Der Tour-Return

Petra Philippsen

Kampf den Stöhnerinnen

So 07.Jun. 11:37

Es ist mal wieder soweit. Fast bis zum Finale mussten wir dieses Mal darauf warten, aber irgendwann passiert es in zwei Wochen ganz normalem Grand-Slam-Wahnsinn dann eben doch: Irgendjemandem platzt der Kragen. Irgendjemand war in diesem Fall die ehrwürdige Martina Navratilova und ihre Wutrede bei einer festlichen Preisverleihung der French Open hätte Giovanni Trappatoni sicher vor Stolz die Tränen in die Augen getrieben. Die Herren Strunz, Basler und Scholl durften sich dieses Mal entspannt zurücklehnen, sie waren nicht das Thema, dafür konnten sich die Ladies Serena Williams, Maria Scharapowa, Victoria Azarenka und Michelle Larcher De Brito gleich namentlich angesprochen fühlen. Untertauchen zwecklos.

Und was wurde ihnen von der Tennis-Queen vorgeworfen? Richtig. Die Damen stöhnen einfach zu laut. Nicht in allgemeinen Lebenslagen, sondern in ganz Speziellen, nämlich auf dem Platz. Das sei nicht nur ungehörig, vielmehr unsportlich und sogar regelwidrig, sagte Navratilova und fordert ab sofort: Stöhnen muss endlich bestraft werden. Schließlich würde die Gegnerin durch die komischen Laute immens gestört und besonders Miss Larcher De Brito würde ja noch stöhnen, wenn der Ball schon längst über alle Berge sei. Diesen Namen sollte man sich übrigens merken, nicht nur, weil er einem so schwer über die Zunge geht wie Villarriba und Villabajo.

So lange keine Baywatch-Wiederholung läuft

Die 16-jährige Portugiesin aus der Bollettieri-Schmiede ist talentiert und dazu nicht auf den Mund gefallen. "Sagt etwa jemand zu Scharapowa, sie soll ruhig sein? Nein", kontert der blonde Teenager kess. Stimmt, das tut ganz sicher niemand, dem sein Leben lieb ist. Aber selbst wenn, die russische Diva hätte danach sicher nicht ihr Match verloren, so wie ihr Mini-Double. Denn Aravane Rezai hatte sich doch tatsächlich über das Gestöhne von Larcher de Brito beim Schiedsrichter beschwert. Die traf danach keinen Ball mehr. Hat super geklappt. Zugegeben, der Teenager hat das inbrünstige Geächze aber auch auf ein völlig neues Niveau gehoben. So mancher Mann dürfte sich jetzt wieder für Damentennis interessieren, zumindest, so lange keine Baywatch-Wiederholungen laufen.

Larcher de Brito macht also locker Monica Seles als bisher ungekrönter Königin der Stöhnerinnen den Titel streitig. Und schon damals war Navratilova genervt. Aber schon damals hat das Gemecker wenig genützt, es wurde fröhlich weiter gestöhnt. Denn Seles wurde zwar anhand eines Messgerätes peinlich genau vorgeführt, dass ihre Laute schon nah an die Belästigung durch einen Presslufthammer herankämen. Doch als sie den Drang für ein paar Matches tapfer unterdrückte, aber dafür ständig verlor, zitierte Seles nur kurz Goethes Götz von Berlichingen und alles war wieder beim Alten. Ob der Protest dieses Mal Erfolg hat, man weiß es nicht. Angemerkt sei aber, dass in Paris am Samstag auch männliches Gestöhne vernommen wurde. Und zwar im Doppelfinale, als Leander Paes der Ball mit Schmackes mitten ins Gesicht flog. Autsch. Den Titel hat er trotzdem gewonnen. Dem Stöhnen sei dank.

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  1. Dieses Gestöhne ist einer der Gründe, warum ich nicht gerne Damentennis gucke. Es nervt einfach und ich muss immer den Ton abdrehen. Ich finde, normales Stöhnen ist noch in Ordnung aber das, was z.B. diese Larcher de Brito da von sich gibt, ist nur noch Lärmbelästigung!

    krokuddeelVon krokuddeel, am So 28.Jun. 16:53

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