Mo 05.Mai. 12:42
Die letzten Bälle sind noch nicht gespielt, aber trotzdem ist es an der Zeit, die ganze Weltmeisterschaft Revue passieren zu lassen. Den Titel wird sich Ronnie O'Sullivan wohl kaum noch nehmen lassen; alles andere wäre eine Sensation. Der Titelgewinn geht meiner Meinung nach auch in Ordnung. Zwar hat auch Ronnie nicht immer nur Traumsnooker gespielt, sondern auch schwächere Phasen gehabt. Aber er ist schließlich auch nur ein Mensch, und keiner kann die ganze Zeit am Limit spielen. Keiner der Konkurrenten aber hat Ronnie O'Sullivan in Gefahr bringen können. Über alle Runden hinweg gesehen hat der 32-jährige das beste Snooker gespielt und so alle seine Matches sicher gewonnen. Vor allem in den entscheidenden Situationen hat ihn sein Spiel nie im Stich gelassen. Dies genau sind die Qualitäten, die man braucht, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Am meisten hat er mich aber nicht mit seinem Lochspiel und seinen Breaks beeindruckt. Klar: Die 147 von ihm war ein Traum, und wir alle wissen um sein Können beim Lochen der Bälle. Seine Safeties aber haben mich am nachhaltigsten beeindruckt. Die waren allzu oft messerscharf; die Gegner, die chancen- und ratlos in diesen Situationen am Tisch standen, konnten einem beinahe schon leidtun.
Gewonnen hat aber auch der Snookersport selber. Die WM 2008 war hochklassig. Nach den ersten beiden Sessions des Finales sind 63 Breaks von 100 oder mehr Punkten gespielt worden; das ist der zweithöchste Wert aller Zeiten. Zum ersten Mal gab es bei einem Turnier zwei Maximum Breaks. Damit wird diese WM in die Snooker-Geschichte eingehen. Aber auch hier sind es nicht nur die vielen hohen Breaks, die beiden 147er-Serien und die vielen Versuche, die 147 zu schaffen: Die WM 2008 hat wieder gezeigt, dass sich verbessertes Breakbuilding und verbessertes Safety-Spiel gegenseitig beflügeln. Das eine ist ohne das andere nicht zu denken.
Knappe Matches und Thriller gehören zum Crucible Theatre. Da hat uns auch die WM 2008 wieder nicht im Stich gelassen. Das Halbfinale zwischen Ali Carter und Joe Perry ist da ein Paradebeispiel, vor allem aber das Duell zwischen Liang Wenbo und Joe Swail. Das hat keinen kalt gelassen. Immerhin neun von 30 Matches bis zum Halbfinale einschließlich gingen über die volle Distanz oder einen Frame weniger.
Apropos Liang Wenbo: Der war eine der großen positiven Überraschungen. Das war erfrischend, wie er durch die ersten drei WM-Runden gewirbelt ist. Natürlich sind manche Bälle, die er angeht, geradezu abenteuerlich. Mit zunehmender Erfahrung aber wird sein Spiel auch mehr Reife gewinnen, und dann können sich viele ganz schön warm anziehen.
Am Ende aber musste die Jugend der Erfahrung doch wieder einmal den Vortritt lassen. Drei der vier Halbfinalisten gehörten der Ü30-Fraktion an, und auch Ali Carter ist mit seinen 28 Jahren nicht gerade ein junger Wilder. Das zeigt aber, wie wichtig gerade bei der Weltmeisterschaft die Erfahrung und Routine ist. Die langen Distanzen und die besondere Atmosphäre im Crucible Theatre stellen eben besondere Anforderungen. Und das ist auch gut so.
Es ist eine tolle WM. Dazu beigetragen hat für mich persönlich auch unsere Community im Snooker-Forum. Deshalb auch an dieser Stelle ein herzlichen Danke an die, die sich dort so klasse engagieren. Ich freue mich jetzt auf die letzten Frames dieser WM, und dann freue ich mich auf die Snooker World Series - dieses Mal gibt es zum Glück Top-Snooker ja auch während der Sommerpause der Maintour. Vorher wünsche ich aber allen auch eine gute Erholung nach den auch für mich und sicher auch für die Zuschauer anstrengenden 17 WM-Tagen.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
Es ist stark widersprüchlich zu behaupten, dass Snooker ohne O'Sullivan schmucklos und langweilig ist und dann noch so zu tun als ob man Verehrer von Hendry,Sely,Davis, Murphy und Carter zu sein. Das ist schlichtweg absurd. Diese Spieler schmücken den Snookersport ebenso wie O'Sullivan und sorgen dafür, dass Snooker nicht langweilig ist und wird.
Es ist stark widersprüchlich zu behaupten, dass Snooker ohne O'Sullivan schmucklos und langweilig ist und dann noch so zu tun als ob man Verehrer von Hendry,Sely,Davis, Murphy und Carter zu sein. Das ist schlichtweg absurd. Diese Spieler schmücken den Snookersport ebenso wie O'Sullivan und sorgen dafür, dass Snooker nicht langweilig ist und wird.
Ich sage auch nur meine Meinung!!!
Da braucht man nicht gleich ausfallend zu werden.
Ich seh Ronnie zwar auch wahnsinnig gerne spielen, trotz (oder vielleicht gerade wegen) der Unsicherheit, in welcher Form er dann spielt und ob er sich mal wieder selbst ein Bein stellt (bei einigen verschossenen Bällen muss ich dann immer ins Kissen beißen), und ich fände es irrsinnig schade, wenn er wirklich pausieren oder aufhören würde, aber Snooker ist und bleibt ein toller Sport, auch wenn Ronnie irgendwann nicht mehr spielt.
Dem kann ich nur zustimmen.
Ich meine, dass Snooker das bleibt, was es ist.
Ich habe meine Meinung in meinem Kommentar nr.20 zum Ausdruck gebracht, möchte aber noch ein paar Ergänzungen einbringen... a la Bonheur Christopher wie gelassen du mit den verbalen Entgleisungen umgegangen bist. Diese Haltung paßt auch zu unserem Sport !Ich bin zugegebener Weise kein Fan von ROS und mich können andere Situationen beim snooker genauso begeistern, wie superframes von ROS.. Zum Beispiel ein Lächeln von Michaela oder ein lachendes Kurzgespräch von Selby und King vor ihrem Match oder wie Membo gegen ROS sein Herz in beide Hände genommen hat und untergegangen ist oder Swail und Membo im Entscheidungsframe .. das ist für mich Snooker.... aber ganz besonders wenn Selby 5 : 8 gegen ROS zurückliegt und noch 9 : 8 gewinnt, deshalb sollte ROS keine Pause machen, damit ich diesen Moment noch oft geniessen kann.. also Selby steh wieder auf und kämpfe !!!... lächelt
wenn du mir nicht glaubst christopher.kempf dann ist gut weil ich keinen
Streit mit dir über dieses Thema anfangen will.
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