Sa 12.Sep. 10:21
Die US Open sind ein Hit, keine Frage. Das merkt man schon alleine, wenn wir versuchen, in Flushing Meadows von A nach B zu kommen. Schöne Idee, man sollte Zeit mitbringen. Und zumindest sein Seepferdchen gemacht haben, denn vom Strom der Menschenmassen wird man schon mal mitgerissen und landet plötzlich in Teilen der Anlage, zu denen man gar nicht wollte. Höher, schneller, weiter - nur die Olympischen Spiele und die Fußball-WM toppen diese Monster-Veranstaltung. Und quasi täglich gibt's neue Zuschauerrekorde. Bingo. Eine dreiviertel Millionen Fans werden bis zum Finale über die Anlage hergefallen sein, und was machen sie? Klar, sie schauen sich Tennis an, zumindest zeitweise. Aber in der Hauptsache kommen sie doch für eines: zum Konsumieren. Kaufen bis die Kreditkarte glüht.
Burger und Bier, ganz wichtig, aber die wirklich heiße Schlacht findet nicht am Buffet, sondern an den Verkaufsshops statt. Normaler Wühltisch-Wahnsinn. Hier gibt es alles, was das Fanherz begehrt und vor allem gibt es die Begehrlichkeiten auch nur hier und jetzt und sonst nirgendwo. Zumindest wird das von den Herstellern groß verkündet. Klappt prima, die Sachen gehen weg wie geschnitten Brot. Der Meister der Vermarktung ist inzwischen unser "King of Queens", Roger Federer. Wer auch sonst. Sein "RF"-Logo ist jetzt eine Marke, ähnlich berühmt wie CK und ähnlich kostspielig.
"RF" - was kostet die Welt?
Caps, T-Shirts, Taschen - das volle Programm. Die Schuhe, die ihn zu Titel Nummer sechs in Flushing Meadows tragen sollen, sind limitiert und kosten daher 200 Dollar. Klar, alle sofort weg und dann wieder bei ebay zu haben. Für schlappe 1000 Dollar unterm Hammer. Gutes Geschäft. Ähnlich läuft es mit der schwarz-roten Sweatshirt-Jacke, die der Meister zum Warmmachen trägt. 90 Dollar, ein Schnäppchen und der absolute Renner. Nach einer Woche 1500 Stück verkauft, Glückwunsch und ab zu ebay. Auch unter den Journalisten wurde die Jacke natürlich ein Must-have. Sich damit dann aber in die Pressekonferenz des Meisters zu setzen, war dann doch des Guten zuviel. Aber wer wollte nicht mal in seinen Schuhen stecken...
Der Hype um Rafael Nadal ist ähnlich, nur hat er statt des Logos Kappen mit Stierköpfen. Olé. Und natürlich steht auf seinen Shirts "Rrraaafa", logisch, alles in quietschgelb. Beim Anblick des ehemaligen Muskelprotzes kann man schon mal durchdrehen, dachte sich da auch ein liebestoller (Betonung auf: männlicher) Fan und rannte nach seinem Match gegen Monfils kurzerhand auf den Platz. Umarmt, abgeknutscht, abgeführt. Grenzwertig. Rafa nahm's gelassen. "Das war kein Problem. Er war wirklich nett, ein toller Fan. Er sagte: Ich liebe dich und küsste mich. Er sagte es in Englisch, aber ich habe es verstanden."
100 Punkte. Andy Murray wäre wohl auch gerne so entspannt oder zumindest ähnlich begehrt. Nicht nur, dass er auf dem Platz Prügel bezog, seine blassen Fred-Perry-Hemden will irgendwie auch keiner. Ist aber auch schwierig, wenn sie nirgendwo verkauft werden. Kein Wunder, dass ihn ein amerikanischer Journalist fragte: "Wer ist eigentlich Fred Perry?" Er trug übrigens keine RF-Jacke.
mal wieder ein amüsanter Blick hinter die Kulissen dieser Veranstaltung.
Mir hat das Lesen Spass gemacht - weiter so!
"Er sagte es in Englisch, aber ich habe es verstanden." - Wow, was ne Intelligenzbestie ;)
Naja ich denke mal eher mit "ich habe es verstanden" ist gemeint, dass er ihn akkustisch verstanden hat, war sicher ziemlich laut dort
*g* fands auch nett, weiter so 
Die sehr geschätzte Autorin bringts mal wieder auf den Punkt.
Fred Perry wird natürlich den Makel der nicht vorhandenen
"RF"-Jacke nicht mehr los, was man aber einem Durchschnittsamerikaner
erst erklären muß (meine Ansichten über Amerikaner habe ich schon einmal
verbreitet, das reicht).
gooo roger
FRED PERRY reicht zwar mit seinen Erfolgen nicht ganz an RF heran, aber
der Schotte war ein Großer des Tennis in den 30er Jahren 20. Jhunderts.
Alle Grand Slam gewonnen - z.T. mehrmals. Nicht zufällig sieht sich der
Schotte ANDY MURRAY in der Tradition dieses Spielers, dessen Name auch genutzt wird zur Vermarktung von Sportartikeln.
Rafael Nadal hat kein Gramm abgenommen. Hat er auch nicht nötig. Soviel zum "ehemaligen Muskelprotz". Und die News zum vermeintlich "liebestollen" Fan ging auch schon drei Mal um die Welt.
ähhhhhhh?!?!?!?!
@10/roger.federer : Schleich dich.
@5/wsprich : mein Beifall. Daumen haben wir ja hier nicht zu vergeben...
@ granducal
Nadal hat während der zweimonatigen Zwangspause ca. sechs Kilo abgenommen. Auf Anraten der Ärzte, weil die Muskelmasse seine Knie zu sehr belastet hat.
Beste Grüße
Petra Philippsen
TFUI !!!!!!!
verflucht, meine initialen sind auch rf und ich bin ebenfalls schweizer, aber wenn ich meinen kontoauszug anschaue, drängt sich mir die frage auf: "wo ist den meine ganze kohle"!
(((
@vollstrecker
hast du das Patentrecht nicht eingereicht
Sehr schöner Blog
frau phillipsen erinnert irgendwie an charlotte engelhard nur 10 jahre älter + gehirn...nice blog
Hallo Frau Philippsen, freut mich, daß außer R.Kalb beim Snooker
noch jemand da ist, der(die) weiß, was er(sie) schreibt.
Zum Thema , das Klavierdraht haben sie gespannt, ...vielleicht mal in einem Land , wo man noch nicht dreizehnter ist!?!
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