Fr 19.Jun. 14:34
Grün ist die Hoffnung. So platt die Floskel auch sein mag, in Wimbledon trifft sie dieser Tage mehr zu denn je. Und das nicht nur, weil auf dieser ohnehin malerischen Anlage noch schnell überall der Farbpinsel geschwungen wird. Wirklich überall und natürlich in Grün. Unbedachtes Anfassen oder gar hinsetzen sollte man momentan noch unterlassen, selbst die bunte Blumenpracht gilt es, besser zu meiden. Zumindest den grünen Teil. Sicher ist sicher. Aber die Farbe ist Motto im Mekka der Filzballanhänger, vor allem bei den Briten. Da sitzen sie nun tapfer und warten seit geschlagenen 73 Jahren, dass mal wieder eines ihrer Eigengewächse den goldenen Pott in Händen hält. Das nennt man Ausdauer. An dieser kollektiven Leidensfähigkeit sollte sich manch weinerlicher Schalke-Fan getrost ein Beispiel nehmen. Was sind da schon lächerliche 51 Jahre. Fred Perry hieß der letzte Empire-Mohikaner, damals trug man noch lange Hosen mit Bügelfalten zu Holzschlägern und alles wirkte irgendwie distinguiert - aber weit gefehlt. O-Ton Fred Perry: "Ich bin gerne auf meinen Gegnern herumgetrampelt, und habe ihnen keine Chance gegeben, wieder aufzustehen." Na, das macht doch sympathisch.
Fertig ist der Champion-Klon
Und wie es der Zufall so will, wäre der gute Perry in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Zahlenspiele lieben die Briten, also scheint der Zeitpunkt perfekt für die "Mission Murray". Eine ähnlich große Klappe wie sein Vorgänger hat Andy Murray, Talent ohnehin, aber das allein reicht sicher nicht zum ultimativen Titel. Was ist also der schlaue Plan? Richtig. Ziehen wir ihm doch einfach die alten Klamotten von Perry über und fertig ist der Champion-Klon. Retro ist ja gerade wieder in.
Gut, auf die langen Hosen verzichtet Murray, aber alles andere sieht aus wie original anno knusprig: Hemd, Pullover, Schuhe, alles in Weiß und alles irgendwie schnöder Konfirmationsschick. Aber für die Misson "Wir-basteln-uns-einen-Wimbledonsieger" tut man eben alles. So viel Einsatz hätte sich wohl auch der letzte britische Held an der Church Road gewünscht. Aber vom armen Tim Henman redet schon kein Mensch mehr. Seinen "Henman Hill" vor der Videoleinwand hatten sie längst in "Mount Murray" umgetauft (glücklicherweise fing sein Name nicht mit X an). So schnell geht das, Ex und Hopp. Dabei stand der nette Tim doch vier Mal im Halbfinale. Aber für die Briten ist der Zweite eben nur der Beste unter den Verlierern. Und das Loser-Image wollen sie mit Murray endlich loswerden. Dann müssen sie hoffen, dass der Perry-Pulli positiv abfärbt.
aus einer 3-zeilen aussage deren 50 gemacht. finde diesen bericht auch absolut zum gähnen. zzzzz....
Einfach nicht interessant.
schon ein bisschen an den haaren herbeigezogen. da gibts doch bestimmt spannenders.
Mir ist unverständlich, wenn fast niemand die Kommentare von Frau Philippsen positiv findet, Sie so wenig Selbsteinschätzung an den Tag legt und Ihren Stil ändert oder den Rückzug antritt.
Schöner Blogbeitrag. Vielleicht sollten sie für die Lokalmatadoren mal eine Ausnahme mit der weißen Unterwäsche machen, dann klappts vielleicht auch mit dem Finaleinzug und -sieg.
Mir ist es unverständlich, weshalb die Motzer diese Blogs lesen, wenn sie diese als langweilig empfinden. Ich finde einen Blog immer schön, da er eben nicht so neutral gehalten ist. Es mag spannendere Themen geben als Murrays weißes (Oh Wunder, es ist Wimbledon) Outfit, aber wenn es momentan nichts groß zu bloggen gibt, dann eben so etwas. So what?
Typisch Motz-Deutschland, diese Kommentare!
Ich hoffe, Frau Philippsen legt soviel Selbsteinschätzung an den Tag, um zu wissen, dass ihr Blog völlig in Ordnung ist und es keinen Grund gibt, den Rückzug anzutreten.
Frauen halt - aus nichts noch eine Mahlzeit zu zaubern
netter blog, haut einen nicht um, aber frau philippsen versteht es mit der sprache umzugehen und zu spielen. kompliment.
was sol der quatsch wegen 73 warten? Viriginia Wade gewann die Frauen-Einzel in 1977. Also 22 Jahre wäre eher richtig. =)
wenn dann eher 32 als 22!
des_squire, setzen, 6
@ el.torero
muss wohl das betthäschen vom cheffredakteur sein.
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