stand, nicht zur Tour de France mitgenommen wurde und sich die beiden Top-Sprinter im Streit befanden.

Keine Gefahr für die Gesamtwertung?

Den Angriff am letzten Anstieg des Tages hatte der Franzose Gallopin initiiert. "Ich dachte, vielleicht lässt man mich fahren, weil ich keine Gefahr für die Gesamtwertung bin", erklärte der Cofidis-Profi sein Motiv für die Attacke. Dabei hatte Gallopin die Rechnung allerdings ohne seine Begleiter gemacht. Denn die Anwesenheit von Martin in der Spitzengruppe sorgte dafür, dass auch die Teams der Favoriten den Sprinter-Mannschaften im Hauptfeld bei der Nachführarbeit halfen.

Das wurde auch Gilbert zum Verhängnis, dem im Endspurt nach seiner Attacke die Kraft fehlte, um mehr als Rang 14 zu erreichen. Er verteidigte zwar die Führung im Kampf um das Grüne Trikot, büßte auf der 10. Etappe aber 35 beziehungsweise 28 Punkte auf Cavendish sowie seinen schärfsten Verfolger Rojas ein.

Verletzte bleiben im Rennen

Bevor die Tempoverschärfung von Omega Pharma-Lotto und der Antrit von Gallopin am Cote de Mirandol-Bourgnounac das Finale einläuteten, hatte eine sechsköpfige Spitzengruppe das Rennen bestimmt, aus der heraus der Italiener Marco Marcato die ersten drei Bergwertungen gewann. Dennoch verteidigte Johnny Hoogerland sein Bergtrikot mit unverändert großem Vorsprung vor Voeckler.

Der am Sonntag ebenso wie Juan-Antonio Flecha von einem Auto des französischen Fernsehens umgefahrene Niederländer beendete das zehnte Teilstück in einer abgehängten Gruppe mit 5:59 Minuten Rückstand auf den Tagessieger. Flecha war 26 Sekunden früher im Ziel.

Die nach ihren Stürzen verletzten Mitfavoriten Andreas Klöden und Robert Gesink erreichten das Etappenziel in Carmaux gemeinsam mit dem Hauptfeld. Während Klöden jedoch am Morgen vor dem Start gegenüber Eurosport davon sprach, dass er bei jedem Tritt in die Pedale große Schmerzen habe, vermeldete Gesink im Ziel eine Verbesserung seiner gesundheitlichen Situation: "Es wird von Tag zu Tag besser", sagte der Träger des Weißen Trikots.

itw Greipel about sprint

TV-Tipp:

Mehr Live geht nicht: Eurosport präsentiert die Tour de France wie gewohnt in ausführlichen Live-Übertragungen. Verfolgen Sie die große Schleife im TV, über den Eurosport Player oder im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de!

Felix Mattis / Eurosport

Kein Yahoo!-Nutzer? Kostenlos .