Der Tour-Return

Petra Philippsen

Mach's wie die Rolling Stones

Fr 25.Sep. 09:55

Mick Jagger

Es gibt doch tatsächlich elementare Erkenntnisse, die uns Mick Jagger mit auf den Weg gegeben hat. Dass Alkohol nicht optimal konserviert, ist die eine. Dass man keinen Deut darauf geben darf, wenn jemand die Worte "Abschied" und "letztes Mal" in den Mund nimmt, die andere. Wie oft pilgerten wir zum wirklich-ganz-ehrlich-ohne-Widerruf-allerletzten Konzert der Rolling Stones, die danach auf keinen Fall in diesem oder im nächsten Leben wieder eine Bühne betreten wollten.

Klar, da bezahlt man doch gerne 200 Euro für ein Stehplatzticket. Bis es kurz darauf wieder "Hello again" hieß am Murmeltiertag. Vor gefühlten 20 Jahren war das erste Abschiedskonzert, sie singen immer noch. Und das Volk pilgert weiter. Das nennt man wohl Abschied auf Raten. Oder einfach Ausbeutung der Lemminge.

Mangelware selbstironische Schizophrene

Sind wir deshalb sauer? Mitnichten. Höchstens vielleicht darüber, dass die Masche inzwischen reichlich Nachahmer angezogen hat. Denn bisher konnten wir uns immer darauf verlassen, dass das "Ich bin dann mal weg" eines Sportlers auch wirklich hieß: Ich komme ab morgen nicht mehr zur Arbeit. Weg ist weg.

Und seien wir ehrlich, bei manchen waren wir doch froh, dass sie ihr Tätigkeitsfeld mehr in den häuslichen Bereich verlegten. Manchen trauerten wir allerdings länger nach, wie zum Beispiel Goran Ivanisevic. Wie viele selbstironische Schizophrene laufen denn schon im Tenniszirkus herum? Richtig, zu wenige.

Doch momentan ist es Mode geworden, den Rücktritt vom Rücktritt zu erklären. Schwupps ist man nach den "Ich habe die Nase voll und komme nie mehr wieder"-Schwüren schneller wieder da, als man Hop Sing sagen kann. Bei Kim Clijsters haben wir uns gefreut, die sympathische Mama Elastigirl hatte uns auch wirklich gefehlt im oft trostlosen Damentrott. Und ihr Sieg bei den US Open klang doch wie ein Märchen, das sie ihrer kleinen Jada vor dem Einschlafen vorlesen würde. Wunderbar.

Gekommen, um zu bleiben

Was aber halten wir denn jetzt von der unerwarteten Rückkehr von Justine Henin? Zugegeben, ihre einhändige Rückhand ist die beste weit und breit, sieben Grand-Slam-Titel und 116 Wochen als Nummer eins sprechen für sich. Sie ist ja auch schließlich nicht wegen chronischer Erfolglosigkeit zurückgetreten, sondern mit klassischem Burn out.

Nun sei die Batterie aber wieder voll, das Privatleben wohl doch nicht so aufregend, also geht es zurück auf den Tennisplatz. Ganz Belgien ist aus dem Häuschen, klar, plötzlich ist man wieder wer im Tennisuniversum. Fast so, als wenn Steffi und Boris zurückkehrten, Gott bewahre.

Und sollten nicht gerade wir gewarnt sein vor kuriosen Comeback-Versuchen? Hatten wir uns nicht erst im Mai leicht peinlich berührt abgewendet, als Michael Stich plötzlich wieder den Schläger schwang? Gut, Henin ist deutlich jünger. Aber so richtig geliebt wurde sie eben auch nicht. Erfolg hin oder her. Zu verbissen wirkte die schmächtige Belgierin, ihre Dominanz oft ein wenig langweilig. So bitter es ist.

Aber das kommt wohl davon, wenn man sich über das chaotische Bäumchen-wechsel-dich-Spiel um die Nummer eins beschwert. Kommt Henin eben zurück. Und sie ist gekommen, um zu bleiben. Sagt sie zumindest. Und irgendwie rechnet sie doch insgeheim schon mit dem Titel bei den Australian Open. Wir verkneifen uns ein geflüstertes "Nachmacherin" und pilgern zum nächsten Stones-Konzert.

 

Alle Einträge in der Übersicht

  • Bemerkung1 - 11 von 11
  1. Hallo Tante Petzi,
    wir können nicht einschlafen, erzählst du uns ein schönes Gutenachtmärchen von der großen, weiten Tenniswelt und deinen Connections zu den Stars.

    sentenzcaVon sentenzca, am Fr 25.Sep. 10:20

    Missbrauch melden

  2. wieder einer der artikel, die eher gezwungen geschrieben erscheinen. viel text um nix

    marian_grossVon marian_gross, am Fr 25.Sep. 10:41

    Missbrauch melden

  3. Humor sieht anders aus - alles irgendwie Flach wie eine Scholle

    freibieralleVon freibieralle, am Fr 25.Sep. 11:26

    Missbrauch melden

  4. bin mal gespannt ob henin ihren letzten noch fehlenden grand slam titel holt - den in wimbledon.
    @freibieralle: müssen blogs bei dir eigentlich generell immer lustig sein? komische ansicht.

    karlheinz44Von karlheinz44, am Fr 25.Sep. 14:07

    Missbrauch melden

  5. lustig nicht zwingend, aber gut - der ist gar nichts!

    freibieralleVon freibieralle, am Fr 25.Sep. 14:24

    Missbrauch melden

  6. Was für ein Schwachsinn !
    Keiner von den Rolling Stones hat jemals davon gesprochen, dass eine Tour die letzte sein könnte. Ganz im Gegenteil haben sowohl Mick Jagger als auch Keith Richards immer wieder betont, wie sehr ihnen das Touren noch immer Spass macht und sie nicht an´s Aufhören denken.
    Das ist mal wieder ein typisches Beispiel, wie jemand Schrott aus seinem Kleinhirn zieht um einen dämlichen Artikel zu schreiben, der jeder Grundlage entbehrt.

    glerschVon glersch, am Fr 25.Sep. 14:27

    Missbrauch melden

  7. ich finde den Artikel gut. die rolling stones mochte ich nie, war auch nie auf nem konzert von den vergilbten Rockern. Und der Vergleich passt wirklich. Henin wird kaum den Erfolg haben den clyjsters hatte, glaube ich zumindest. Irgendwo ist es auch nicht schlimm wenn sich ein Michael Stich zum verbissenen Affen macht, vielleicht ein wenig peinlich. Manchmal ist es einfach vorbei, das muss man als Mensch wohl akzeptieren, zunaechst die koerperliche fitness, genau wie die schoenheit, und dann sogar das leben. so soll es sein und es ist gut so wie es ist.

    jkbw00Von jkbw00, am Sa 26.Sep. 06:40

    Missbrauch melden

  8. wieder die tante Petra

    nonstop123456789987654321Von nonstop123456789987654321, am Sa 26.Sep. 09:28

    Missbrauch melden

  9. @freibieralle: nun gut, ist eben geschmacksache. oder?
    apropos glersch: dies tones sind zwar die wohl langlebigste band aller zeiten, trotzdem hatten sie einige auszeiten. u.a. ende der 60er jahre, als jones und jagger/richards streitigkeiten hatten und jones die band verließ. die pause dauerte über zwei jahre. in dem blog von p.philippsen geht es im grunde aber auch mehr um die tatsache, dass es zuletzt überall und immer häufiger zum rücktritt vom rücktritt kam. da hat sie als aufmacher eben die stones genommen, um uns leser auch wirklich auf den blog klicken zu lassen. irgendwie nachvollziehbar und keineswegs unsympathisch.

    oskar.valentinVon oskar.valentin, am Sa 26.Sep. 15:49

    Missbrauch melden

  10. Es gibt keine Nacktbilder von Petra. Sie hat auch noch nie erklärt, ob Sie lieber mit
    Frauen oder Männern schläft. Schlecht finde ich ihre rückwärtsgewandten Artikel,
    obwohl sie hübsch geschrieben sind. Aber welche interessiert sich schon für den
    Opi Mick oder den Lööli Becker ... *grusel* ...

    sex.tennisVon sex.tennis, am So 27.Sep. 10:07

    Missbrauch melden

  11. Ich will mal Fergi nackt sehen !

    albert4_auerVon albert4_auer, am Sa 28.Nov. 19:28

    Missbrauch melden

    Kommentiere diesen Artikel

    Bitte Anmelden um einen Kommentar einzutragen