Mi 03.Jun. 14:04
Irgendwie ist es komisch. Ein eigenartiges Gefühl beschleicht uns nun, wenn wir in Roland Garros herumlaufen - denn irgendetwas fehlt hier plötzlich. Man kommt nicht sofort drauf, was es ist, aber spätestens wenn wir in trauernde rot-gelb verkleidete Fangesichter blicken, die deprimiert ihre Schilder mit "Vamos Rafa" in ein "Vamos Tommy" umarbeiten, wissen wir wieder, wo dieses leicht fahle Gefühl herkommt: Rafael Nadal ist nicht mehr da. Irgendwie surreal, aber doch wahr. French Open ohne Nadal, das ist doch wie Paris ohne Eifelturm, wie Samstage ohne Bundesliga, wie Spinat ohne Blubb eben. Es geht auch ohne, ist aber irgendwie komisch.
Man hatte sich einfach dran gewöhnt, dass er, also Nadal, jeden zweiten Tag auf dem Court Philippe Chatrier einen Gegner verprügelt, auseinander nimmt und mit tiefen Zweifeln an seiner Berufswahl zum Duschen schickt. Das war eine verlässliche Konstante in unserem launischen Grand-Slam-Alltag, man musste im Grunde nur noch darüber spekulieren, ob er seinem Gegner drei oder vielleicht doch mal fünf Spiele großzügig überlassen würde. Herrlich. Und genauso freuten wir uns stets auf die Post-Prügel-Analysen, also die PK danach. Mit breitem Lausbubengrinsen saß er dann da und sagte ganz unschuldig: "Really happy, no?" Dabei rollte er das "R" gefürchteter, als es einem Franke je gelänge.
Roger wird verziehen
Aber fröhlich war Nadal nach seinem historischen Aus natürlich nicht. Logisch. Doch er trug es wie ein Mann. Ganz ohne Tränen. "Bad day at the office" wie es so schön heißt, war eben nicht sein Tag, schrieb Nadal dann auch in seinem letzten Blog in der "Times" und tauchte sogleich im heimischen Pool seiner Finca auf Mallorca ab. So lässt sich Frust auch bekämpfen. Und den hatte er, schließlich war das französische Publikum nicht sehr nett zu ihm gewesen. Ausgebuht wurde er zwar nicht, dafür aber sein Gegner ohne Ende angefeuert. Der klassische Liebesentzug. Obwohl, geliebt hatten sie Nadal ohnehin nie in Roland Garros. Selbstbewusste Kraftprotze mögen sie hier eben nicht so gerne. Serena also deshalb auch nicht. Gemein eigentlich, aber der Franzose ist da eigen. Roger Federer hat schon mehr Glück, den filigranen Ästheten lieben sie inniglich. Sogar noch, wenn er Lokalmatadore rauswirft. Roger wird es verziehen.
Doch der muss sich in Roland Garros jetzt ziemlich verloren vorkommen. Ein bisschen wie Waldorf ohne Stetler, wie Luke ohne Darth - ohne einen kongenialen Gegenspieler macht das Projekt Sandplatzkönig doch nur halb so viel Spaß. Vielleicht eignet sich ja Sonderling Söderling als neues Gegengewicht zum netten Roger. Denn den mag nun wirklich überhaupt niemand unter den Spielern, und Nadal kann ihn am allerwenigsten leiden. Söderling wird auch sicher niemals irgendeinen Fair-Play-Preis bekommen. Eher wacht er mal mit einem Pferdekopf neben sich im Bett auf. Manchmal weiß das Publikum eben nicht, wem es da so zujubelt. Zumindest bei Roger können sie nicht viel falsch machen und wer weiß, vielleicht wird er ja tatsächlich der neue Herrscher auf der roten Asche. Wir warten geduldig und hoffen auf einen neuen Blubb.
So ein schlechter Artikel.
wußte ich gar nicht - wieso ist Söderling nicht beliebt bei den spielern und was ist nicht fair an seinem spiel?
sinnfrei
Und Eurosport ohne diese Art von Artikeln ist wie ein Rausch ohne Kater, wie Rauchen ohne Krebs und Sport ohne Werbung.
bis auf die letzten 3.Sätze trifft der Artikel eigentlich ganz gut den Kern. Es sit schon ein wenig die Luft raus. Da muß schon noch einer der verbliebenen über sich hinauswachsen um Federer zu stoppen.Jedoch würde es mich jetzt auch nicht mehr wundern wenn Söderling das Ding gewinnt. Der spielt das Turnier seines Lebens und wird nach diesem Turnier höchstwahrscheinlich nicht an diesen Leistungen anknüpfen können. Sehr ärgerlich für einen Nadal und vielleicht wird es Federer auch noch zu spüren bekommen!!!!!!!!!!!!!!!!
So doof ist der Artikel garnicht,bis auf die letzten 3.Sätze.Söderling spielt hier das Turnier seines Lebens und wird hinterher wieder dahin verschwinden wo er hergekommen ist.Das ist sehr ärgerlich für Nadal und vielleicht wird es Federer auch noch zu spüren bekommen.
Sehr feiner Blogbeitrag. So müssen die meiner Meinung nach geschrieben sein. Mit schönen Vergleichen und feiner Klinge. Ich will hier ja keinen "Artikel" lesen. Freu mich schon auf den nächsten Beitrag.
syzg
sehr guter Artikel. -Ich weiß gar nicht, was die Nörgler auszusetzen haben.
Ist dieser Artikel mit oder ohne Blubb ?
ich find den artikel eigentlich ganz gut
dass söderling nicht beliebt ist bei den anderen spielern weiß man doch eh schon...und besonders nadal mag ihn nicht seitdem sie mal in wimbledon gegeneinander gespielt haben....
aber auch federer mag ihn nicht sonderlich und bezeichete ihn einmal als "arroganten kerl"
Toller Artikel und spricht uns Rafa-Fans aus der Seele!
Die, die diesen Artikel nicht mögen, sind Rogerfans, die es nicht ertragen, dass Rafa von objektiven Menschen Lob bekommt. Aber Frau Philippsen wird Rafa schon einschätzen können, hat sie letztens erst ein Interview mit ihm geführt.
Nadal hat einfach schlecht gespielt!
Söderling hat sehr gut gespielt...
Roger holt sich den Pott, er ist halt einfach der BESTE!!!!!!!
COME ON ROGER !!!!!
juup, die philippsen ist gut, wird immer besser und der blog ist absolut lesenswert. chapeau madame/mademoiselle!
was ist an dem artikel falsch ?
ich find ihn spitze !
ja es hat wirklich schon bessere Artikel gegeben. und "den mag nun wirklich überhaupt niemand" ist sowieso der größte Schwachsinn den ich je gehört habe söderling ist sehr beliebt
bei google fand ich ein paar Stilblüten, die Söderlings Image betreffen. Er schießt wohl noch etwas mehr übers Ziel hinaus, als ein durchschnittlicher Weltklassesportler ... gebt den Namen einfach mal in google ein, 3. von oben (ne schweizer seite)
sollten die Aussagen ansatzweise stimmen (und ich geh mal davon aus, dass dem so ist), wundert mich die Ungeliebtheit nicht ...
PASS AUF JUNGE - DEINE ZEIT IST VORBEI !!!!!!!!
äh jaja ganz toll aber wen interessiert das ??????
super beitrag
Dass Roger jetzt seinen letzten Grand-Slam holt finde ich nicht sehr toll. Hoffe das Del Potro(nach Rafa's ausfall mein favorit) ihn stoppen kann und wenn nicht soll er wenigstens dass finale verlieren(aber Gonzalez wird es glaub ich nicht schaffen). Söderling muss ja auch einmal einen schlechten tag haben. Solte Söderling das HF gewinnen halte ich als Rafa-Fan für Roger(als Rafa-Fan kann mann doch nicht für den Sdöerling halten oder??).
Ich verfolge die Tennisszene sehr genau habe aber noch nie gehört, daa Söderling so unglaublich unbeliebt sei. So ein Schwachsinn
sehr sehr guter artikel.
@augustpoth: dann verfolgst du die "szene" wohl nicht gründlich genug. er hat sowohl nadal als auch federer schon geärgert. ob sie es ihm wirklich persönlich übel genommen haben, weiß man natürlich nur wenn man die beiden persönlich kennt. aber was soll's? es war doch nur im sinne eines dramaturgischen witzes.
mir geht der spanier nicht ab, das turnier ist genau so gut wie mit ihm. im gegenteil sein gedresche geht mir so wie so auf den nerv. totales antitennis.
Also der Wimbledon Titel von Rafa ist doch um EINIGES MEHR WERT als der FO Titel von Federer..! Musste ja auch mal kommen, nach 11 Anläufen wird Federer doch auch mal Glück haben und die Konkurrenten fliegen vor der Zeit raus.. und das hat er jetzt.. ! Der Pokal steht vor seiner Nase, er muss ihn nur noch abholen.
@ rafael.hormann im Gegensatz! Als Rafa-Fan (welcher 'Rafa'? Der Kerl heißt doch Nadal.. oder war 'Rafa' der Name auf Fuenetes Liste?), mußt du für Söderling sein! Was ist besser - gegen irgendwen verlieren oder gegen den Tuniersieger verlieren? Es wäre eine Aufwertung, gegen den Sieger ausgeschieden zu sein, anstatt gegen den zweiten...
Der jämmerliche Versuch, eloquent und ironisch zu sein. In Tat und Wahrheit ohne Pepp und Witz, zum einschlafen!
Ein wirklich langweiliges Grand Slam Turnier würden wir erst sehen, wenn sowohl Federer als auch Nadal beide früh scheitern würden. Die beiden sind nunmal die Zugpferde und alle anderen sind nur 2. Klasse oder noch weniger. Zum Glück war ja in den letzten Jahren Federer immer mindestens im Halbfinale, so kommt nie Langeweile auf.
Wie es aussieht, wenn die Zugpferde permanent wegfallen zeigt derzeit einmal mehr das Damentennis. Seit Henin zurückgetreten ist, fehlt die klare Nummer 1, die die die Szene dominiert hat und prompt wird es total langweilig, insbesondere wenn es sowieso nur immer Russische Mesiterschaften mit internationaler Beteiligung im "wer hat die dicksten Schenkel?" sind.
Genialer Artikel, musste wirklich mehrmals laut lachen 
ein herrliches bild auf der ankündigung.
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