Frauen-WM - Nagasato: "Fußball ist nicht nur Physis"

Do 07.Jul. 20:09:00 2011

Stresstest missglückt, Insider-Tipps erwünscht: Nach ihrem deftigen WM-Rückschlag machten sich Japans Fußball-Frauen für das große Viertelfinal-Kräftemessen mit Titelverteidiger Deutschland Mut. "Fußball ist nicht nur Physis", redete Potsdams Angreiferin Yuki Nagasato ihre "Nadeshiko" stark.

Frauen-WM - Japans Elf macht sich Mut

"Ich habe keine Angst. Ich kenne ja alle Spielerinnen", so Nagasato. Die Bilanz der Asiatinnen ist jedoch verheerend: Bei drei WM-Duellen gab es für Japan bislang drei Niederlagen und 0:6-Tore gegen Deutschland.

"Wir wollen immer noch ins Finale dieser WM kommen", bekräftigte Japans Coach Norio Sasaki nach dem 0:2 im Gruppen-Endspiel gegen England fast schon trotzig. Dabei war die erste WM-Pleite der hoch gewetteten Japanerinnen um Spielführerin Homare Sawa mehr als nur eine einfache Niederlage im Kampf um den Gruppensieg. Fast schon wie eine Blaupause für das kommende Spiel gegen Deutschland wirkte das nett anzuschauende, aber vergebliche Aufbäumen der körperlich unterlegenen "Nadeshiko" gegen die Kickerinnen aus dem Fußball-Mutterland.

"Technisch die ausgereifteste Mannschaft"

Japan machte über weite Strecken das Spiel, die nach zuvor nur durchwachsenen Leistungen auftrumpfenden "Three Lionesses" durch Ellen White (15. Minute) und die Rachel Yankey (66.) die Tore. "Wir haben heute einiges gelernt. Das war eine Lektion für meine Spielerinnen", gestand Sasaki kleinlaut, der vor allem mit der Zweikampf-Schwäche und der mangelnden Chancenausbeute seiner Auswahl haderte. "Wir haben nicht die Leistung gezeigt, die wir zeigen können."

Nichts wurde es so aus dem erhofften ersten WM-Sieg gegen ein europäisches Team, und nun wartet ausgerechnet Deutschland. 1995, 2003 und 2007 gab es für Japans Fußball-Frauen nichts gegen das Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu holen, doch Sasaki setzt auf die Spielstärke seiner Frauen. "Wir sind vorbereitet. Wir sind in der Lage, diesen nächsten Schritt zu gehen und zu bestehen." Zuspruch erhielt die "Nadeshiko" von Englands Trainerin Hope Powell: "Japan ist technisch die ausgereifteste Mannschaft hier."

England macht vor, wie es geht

Powell konnte sich das großzügige Lob leisten, immerhin hatte sich ihr Team dank einer beeindruckenden kämpferischen Leistung im WM-Rennen zurückgemeldet. Im Kampf gegen das drohende Vorrunden-Aus hatte der Vize-Europameister die besten englischen Fußball-Tugenden in die Waagschale geworfen und den Japanerinnen so den Schneid abgekauft.

"Wir haben das japanische Spiel erstickt", lobte Powell - und gab ihrer deutschen Kollegin Silvia Neid damit den perfekten Anschauungsunterricht für die Viertelfinal-Aufgabe der deutschen Frauen am Samstag gegen Japan.

TV-Tipp:

Verfolgen Sie alle Spiele der Frauen-Fußball-WM in Deutschland vom 26. Juni bis 17. Juli live im TV auf Eurosport und im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de. Außerdem gewährt die Nationalspielerin Simone Laudehr auf eurosport.yahoo.de regelmäßig Einblicke in das DFB-Team. Dazu halten wir Sie mit Hintergrundberichten, Interviews und Video-Highlights täglich auf dem Laufenden.

Michael Fox / dpa

Kein Yahoo!-Nutzer? Kostenlos .