Premier League - High Five - Dramen des letzten Spieltags

So 13.Mai. 12:14:00 2012

Pünktlich zum Saisonfinale in der Premier League widmen wir uns den "High Five" Dramen des letzten Spieltags im englischen Fußball.

2007 2008 Premier League Manchester United - 0

Das Saisonfinale in der Premier League steht an. Die beiden Stadtrivalen aus Manchester liegen punktgleich an der Spitze. Vor diesem 38. und letzten Spieltag führt ManCity das Klassement aufgrund der besseren Tordifferenz vor ManUnited an. Spannung pur steht uns vor. Grund genug auf die High Five der spannendsten Entscheidungen in der englischen Liga zu blicken.

1. 1988/89 - Michael Thomas wird unsterblich

Aufgrund der Hillsborough-Katastrophe wird die Partie zwischen dem FC Liverpool und Arsenal London am Saisonende ausgetragen. Spannender hätte es kaum kommen können, denn die "Reds" lagen im Kampf um die Meisterschaft drei Punkte und zwei Tore vor den "Gunners". Ganz Fußball-England saß an diesem Freitagabend vor den TV-Geräten um die Partie, eine der wenigen Live-Übertragungen, mitzuverfolgen. Torschützenkönig Alan Smiths brachte das Team aus der Hauptstadt nach der Pause in Führung, doch ein Treffer fehlte bis zum Glück. In der Nachspielzeit schnappte sich Defensivmann Michael Thomas die Kugel und setzte zu einem unwiderstehlichen Solo an, welches er mit einem Heber über Keeper Bruce Grobbelaar krönte. Der Treffer stellte Gleichheit in Bezug auf Punkte und Tordifferenz dar und brachte Arsenal wegen der mehr erzielten Tore den ersten Meistertitel seit 18 Jahren. Thomas machte sich bei den Arsenal-Anhängern unsterblich und wechselte 1991 zu - natürlich - dem FC Liverpool.

2. 1995/96 - Stille Post mit fatalem Ausgang

Während Manchester United sich den Titel sicherte kämpfte der Stadtrivale City um den Klassenerhalt. Die Schlinge um den Hals der "Citizens" zog sich weiter zu als man an der heimischen Maine Road gegen Liverpool zur Pause des letzten Spieltages mit 0:2 hinten lag. Die Mannschaft bewies Moral und kam durch Treffer von Kit Symmons und dem deutschen Uwe Rösler zum Ausgleich. Trainer Alan Ball sagte seinen Spielern, dass das Remis reichen würde, da Southampton verlieren würde. Bei jeder Gelegenheit wurde nun auf zeitgespielt und das 2:2 bis zum Abpfiff gehalten. Wie sich nun rausstellte, war den Verantwortlichen ein folgenschwerer Fehler in der Übermittlung des Resultats von Southampton unterlaufen. Die "Saints" spielten Unentschieden und Manchester City musste aufgrund der schlechteren Tordifferenz absteigen. Alan Ball verfolgt das Ganze noch immer: "Das wird man mir wohl ewig vorwerfen."

3. 2002/03 - Das Multi-Millionen-Pfund-Spiel

Vermeintlich ging es zwischen Liverpool und Chelsea nur um den vierten Platz in der Premier League, welcher zum Start in der Champions League berechtigte. Hinter den Kulissen stand jedoch weit mehr auf dem Spiel. Die "Blues" waren finanziell stark angeschlagen, das Verpassen der "Königsklasse" hätte vermutlich etliche Leute den Job gekostet. Darüber hinaus beobachtete ein russischer Investor mit Argusaugen, was sich beim FC Chelsea tat. Samy Hyypiä brachte die "Reds" in Front, Marcel Desailly schaffte den Ausgleich und der spätere Stuttgarter Jesper Grönkjaer das Siegtor für die Londoner. Mit dem gesicherten Einzug in die Champions League entschied sich ein gewisser Roman Abramovich sein Geld lieber bei den "Blues" als beim Nachbarn Tottenham zu investieren.

"Wir wussten an dem Nachmittag alle, wofür wir spielten", sagte Grönkjaer. "Ich weiß nicht, ob Abramovich Chelsea ohne meinen Treffer gekauft hätte, aber die Champions League machte den Club sicherlich deutlich attraktiver."

4. 2005/06 - Die Lasagne-Affäre

Wieder ging es um Platz vier und die Champions League. Tottenham lag vor dem Saisonfinale einen Punkt vor Arsenal. Die "Spurs" mussten bei Aufsteiger West Ham antreten. Was sich am Spieltag ereignete, hätte sich kein Hollywood-Autor besser einfallen lassen können. Das Team bereitet sich auf das Stadtderby im Marriot Hotel vor - Lasagne steht auf dem Speiseplan. Um 13:00 Uhr melden sich zehn Spieler, darunter die Stars Michael Carrick und Robbie Keane, mit einer Lebensmittelvergiftung krank. Die Vereinsoberen kontaktierten sofort den Verband mit der Bitte, das Spiel zu verschieben. Die FA lehnte das Gesuch ab und so mussten die angeschlagenen "Spurs" antreten und verloren im Upton Park mit 2:1. Arsenal gewann gegen Wigan und landete wie jede Spielzeit seit 1995 vor dem verhassten Rivalen. Die Fans der Gunners singen noch heute: "lasagne, whoah, lasagne, whoah, we laughed ourselves to bits, when Tottenham got the sh...". Gerüchte, dass der Koch Arsenal-Fan war, bestätigten sich nie.

5. 2007/08 - Immer wieder Giggs

Manchester United musste am letzten Spieltag das kurze Stück nach Wigan reisen. Ein Sieg würde den Meistertitel vor dem punktgleichen FC Chelsea wegen der deutlich besseren Tordifferenz sichern. Ryan Giggs bestritt seinen 758. Einsatz für United und zog damit mit Club-Legende Bobby Charlton gleich. Dies blieb für den Waliser an diesem Nachmittag nicht der einzige Grund zum Feiern. Nachdem Cristiano Ronaldo sein Team per Elfmeter mit 1:0 in Führung geschossen hatte, besiegelte Giggs mit dem 2:0 in der 80. Minute den Triumph in der Meisterschaft. Wenige Tage später das gleiche Bild im Finale der Champions League. In Moskau feiern die "Red Devils" nach einem Sieg im Elfmeterschießen im rein englischen Finale von Moskau.

2008 war der zehnte Meistertitel für Sir Alex Ferguson als Trainer von Manchester United, bei allen stand Ryan Giggs im Kader. Bis heute sind es zwölf geworden - vielleicht kommt im diesjährigen Saisonfinale Meisterschaft Nummer 13 dazu...

Sebastian Kunze

Eurosport

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