EURO 2012 - EM in Deutschland? "Alternative ist da"

Di 01.Mai. 11:45:00 2012

Nach der öffentlichen Kritik an EM-Gastgeber Ukraine hat die deutsche Polizeigewerkschaft die Machbarkeit einer kurzfristige Verlegung der Spiele nach Deutschland bestätigt. Bereits vor einem Jahr hätten sich die UEFA, der DFB und das Bundesinnenministerium zu diesem Thema an einen Tisch gesetzt.

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"Fakt ist: Es gibt in der Schublade einen Alternativplan. Danach ist Deutschland in der Lage, kurzfristig die ukrainischen EM-Spiele zu übernehmen", erklärte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, gegenüber "Bild am Sonntag".

UEFA-Turnierdirektor Martin Kallen hatte einen kurzfristigen Wechsel von Spielen der Fußball-Europameisterschaft von der Ukraine nach Deutschland aber ebenso ausgeschlossen wie DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. "Mit dem Gedanken beschäftigen wir uns keine Sekunde."

Niersbach: "Boykott bringt nichts"

"Die Menschen in der Ukraine haben diese Europameisterschaft verdient", so Niersbach in der "Bild". Er erteilte auch Überlegungen über einen Boykott der EM (8. Juni bis 1. Juli) eine klare Absage. "Es sind sich ja alle Entscheidungsträger einig darin, dass ein sportlicher Boykott der Europameisterschaft nichts bringen würde, mehr noch: der ukrainischen Bevölkerung sogar schadete."

Wegen des umstrittenen Umgangs der ukrainischen Regierung mit der inhaftierten früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko und seit den Bombenanschlägen in Dnjepropetrowsk wird darüber diskutiert, ob die EM in dem osteuropäischen Land als Co-Partner Polens stattfinden kann.

Das erste EM-Spiel auf ukrainischem Boden wird am 9. Juni in Charkow zwischen den Niederlanden und Dänemark angepfiffen, einen Tag zuvor bestreiten Polen und Griechenland das Eröffnungsspiel in Warschau. In Charkow sitzt Timoschenko in Haft.

Bach: "Keine Option"

Mit großer Empörung hat DOSB-Präsident Thomas Bach vereinzelte Forderungen aus der Politik, die in der Ukraine geplanten Spiele der Fußball-EM nach Deutschland zu verlegen, scharf verurteilt. Dies sei «keine Option», erklärte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

"Die Forderung zeugt von großer internationaler Respekt- und Instinktlosigkeit, weil sie über die Köpfe selbst des Mitgastgeberlandes Polen aber auch der anderen europäischen Nationen und des Veranstalters UEFA hinweg erhoben wird", schimpfte Bach, gleichzeitig Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Der deutsche Spitzenfunktionär wertete die Forderung sogar als störend. "Sie ist im Übrigen kontraproduktiv, weil sie sich auch gegen den erkennbaren Willen des ukrainischen Volkes richtet und dazu benutzt werden kann, von der politischen Diskussion über die Menschenrechte in der Ukraine abzulenken", sagte Bach und stellte klar: "Schon aus diesen Gründen ist die Verlegung von Spielen nach Deutschland keine Option."

Bereits in der vergangenen Wochen hatte der deutsche Ober-Olympier einem Boykott der EM in der Ukraine eine deutliche Absage erteilt. "Die Geschichte zeigt, wie sinn- und erfolglos Boykotte sind. Diese Einschätzung wird zwischenzeitlich allgemein geteilt", meinte der Jurist aus Tauberbischofsheim.

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dpa / Eurosport

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