WM 2010 - Aus dem Inneren der "Roten Bestie"

Eurosport - Di 06.Jul. 09:01:00 2010

Unser Kollege und Fußball-Redakteur Jorge Ordas von eurosport.yahoo.es aus Spanien bewertet die "Furia Roja" und die Ausgangslage vor dem Halbfinal-Duell gegen Deutschland.

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"Die große Stärke unserer Mannschaft ist der Vorteil, dass sie in dieser Konstellation schon seit dem Gewinn der EURO 2008 zusammenspielt. Der einzige wichtige Spieler, der dem Team bei der WM in Südafrika tatsächlich fehlt, ist Marcos Senna vom FC Villarreal.

Nur ein Kritikpunkt an Del Bosque

Der Brasiliano-Spanier hinterlässt im defensiven Mittelfeld eine Lücke, die erst einmal gestopft werden musste. Er war aber einfach zu häufig verletzt und musste deshalb letztlich zuhause bleiben. Und jetzt macht Sergio Busquets seine Sache ja auch gut. In der Abwehr hat Gerard Pique Carlos Marchena abgelöst. Wie Busquets gehört Pique zur jüngeren Generation und spielt eine gute WM.

Es heißt, dass Spanien nicht mehr so schön spielen würde wie 2008. Aber unser Team hat bereits jetzt schon das beste Ergebnis in der spanischen WM-Historie erzielt. Vicente del Bosque hat an ein paar taktischen Stellschrauben gedreht, aber Spanien spielt weiter im 4-4-2. Die einzige Kritik, die sich Del Bosque gefallen lassen muss, ist die Aufstellung im Sturm. Torres ist total von der Rolle und gehört auf die Bank.

Nach einer notwendigen Meniskus-Operation ist er noch längst nicht wieder bei 100 Prozent. In Spanien fordern viele, dass er aus der Startelf genommen werden soll. Sein Platz könnte dann David Silva von ManCity einnehmen - er stand bisher aber nur gegen die Schweiz auf dem Platz. Torres wäre dagegen in seiner aktuellen Form ein guter Joker, aufgrund seiner Schnelligkeit ein idealer Konterspieler.

Villa will mehr!

Und jetzt zu unserem größten Trumpf. Das ist natürlich David Villa. Nachdem er beim FC Barcelona sein Autogramm unter den Vertrag gesetzt hat, ist er kaum mehr zu bremsen. Er hat jetzt in fünf Spielen fünf Treffer erzielt - und er will mehr! Deutschland muss aber auch unsere Bank im Auge behalten. Dort sitzt ein Cesc Fabregas, ein Pedro Rodriguez oder Jesus Navas. Vor allem die letzten beiden wollen Vicente del Bosque noch was beweisen, sind jung und hungrig.

Cesc ist eigentlich einer der Kreativköpfe unserer Mannschaft, er kann jederzeit den entscheidenden Pass spielen. Navas ist ein extrem schneller Flügelmann für die rechte Flanke. Pedro ist zwar nicht sonderlich schnell oder technisch versiert, aber er hat einen enormen Torriecher und steht eben immer dort, wo man stehen muss, um das Tor zu machen.

Es gibt keinen Favoriten

So wie Ihr Jungs in Deutschland, haben auch wir hier bei Eurosport Spanien über die Favoriten-Rolle diskutiert. Wir kommen aber zu einem Fifty-Fifty-Ergebnis. Ihr habt uns in Eurer Einschätzung geschrieben, dass unser Team seit 2008 mehr Erfahrung in dieser Formation sammeln konnte. Das stimmt wohl. Aber wenn man über Weltmeisterschaften spricht, dann habt Ihr weitaus mehr Erfahrung.

Deutschland hat sich das gesamte Turnier über als sehr kompakte und ernst zu nehmende Einheit präsentiert. England und Argentinien waren starke Mannschaften, taktisch aber nicht sonderlich schlau organisiert. Jetzt treffen sowohl Spanien als auch Deutschland im Halbfinale eben auf einen Gegner, bei dem dies definitiv anders sein wird."

  • Vorschau: Deutschland gegen Spanien

TV-Tipp:

WM total bei Eurosport! Täglich ab 22:30 Uhr LIVE aus Johannesburg: „Soccer City“, das Eurosport-WM-Magazin mit Arsène Wenger, Patrick Kluivert und Roger Milla, präsentiert von Moderator Gernot Bauer.

Jorge Ordas von Eurosport Spanien / Eurosport

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