Almaty - Rießle trotzt Smog bei Kokslien-Triumph

So 12.Feb. 12:42:00 2012

Mikko Kokslien hat der Weltcup-Premiere der Nordischen Kombinierer im kasachischen Almaty seinen Stempel aufgedrückt. Der Norweger gewann am Sonntag auch den zweiten Wettbewerb, nachdem er bereits am Samstag erfolgreich gewesen war. Fabian Rießle aus Breitnau verpasste das Podest als Vierter.

German skier Fabian Riessle competes during the 11th FIS World Cup Nordic Combined competition on January 14, 2012 in Chaux-neuve - 0

In 25:24,2 Minuten verwies Kokslien den Japaner Akito Watabe und den Österreicher Bernhard Gruber auf die Plätze.

Rießle rückte im Gesamtweltcup unter die besten Zehn. Das Klassement wird weiter vom Franzosen Jason Lamy Chappuis angeführt, der Platz sechs belegte.

Schwarzer Auswurf

Almaty fordert ganze Kerle. Mit dieser Erfahrung, aber auch mit dem einen oder anderen positiven sportlichen Ergebnis, kehren die Nordischen Kombinierer von der Weltcup-Premiere aus Kasachstan zurück. Kaputt gefahrene Langlaufski und schwarzer Auswurf beim Husten wegen der wie eine Glocke über Almaty hängenden Smogwolken waren die unangenehmen Begleiterscheinungen des Wettkampfwochenendes.

Positiv kamen bei den Athleten die hervorragenden neuen Sportstätten an. Mit den Plätzen zwei für Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) und vier für Fabian Rießle (Breitnau) hatten die deutschen Kombinierer handfeste Resultate erreicht. Der Norweger Mikko Kokslien drückte der Veranstaltung mit zwei souveränen Siegen seinen Stempel auf.

Lob für Kircheisen

"Weltcuppunkte werden hier wie überall vergeben. Wir haben keinen Einfluss auf das Wetter und die äußeren Bedingungen", meinte Trainer Ronny Ackermann, der den daheimgebliebenen Chefcoach Hermann Weinbuch als Verantwortlicher vertrat. Der ehemalige Weltmeister lobte die Schanze, aber auch die Streckenauswahl. "Dass die Loipe sehr schmutzig war, lag am Smog. Und an der Unerfahrenheit der örtlichen Organisatoren bei der Präparation. Da könnte es bei der nächsten Veranstaltung hier ein wenig besser zugehen", sagte Ackermann.

Von den Leistungen der Athleten war er angetan. "Wir haben uns springerisch sehr stabil gezeigt, sind vorn dabei. Und im Lauf sind wir ohnehin sehr gut aufgestellt", bemerkte Ackermann. Besonders mit Kircheisen war er zufrieden. Tags zuvor hatte der Sachse seinen ersten Saisonsieg nur deshalb verpasst, weil Kokslien derzeit in einer unglaublich starken Verfassung ist. Selbst Weltcup- Spitzenreiter Jason Lamy Chappuis (Frankreich) kann dem nun dreifachen Saisonsieger in der Loipe nicht mehr Paroli bieten.

"Man sieht den Aufwärtstrend"

"Ich hätte gern gewonnen, aber Kokslien war eine Nummer besser", sagte Kircheisen. Er war bis 1,5 Kilometer vor dem Ziel allein vornweg gelaufen, ehe der Norweger vorbeizog. Kircheisen hustete den Ruß aus seinen Lungen, war aber nicht unzufrieden. "Man sieht den Aufwärtstrend", meinte der Routinier, der endlich auch auf der Schanze überzeugte. Platz 15 am Sonntag war eine Folge der großen Zeitabstände, die der Großteil des Feldes auf den zweifachen Sprungbesten Akito Watabe (Japan) und Bernhard Gruber (Österreich) hatte. Nur Kokslien konnte die Lücke schließen.

Und das auf einer Strecke, die zu den interessantesten im Weltcup gehört. Mit dem ständigen Auf und Ab erinnerte sie eher an eine Motocross-Strecke als an eine Langlauf-Loipe. Zudem machte der Smog den Schnee stumpf. Die deutschen Skitechniker hatten nach eineinhalbstündigen Skitests schwarze Bretter unter den Füßen.

Im tiefsten Osten

Mit diesen Bedingungen kam am Sonntag von den DSV-Assen Rießle am besten zurecht. Der Schwarzwälder stürmte als Vierter ins Ziel und rückte im Gesamtweltcup auf Platz neun nach vorn. "In der entscheidenden Phase bin ich noch ins Straucheln geraten. Aber es ist zum Glück gut gegangen. Nachdem ich mich am Samstag überhaupt nicht wohlgefühlt habe, ging es heute richtig gut", meinte der 21-Jährige und war auch angetan von der neuen Erfahrung:

"Das war was ganz anderes als in Europa. Es ist schon interessant mitzuerleben, wie es im tiefsten Osten zugeht."

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Gerald Fritsche / dpa

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