Champions League - Real im Hinterkopf, Hoeneß rastet aus

Mi 04.Apr. 09:22:00 2012

Nach dem souveränen Einzug ins Halbfinale der Champions League herrscht beim FC Bayern Zufriedenheit und Zuversicht. Vor allem Doppeltorschütze Ivica Olic war überglücklich. Doch Marseille war gestern, die Vorfreude auf die anstehenden Herausforderungen ist bereits spürbar.

2011/2012 Bayern Gomez Lahm Ribery - 0

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

Er genoss den Auftritt in vollen Zügen. Ivica Olic war überglücklich nach dem souveränen Sieg gegen Olympique Marseille.

Der Kroate glänzte als Vollstrecker und trug die zwei Tore zum 2:0 im Viertelfinal-Rückspiel bei. "Das ist ein sehr schönes Gefühl. Definitiv", sagte Olic zu eurosport.yahoo.de.

Vor allem das Gefühl, "müde und glücklich" zu sein, habe er in den vergangenen Monaten als Dauerbankdrücker vermisst, gab er zu. Sein Doppelpack war auch ein Zeichen Richtung Zukunft, die entgegen aller bisherigen Meldungen doch noch nicht klar ist.

"Wir spielen jetzt alle drei Tage. Es gibt die Option, ein Jahr beim FC Bayern zu bleiben. Ich habe mich noch nicht entschieden, das mache ich erst in Ruhe nach der Saison", verriet er. Der Transfer zum VfL Wolfsburg ist demnach nicht in trockenen Tüchern.

Der Einzug ins Halbfinale der "Königsklasse" für die Münchner hingegen schon. Nach einem 2:0 im Hinspiel war die Ausgangslage vor dem Duell in der Arena komfortabel: "Es war wichtig, dass wir mit der richtigen Einstellung in das Spiel gehen. Das hat geklappt. Und ich freue mich natürlich zusätzlich, dass wir zu null gespielt haben", bilanzierte Keeper Manuel Neuer, der mit einigen Glanzparaden seinen Kasten sauber hielt.

Hoeneß: "Riesen-Sauerei"

Dessen Leistung war Anlass genug für Präsident Uli Hoeneß in der Mixed Zone zu explodieren. Einen Journalisten, der nach dem Spiel eine überwiegend negative Zwischenbilanz für den Keeper veröffentlichte, nahm er sich direkt zur Brust und schrie ihn an:

"Was Ihre Zeitung in den letzten Tagen wieder mit Manuel Neuer gemacht hat, ist eine Riesen-Sauerei! Schreiben Sie eigentlich auch über die Paraden, mit denen er uns Spiele rettet? Das ist eine Sauerei, merken Sie sich das! Merken Sie sich das!"

Nach dem souveränen Einzug ins Halbfinale der Champions League herrscht beim FC Bayern Zufriedenheit und Zuversicht. - 2 Dieser Anflug der schlechten Laune blieb allerdings ein Strohfeuer, es überwog insgesamt die Zufriedenheit über das Erreichen des Halbfinales. Der große Traum vom Endspiel lebt weiter. Schon jetzt kreisen so manche Gedanken um den nächsten Gegner, der mit hoher Wahrscheinlichkeit Real Madrid heißen wird.

"Real schon bei jedem im Hinterkopf"

"Nein, ich spüre noch kein Kribbeln", betonte Toni Kroos zwar auf Nachfrage von eurosport.yahoo.de. "Wir haben uns tatsächlich voll auf Marseille konzentriert und vor Real warten noch schwere Aufgaben." Wohl wahr: Am Samstag ist der FC Augsburg zu Gast, dann geht es zum "Meisterschafts-Endspiel" zu Borussia Dortmund.

Dennoch gestand er ein: "Die Partie ist natürlich schon bei allen im Hinterkopf. Wenn man ein Halbfinale gegen Real Madrid hat, braucht man das nicht abzustreiten."

Auch Franck Ribéry, der im Rückspiel enorm aufdrehte und zu den überragenden Akteuren gehörte, blickte schon auf das Duell mit den "Königlichen" voraus. "Das wird sicherlich ein großes Spiel. Aber wir sind Bayern München, das Finale ist unser Ziel und ich denke schon, dass wir eine große Chance darauf haben."

Warum auch nicht? Das Bewusstsein, das Tal zu Beginn des Jahres durchschritten zu haben, macht den deutschen Rekordmeister noch stärker. Gegen Marseille blitzte einmal mehr die spielerische Klasse auf, der Ball lief flüssig durch das Mittelfeld, jeder arbeitete konsequent mit nach hinten.

"Zwischendurch hatte man ein bisschen das Gefühl, dass man etwas verspielen könnte, aber glücklicherweise sind wir in die Erfolgsspur zurückgekehrt", weiß Kroos und fügte an: "Seit einigen Spielen haben wir eine gute Serie, das gibt uns natürlich Selbstvertrauen. Zudem haben wir uns in allen drei Wettbewerben die Möglichkeit offen gehalten, alles zu gewinnen."

VIDEO - Neuer: "Denke noch nicht an Real"

ITW Neuer

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