Der Tour-Return

Petra Philippsen

Die Godfathers der Lässigkeit

Mi 16.Sep. 18:02

Das waren sie also, die 42. US Open. Zwischen leichtem Wehmut und erschöpfter Erleichterung hin- und hergerissen blicken wir zurück, erinnern uns an magische Momente unter Flutlicht, kleine Märchenstunden mit Mama und Melanie, djokige Comedy-Einlagen, nasse Füße und ein versöhnliches Ende. Denn nach zwei Tagen bekam es Miss Serena Williams dann doch hin, via Webseite, Twitter und Pressemittelung "Sorry" zu sagen, dass sie sich in ihrem Halbfinale wie ein weiblicher Charles Bronson aufgeführt hatte und Linienrichter seither in tiefer Furcht lebten. Kam auch total locker und ehrlich gemeint rüber, da hatten Mutti und Schwester Venus wohl ihre Finger im Spiel, keine Frage. Innerlich war sie sich doch immer noch keiner Schuld bewusst, warum auch, Schiedsrichter sind ja schließlich zum Anbrüllen da. Fragen wir mal ihr Idol John McEnroe.

Na gut, sie wollte das Doppelfinale spielen, da musste eben schnell die Entschuldigung her. Hat gut geklappt, Titel gewonnen, zwar wieder ausgebuht worden, doch wen kümmert's. Mit lockeren 40 Minuten Verspätung erschienen die beiden dann zur Pressekonferenz und antworteten reichlich zickig und unentspannt auf Fragen, die sie sich vorher doch ausdrücklich verbeten hatten. Mutig, wer sich in die erste Reihe traute. Anti-Aggressionstraining könnte da helfen, Jimmy Connors ist schließlich auch längst handzahm geworden. Zumindest draußen am Heineken-Stand, wenn weibliche Wesen nach Fotos und Autogrammen fragen.

Huch, ich bin im Bild

Da loben wir uns doch unseren neuen Überraschungs-Champion Juan Martin del Potro, den "Tower von Tandil". Prädikat riesig, aber unbedrohlich - zumindest neben dem Platz. Sympathisch und bescheiden, trotz der knapp zwei Millionen Dollar Preisgeld. Was wird er sich davon gönnen? Ein Haus, eine Yacht, eine Pferdepflegerin? Weit gefehlt: Einen Käsekuchen zum 21. Geburtstag. Zum Anbeißen. Keine Frage, wer in den letzten zwei Wochen nach Flushing Meadows gepilgert war, der kam fast immer auf seine Kosten.

Und wenn's mal ein bisschen langweiliger im Arthur-Ashe-Stadium zuging, dann sorgte ein simpler Trick stets für den ultimativen Stimmungskick: Bei jedem Seitenwechsel schwenkten die Kameras per Zufall durchs Publikum, schwupps war bei passender Musik Normalo auf der riesigen Videowand eingeblendet. Huch, ich bin im Bild, was mache ich bloß, schnell mal winken. Und wem man es am wenigsten zutraute, der sah in den zehn Sekunden Berühmtheit die Chance für den großen Auftritt - Tanzeinlagen, urige Verrenkungen, wildes Geknutsche, alles dabei. Spaß hoch vier, während der TV-Zuschauer mit leidigen Werbespots zugeschwallt wurde. Es geht doch nichts über das Live-Erlebnis.

Bruce und Jack: einfach nur da sein

Und klar, dass auch immer wieder Promis im Publikum saßen. Das Celebrity-Aufgebot las sich wie die Casting-Liste von Crash. Trotzdem gut, dass der Name dazu eingeblendet wurde, denn so manchen hätte man im lässigen Freizeitoutfit spontan gar nicht erkannt. Ben Stiller sollte sich eben einfach mal wieder rasieren. Interessant auch die Reaktion der Fans - bei Nicole Kidman und Charlize Theron wird zu Recht gejohlt, bei Donald Trump (dem Roberto Blanco von Flushing Meadows) auch schon mal ein bisschen gebuht und bei Anna Wintour sogar nur leise gemurmelt. Klar, der Teufel in Prada verbreitet eben Furcht und Schrecken. In Rogers Box darf sie trotzdem sitzen.

Genauso wie das Musiker-Pärchen Gwen Stefani und Gavin Rossdale, enge Freunde der Federers, die sogar das vierstündige Finale komplett tapfer durchhielten. Bei den singenden Berühmtheiten wurde gleich der passende Song dazu eingespielt, logisch, aber Justin Timberlake hätten wir doch auch ohne Sexyback erkannt. Da flippte selbst Omi auf der Tribüne aus und legte zu den Beats einen Gedächtnis-Travolta zum wegschmeißen hin - Daumen hoch von Justin, einfach lässig. Getoppt wurde er nur von den Godfahters der Lässigkeit: Bruce Willis und Jack Nickolson. Sie brauchen gar nichts tun, einfach da sein und gut. Man hat es eben, oder man hat es nicht. Und der gute Jack hat sogar Tennisverstand. "Well done", rief er nach Federers Halbfinale - und er meinte nicht das Steak, das später auf seinem Teller lag. Wir werden sie vermissen, diese US Open.

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  • Bemerkung1 - 13 von 13
  1. Hallo Petra,
    nichts sinnvolles zu tun ?

    el.gauchoVon el.gaucho, am Mi 16.Sep. 18:59

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  2. mir gefällt sie ehrlich gesagt auch nich beim schreiben, obwohl sie eigentlich ganz hübsch ist..XXX

    sven.drewsVon sven.drews, am Mi 16.Sep. 19:18

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  3. Hallo, Petra,
    was sagt man denn dazu.
    (Mich wundert bei manchen "Usern" schon, dass sie das Wort "schreiben"
    richtig schreiben können, wahrscheinlich Zufall).
    Lass Dich ja nicht irre machen !!

    wsprichVon wsprich, am Mi 16.Sep. 20:19

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  4. ich finde die Beiträge sehr lesenswert. Endlich erfährt man auch was vom Umfeld. Und das auch noch auf humorige Art.

    nrgman76Von nrgman76, am Mi 16.Sep. 22:18

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  5. mane Kommentare sind geradezu beschämend. Da hat man das Gefühl 14 jährige im Hormonrausch sabbern hier rein...

    nrgman76Von nrgman76, am Do 17.Sep. 00:21

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  6. Also Leute da hab ich schon Schlechteres gelesen. Lest weiter eure Micky Maus mit den vielen bunten Bildchen.

    mcbulifanVon mcbulifan, am Do 17.Sep. 00:37

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  7. Hallo, Petra, mal eine Frage, indirekt auch an Eutosport.
    Der User "nrgman76" hat mit seiner Formulierung
    "...14 jährige im Hormonrausch sabbern hier rein..."
    wahrscheinlich mancherorts recht, damit muß man halt leben.
    Aber daß EUROSPORT nichts unternimmt gegen Vollidioten wie
    z.B. "franklin.open", dieser also sogar schon hier seinen "Humor" verbreiten kann, ist traurig. Ich habe den Verdacht, daß dies aus der Redaktion stammt! Kann das sein ?
    stammt.

    wsprichVon wsprich, am Do 17.Sep. 07:14

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  8. langweiliges celebrity gequatsche "ich war auch dabei" gut für Omas Geburtstagskuchen oder wenn man ein angeknakstes Selbstbild hat. Das Ego erfreut sich an so sinnlosem Zeugs. Ich finds traurig, das hat mit Hintergrundinfo rein gar nix zu tun sondern nur mit Profilierungs-Zwang

    jkbw00Von jkbw00, am Do 17.Sep. 08:34

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  9. hallo wer is petra die olle die denn beitrag geschriebn hatt oder was naja mir egal wers war aber geil ohne ende wien film geschrieben super verbindung und hammer lustig

    steverespondekVon steverespondek, am Do 17.Sep. 09:16

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  10. geiler beitrag hammer lustig diese verbindungen wien film geschriebn find ich zumindest bin ja eh geil aber wer is petra hatt die denn beitrag geschriebn oder was

    steverespondekVon steverespondek, am Do 17.Sep. 09:18

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  11. tante petra

    nonstop123456789987654321Von nonstop123456789987654321, am Do 17.Sep. 11:15

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  12. ...während der TV-Zuschauer mit leidigen Werbespots zugeschwallt wurde. Es geht doch nichts über das Live-Erlebnis....

    GEANU! Das ist nicht fair!

    fuzzimartinVon fuzzimartin, am Do 17.Sep. 12:27

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  13. Schöner Artikel, aber als Schlusswort zu den US Open hätte ich mir ein paar mehr Worte über Juan Martin del Potro gewünscht!

    krokuddeelVon krokuddeel, am Fr 18.Sep. 12:49

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