Rallye-Titelkampf wieder enger

So 11.Sep. 12:31:00 2011

Mit seinem Sieg bei der Australien-Rallye hat der Finne Mikko Hirvonen den Kampf um den WM-Titel wieder spannender gemacht. Der Ford-Pilot feierte in Coffs Harbour seinen ersten Saisonerfolg seit dem Auftakt in Schwede und hat nun wieder Chancen, Seriensieger Sebastien Loeb abzulösen.

Hirvonen - 0

Teamorder und eine Unachtsamkeit von WM-Spitzenreiter Sebastién Loeb haben den Kampf um den Rallye-WM-Titel angeheizt. Nachdem der siebenmalige Weltmeister beim WM-Lauf in Australien zu Beginn durch einen Unfall mit seinem Citroen jegliche Siegchancen verspielt hatte, wurde der Weg für seinen finnischen Ford-Verfolger Mikko Hirvonen regelrecht freigemacht.

"Ich muss meinem Team ein großes Dankeschön sagen und auch Jari-Matti dafür, dass er langsamer gefahren ist", sagte Sieger Hirvonen, der von seinem Rennstall an dem bis dahin führenden Latvala vorbeigelotst worden war. "Ich bin zurück im Spiel", stellte der neue WM-Zweite zufrieden fest.

Drei Läufe stehen noch aus

Bis auf 15 Punkte kam Doppel-Profiteur Hirvonen an Loeb im Klassement heran. Drei Läufe - in Frankreich, Spanien und Wales - stehen noch aus. Dritter ist mit 29 Punkten weniger auf dem Konto Loebs Markenkollege und Landsmann Sebastién Ogier.

Auch er musste sich der Order seines Teams beugen - zugunsten Loebs, der als Zehnter in Down Under noch einen Platz vor Ogier landete und unterm Strich vier Punkte rettete. "Ich habe eine Anweisung vom Team bekommen und diese respektiert", meinte Ogier. Da er deswegen aber leer ausging, sanken seine WM-Chancen deutlich.

"Das Team hat auf dieser Rallye dieser Entscheidung getroffen, weil es großen Druck von Mikko (Hirvonen) gibt, der die Lücke nach unserem Fehler geschlossen hat", erklärte Loeb, der am Freitag ebenso wie Ogier bei extrem schmierigen Verhältnissen von der Strecke abgekommen war. Beide konnten den zehnten WM-Lauf aber am Samstag fortsetzen.

Zweiter Saisonerfolg für Hirvonen

Den Sieg machten aber andere - buchstäblich - unter sich aus. Nachdem Latvala, der als Vierter praktisch keine Chancen mehr auf den Titel hat, in Führung gelegen hatte, trat er auf die Bremse. Am Ende hatte er 14,7 Sekunden Rückstand im Ziel in Coffs Harbour auf Hirvonen, der wiederum zum dritten Mal in Serie die Australien-Rallye gewann. "Ich denke gar nicht an mich als Sieger dieser Rallye, sondern an das gesamte Team, das exakt das geschafft hat, was es wollte", meinte Hirvonen nach dem zweiten Saisonerfolg für ihn und sein Ford-Team.

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Jens Marx / dpa

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