Bundesliga - Erleichterung und riesige Vorfreude

Sa 07.Apr. 23:10:00 2012

Borussia Dortmund ist bereit für das große Duell mit dem FC Bayern, das Jürgen Klopp aber nicht überbewerten will. In Wolfsburg mussten die Borussen bis zur Schlussminute um den Sieg zittern. Dann aber erlöste Robert Lewandowski sein Team und vor allem seinen Trainer von der beklemmenden Anspannung.

Borussia Dortmund Klopp Lewandowski 2012 Bundesliga - 0

Von Felix Mattis

Dass enorm viel Druck abfiel, war nicht zu übersehen: Wie von der Kette gelassen stürmte Jürgen Klopp in der 90. Spielminute auf seinen Doppel-Torschützen zu.

In der Nähe der Eckfahne wurde der Trainer zum ersten Gratulanten von Robert Lewandowski nach dessen Sieg-Treffer zum 3:1.

"Ich war sehr erleichtert, weil es am Ende nochmal eng wurde", erklärte Klopp anschließend gegenüber "Liga-Total".

Angst vor dem Déjà-vu

Zuvor hatten die Borussen zittern müssen. Wie gegen Stuttgart war der BVB mit 2:0 in Führung gegangen, kassierte dann aber den Anschlusstreffer. Doch der Meister hat aus der Vorwoche gelernt, blieb in Wolfsburg ruhig und versuchte nicht nur das 2:1 über die Runden zu bringen, sondern spielte auf 3:1.

"Wer ganz oben mitspielen will, der muss mit Nervenkitzel zurechtkommen", befand Klopp und lobte sein Team daher anschließend zu Recht: "Es ist sensationell, wie wir auf diesem Niveau spielen."

BVB übt für den FC Bayern

Tatsächlich war es vor allem die Ruhe der Dortmunder, die beeindruckte. Während sich die 6.000 mitgereisten Fans, die aus dem Auswärts- beinahe ein Heimspiel machten, durch den Anschlusstreffer von Mario Mandzukic ans Stuttgart-Spiel erinnert sahen, ließen sich die Spieler nicht aus der Bahn werfen. Die Borussen agierten über die gesamte Distanz sehr geduldig und überzeugten mit sicherem Kurzpassspiel: Mehr als 83 Prozent der Pässe kamen an.

Dortmund schien ansatzweise bereits seine Spielweise für das Titel-Duell gegen den FC Bayern am Mittwoch (ab 20:00 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de) einzustudieren. Gegen den Rekordmeister trat der BVB schließlich auch im Hinspiel bereits deutlich abwartender auf als gegen alle anderen Bundesliga-Teams. "Es ist nicht so, dass wir Wolfsburg einfach herspielen - niemand macht das, wenn sie so gut drauf sind", erklärte Klopp die Herangehensweise seiner Mannschaft.

Gündogan drängt sich weiter auf

Für das Spitzenspiel steht der BVB-Coach nun vor der Qual der Wahl. Sven Bender ist wieder fit, doch sein Vertreter Ilkay Gündogan spielte sich in den vergangenen Partien in Top-Form, schoss in Wolfsburg das 2:0. "Wir sind in einer sehr guten Verfassung und können am Mittwoch gewinnen", sagt der Ex-Nürnberger.

Die Vorfreude auf das Gastspiel der Bayern im Signal Iduna Park ist groß. "Es wird ein einzigartiges Spiel für jeden: Mittwochabend, Flutlicht, ausverkauftes Stadion", blickt Torhüter Roman Weidenfeller voraus und Klopp ergänzt: "Wir wollen den 80.000 ein Spektakel bieten. Wir werden alles in die Waagschale werfen, was wir draufhaben."

Weil auch die Münchener gegen den FC Augsburg gewannen und der Vorsprung der Borussen somit bei drei Punkten stehenblieb, sehen viele in der kommenden Partie bereits die Vorentscheidung im Titelrennen.

Nur eine Meinung zählt

Klopp aber will die Bedeutung des Spiels am Mittwoch nicht überbewertet sehen. "Meines Wissens sind danach noch vier Spiele und damit zwölf Punkte zu vergeben. Wir spielen noch gegen Schalke und Gladbach, also gibt es meiner Meinung nach am Mittwoch keine Vorentscheidung", sagt er und gibt dem in seiner typischen Art Nachdruck: "Und das ist für mich ehrlich gesagt die einzig relevante Meinung."

Während Klopp auf der Doppel-Sechs mit Gündogan, Bender und Sebastian Kehl nun ein Überangebot hat, scheint ihm seine Alternative für die Außenbahn gegen München nicht zur Verfügung zu stehen. Ivan Perisic musste nach einer starken Leistung in Wolfsburg wegen muskulären Problemen ausgewechselt werden. "Bei ihm ist die Wade zugegangen. Wie schnell das jetzt geht, weiß ich nicht", so Klopp.

Ronaldo trifft auf Ronaldo

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