Fr 09.Okt. 09:11
Kennen wir das nicht alle? Kaum hat der goldene Herbst mal sein ungemütliches Gesicht gezeigt mit Dauerregen und zugigen Windböen, da zieht es uns doch eher mit dicker Decke auf die Couch, als dass wir uns voller Elan in körperlicher Ertüchtigung üben. Der innere Schweinehund wird eben auch nicht gerne nass.
Sollten wir da nicht ebenso ein wenig nachsichtig mit den Tennisspielern sein, die pünktlich zum "Wann-ist-die-Saison-denn-endlich-vorbei"-Endspurt in kollektives Schlappmachen verfallen? Nachsicht ja, Mitleid nein. Schließlich wird ihre Qual nicht schlecht entlohnt. Und es gibt wohl Schlimmeres, als in einem schicken Pekinger Hotel darauf zu warten, dass der Taifun-Regen vorbeizieht. Playstation geht ja immer. Zimmerservice auch.
Kraftsparend auf den Thron
Trotzdem scheinen auf der Tour wohl gerade die Energieriegel ausgegangen zu sein - bei den Topspielern wird arg geschwächelt. Roger Federer: ausgelaugt, spielt lieber Zuhause mit seinen Kids. Andy Murray: Handgelenk überlastet, Pause. Juan Martin del Potro: sich schlecht gefühlt, zu viel gefeiert oder zu wenig Fleisch gegessen. Andy Roddick: mau gespielt, Power reichte nur zum Schlägerzertrümmern - und zum Jammern: Die Damen hätten ihr Saisonfinale ja schon in zwei Wochen und sie erst einen Monat später. Unfair, jawohl.
Unfair vielleicht, aber wohl dringend nötig. Denn bei den Ladies läuft auch schon längst das Notstromaggregat. Ana Ivanovic: Akku komplett leer, Saison beendet. Amelie Mauresmo: keine Lust mehr auf Qual, Karriere wohl beendet. Maria Scharapowa: müde, vielleicht Saison beendet. Dinara Safina: böse blamiert, Zwangspause zum Tränentrocknen. Wer freut sich darüber? Richtig, Serena Williams. Ab Montag sitzt sie wieder auf dem Tennisthron. Der gehörte ihr ja ohnehin die ganze Zeit, sagt sie zumindest. Zwei Grand-Slam-Titel gewonnen, über den Rest schweigen wir aber besser. Genau wie über ihr Zweitrundenaus in Peking. Effektiv zur Nummer eins, das spart Kraft. Glückwunsch.
Erfolgsgeheimnis Hausputz
Dabei ist Miss Williams doch in Topform. Sagt sie zumindest und zeigt es jetzt auch. Die nackten Tatsachen auf dem Cover des neuen Magazins von ESPN sind nicht zu übersehen. Ob man will oder nicht. Und es ist wohl jedem Betrachter selbst überlassen, ob er dem Erfinder von Photoshop eine Danksagung schicken möchte. Vielleicht ist es aber auch schon Dank genug, dass sie zumindest in punkto Outfit dieses Mal nicht daneben greifen konnte. Möge das legendäre Catsuit bitte für immer in den Untiefen ihres Kleiderschrankes bleiben.
Doch eine Hoffnung gibt es inmitten der Schlappmacherei: Kim Clijsters. Fit wie ein Turnschuh ist die Jung-Mama, das stellte jetzt auch ein belgisches Sportlabor mit einer Reihe von Tests fest. Und was ist ihr Erfolgsgeheimnis?: "Ich habe trainiert, dann noch das ganze Haus geputzt und dann waren wir auf einer Geburtstagsfeier von Jadas Freunden." Wer traut sich da noch mit Decke auf die Couch...
Klasse Bericht Frau Philippsen, und wohl sowas von wahr. Bin leider kein Tennis Profi geworden und so kann ich mich auch nicht dazu hinreissen lassen zu sagen: Meine (Restaurant-)Saison ist jetzt fuer beendet erklaert. Nee, ich muss auch taeglich weiterkaempfen, aber das ist ja auch ok so.
Ich habe mir gerade auf espn.com mal ein Bild von S.Williams angeschaut. Da war nicht Photoshop beteiligt, das ist eine Fotomontage. Mal ganz ehrlich: dann lasse ich mich doch eher gar nicht ablichten, bevor ich auf Gedeih und Verderb an den Fotos rumbastel. Ein Witz was die Williams da macht. Die wahren Beauties im Tennis-Circuit sind Elene Dementieva und Gisela Dulko.
Irgendwie trifft der Blog inhaltlich wirklich den Nagel auf den Kopf. Ist es diese Saison schlimmer als in den Vorjahren? Irgendwie wird man dieses Gefühl nicht los. Ganz groß im Schlappmachen auch die deutschen Tennisprofis. Gäbs dafür eine Weltrangliste dann würde Germanien die Top 10 dominieren.
@ ts.bali
ein wunderhübsches statement von dir, herrrrrlich!
Bei Ivanovic ist war der Akku nicht leer. In Peking hatte sie eine Infektion der Atemwege und dies wäre eh ihr letztes offiziel angekündigtes Turnier gewesen (Ausnahme Linz evtl. noch...)....Aber ansonsten ordentlicher Bericht...
@fuzzimartin:
Das ist nicht ganz richtig. Ana hat schon nach ihrem Aus in New York darüber geklagt, sie würde eine Pause brauchen und hat mit dem Gedanken gespielt, die Saison vorzeitig zu beenden. Die Absage in Peking kam daher nicht überraschend. Bleibt ihr umso mehr Zeit, mit frischem Akku in die neue Saison zu starten...
Beste Grüße
Petra Philippsen
Umso mehr können wir uns nächste Saison auf das Comeback von Justine freuen, dann wird Belgien wohl rocken.
Konkurrenz gibts im Damentennis in der Tat kaum noch!
@ Petra
Sie wollte die Pause nehmen, aufgrund der frustrierenden Saison, nicht wegen "leerem Akku" !
Die Power und Ausdauer war ja da gewesen, nur der Kopf war meist woanders. Aber was solls, habe mich deswegen nicht so kleinkariert. Weitehin lustige Blogs wünscht sich
fuzzimartin
Da bemühen sich aber wirklich nahezu alle um eine heile Welt diesmal nach dem Desaster im letzten Blog. Vielleicht sollten nicht nur manche Tennis Spieler hin und wieder eine Auszeit nehmen. Wir sind alle Menschen und manchmal hauen wir voll daneben. Warum auch nicht. Alles Liebe
Hier schließ ich eine Pause ein,
solange sie bewart der Stein ,
macht sie der Welt sich offenbar.
Orpheus
Decken wir unser allseits geliebtes Schneggchen Petra, für die vielen
hübschen Formulierungen in ihren Beiträgen, mit Poesie ein 
Ein Wort
Ein Wort ist nicht durchsichtig und unveränderlich wie ein Kristall.
Es ist die Hülle eines lebendigen Gedankens und kann je nach
den Umständen und der Zeit, in der es gebraucht wird, Farbe und
Bedeutung wechseln.
Oliver Wendell Holmes
@ fuzzimartin:
"Leerer Akku" schließt doch das mentale Ausgelaugtsein mit ein - besonders bei Tennisspielern. Das soll jetzt auch nicht kleinkariert klingen... Du hast das schon richtig erkannt. Und hoffen mir mal, dass sie gestärkt zurückkommt, sie fehlt dem Damentennis.
Beste Grüße
Petra Philippsen
Bitte Anmelden um einen Kommentar einzutragen