Grand Prix China - Räikkönen: "Die Strecke gefällt mir"

Mi 11.Apr. 08:44:00 2012

Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen fuhr bei den ersten beiden Rennen nach seinem Comeback auf Anhieb zweimal in die Punkteränge. Im Interview spricht Räikkönen über die ersten beiden Formel-1-Rennen nach dreijähriger Pause, über das Potenzial des E20, über seine Erwartungen für den Grand Prix von China.

Kimi Räikkönen Lotus 2012 - 0

Kimi, wie fühlst du dich nach deinen ersten beiden Rennen nach langer Pause?

Kimi Räikkönen: "Ich würde sagen, zwei Rennen sind gefahren, 18 stehen noch an. Bisher lief es für mich ganz gut und die Rennen unterscheiden sich nicht davon, was ich aus der Vergangenheit gewohnt war. Der E20 fühlt sich gut an. Lediglich an der Lenkung müssen wir noch arbeiten um sie so hinzubekommen, wie ich mir das vorstelle. Das wird aber in Kürze der Fall sein. Die Geschwindigkeit des Autos ist jetzt schon gut - sowohl im Qualifying als auch im Rennen. Meine Startpositionen waren bei den ersten beiden Rennen nicht berauschend, aber dafür gibt es Gründe. In Australien wären wir unter normalen Umständen nicht von so weit hinten losgefahren und in Malaysia kostete uns der Getriebewechsel unterm Strich auch Platzierungen im Rennen, aber das ist Motorsport."

Das Potenzial des E20 scheint sehr groß zu sein. Wie schätzt du es ein?

Räikkönen: "Ich kann mich nicht beschweren. Das Auto erwies sich in beiden Qualifyings als sehr schnell. Romain fuhr in Australien die drittschnellste Zeit, ich in Malaysia die fünftschnellste. Dabei hätte ich in Sepang sogar noch mehr herausholen können. Bei meinem letzten Versuch in Q3 machte ich ein paar Fehler, die mich einiges an Zeit kosteten. Ohne diese Fehler wäre ich wohl auf Platz drei oder vier gelandet. Das Auto war dazu auf jeden Fall in der Lage."

Mit der schnellsten Runde am Sonntag machtest du deutlich, dass auch das Tempo im Renntrimm stimmt. Wie beurteilst du den Grand Prix von Malaysia rückblickend?

Räikkönen: "Grundsätzlich war es angesichts der Bedingungen ein sehr schwieriges Rennen. Ich entschied mich dafür, dass es das Beste sei, den fünften Platz nach Hause zu bringen. Als ich das erste Mal mit Slicks rausging, war es so dunkel, dass man die trockene Spur kaum sehen konnte. Als ich die Ideallinie dann ausmachen konnte, fuhr ich nur so schnell wie nötig, um meine Position zu halten. Im Auto steckte zu diesem Zeitpunkt noch mehr Tempo, aber ich wollte kein unnötiges Risiko eingehen. Die schnellste Rennrunde ist schön, aber nicht vergleichbar mit einem Sieg."

Wie kamst du mit den Pirelli-Regenreifen zurecht?

Räikkönen: "Ich war das erste Mal mit der neuesten Generation der Regenreifen unterwegs. Als die Ampel ausging, ließ ich es zunächst ruhig angehen, da ich nicht wusste, wie sich die Reifen verhalten würden. Da ich zuvor lediglich eine Installationsrunde damit unterwegs war, wussten wir nicht einmal, wie wir den Frontflügel für Regen einstellen sollten. Der Start an sich war aber gut, ich konnte sofort ein paar Positionen gutmachen. Dann gab es vor mir einen Zwischenfall und ich musste wie schon in Australien übers Gras ausweichen. Dabei verlor ich wieder ein paar Plätze, aber immerhin kam ich heil durch die erste Runde."

Wie beurteilst du den Shanghai International Circuit?

Räikkönen: "Für mich ist es nicht mehr und nicht weniger als eine weitere Rennstrecke. Ich habe keine ausgewiesenen Lieblingsstrecken. In Bezug auf die Anforderungen ans Auto ist Schanghai dem Albert Park und Sepang recht ähnlich. Wir sollten also wieder gut aussehen. Zudem haben wir einige neue Teile dabei, die sich positiv auswirken sollten. Wo wir damit genau stehen, müssen wir aber abwarten, da ich mir sicher bin, dass auch die anderen Teams Updates im Gepäck haben werden."

In der Vergangenheit warst du in China recht erfolgreich. Gehst du mit einem guten Gefühl ins Rennen dort?

Räikkönen: "Im Jahr 2007 gewann ich dort. Das war natürlich ein großartiges Gefühl, da mir der Sieg den Weg zum Titel ebnete. Die Strecke an sich gefällt mir gut, es gibt einige gute Überholmöglichkeiten. Mit unserem Auto bin ich ebenfalls zufrieden. Lasst uns abwarten, was wir auf dieser Strecke erreichen können."

Wie beurteilst du die Entwicklungsarbeit am E20 und dein Verhältnis zum Team?

Räikkönen: "Jeder im Team gibt alles, um uns auf dem richtigen Weg zu halten. Das Positive ist, dass unser Auto bisher auf allen Strecken schnell war. Angesichts des Wetters und anderer Umstände, die außerhalb unserer Kontrolle lagen, konnten wir bisher nicht das volle Potenzial ausschöpfen. Was mein Verhältnis zum Team angeht, kann ich nur sagen, dass ich mich sehr wohl fühle. Es ist offensichtlich, dass die Jungs im Team genau wie ich 'Racer' sind. Das ist immer die beste Voraussetzung, um gute Ergebnisse einzufahren."

VIDEO - GP China: Eine Runde mit Sebastian Vettel

GP China: Eine Runde mit Sebastian Vettel

TV-Tipp:

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