Rolf Kalb - Snooker Blog

Rolf Kalb

Über Tücher und Verantwortung

So 27.Apr. 16:38

Von einer „Lotterie" spricht John Higgins, von „Glücksspiel" Shaun Murphy, der denn auch gleich vorschlägt, die WM demnächst im Casino zu spielen. Gemeint sind die Tischbedingungen. Vor allem das Tuch wird für die Probleme verantwortlich gemacht. Sicher: Bei beiden mag auch der Frust der Verlierer dazu beigetragen haben, dass sie jetzt vorgeprescht sind. Außerdem gibt es im Billardsport Materialdiskussionen, seit Queue und Kugeln erfunden wurden.

Andere Spieler sind in ihrem Urteil nicht so harsch. Ryan Day sagte, er sei zurechtgekommen. Auch Ali Carter fand es nicht so schlimm, sondern meinte, es seien nicht die schlechtesten, aber auch nicht die besten Bedingungen. Da muss man genau hinhören: Sie sagen nicht, dass alles wirklich in Ordnung ist. Sie kommen halt zurecht. Und es war ja augenfällig, dass (vornehm formuliert) manchmal Überraschendes auf dem Tisch passiert. Insbesondere scheinen die Banden ungleichmäßig und manchmal sehr dynamisch abzuschlagen. Das ist schließlich die Weltmeisterschaft. Da sollten doch eigentlich die allerbesten Bedingungen herrschen.

Das Problem scheint das Tuch zu sein. Es ist so extrem dünn und glatt, dass es relativ schnell seine Qualität verliert und solche Probleme verursacht. Das ist ein bisschen wie in der Formel 1: Da hält ein Reifen ja auch nicht so lange wie an Ihrem Privatauto. Higgins und Murphy bestehen darauf, dass die Tische vor der zweiten Runde hätten neu bezogen werden müssen. Neue Tücher hat es aber erst in der letzten Nacht (also von Samstag auf Sonntag) gegeben. Wenn dann für das Halbfinale auf nur einen Tisch umgebaut wird gibt es noch einmal ein neues Tuch. Früher übrigens wurde bis zum Halbfinale auf den gleichen Tüchern gespielt. Es wird jetzt also schon einmal mehr bezogen, aber man fragt sich ja trotzdem: Kann es ein Problem sein, die Tische noch ein bis zwei Mal mehr neu zu beziehen (also z.B. vor jeder Runde)? Daran darf es doch nicht scheitern, wenn den Künstlern damit die besten Möglichkeiten gegeben werden.

Auch Turnierdirektor Mike Ganley hat bestätigt, dass viele Kicks und Probleme beim Bandenabschlag offensichtlich sind. Er hat auch zugegeben, dass außerdem noch Peter Ebdon die Bedingungen beklagt hat. Jeder Spieler bekommt nämlich vor jedem Match ein Formular in Hand gedrückt, auf dem er solche Dinge notieren muss. Und damit taucht natürlich eine neue Frage auf.

Higgins, Murphy, Ebdon - drei Spieler haben sich beschwert, soweit wir wissen. Und was ist mit den anderen 29 Spielern? Fanden die die Dinge in Ordnung oder kümmert es sie einfach nicht? World Snooker (oder genauer die WPBSA) ist kein Verein oder Verband. Es ist eine Art Spielergewerkschaft. Sie gehört den Spielern, nicht den Funktionären. Das bringt aber auch Verantwortung für die Spieler mit sich, die nicht nur an ihr Einkommen heute denken sollten, sondern auch an die Zukunft des Sportes und das Schicksal zukünftiger Spielergenerationen. Genauso nachlässig wie mit ihrem Stimmrecht sind die Spieler hier auch mit ihrer Verantwortung umgegangen.

Anderes Thema - noch ein Wort zu Stephen Hendry: Der beweist hier bei der WM, dass alle Schwanengesänge verfrüht waren. Er selber hat immer darauf bestanden, dass er noch vorne mitspielen kann. Dass er sich jetzt so stark präsentiert liegt meiner Meinung aber auch daran, dass er sein Spiel angepasst hat. Seine Erfolgsquote beim Lochen (gerade bei langen Bällen) ist nicht mehr so hoch wie zu seinen besten Zeiten. Er hat jetzt darauf reagiert, in dem er sein Risiko mindert. Matchplay-Snooker nennt man das auch. Geduldiger auf die Chancen warten, weniger riskante Bälle angehen. Ob es zum achten Titel reichen kann weiß ich nicht. aber in seiner Situation jetzt noch einmal sein Spiel umzustellen verdient Respekt und zeigt, dass sein Ehrgeiz noch immer da ist.

Auf jeden Fall bietet die WM Qualitäts-Snooker. Da macht es Spaß zuzuschauen. Das ist die beste Nachricht zur Halbzeit bei der Weltmeisterschaft

Herzliche Grüße

Ihr / Euer Rolf Kalb

  1. Dass Rolf ein glühender Hendry Verehrer ist, ist ja kein Geheimnis und auch in Ordnung.
    Aber man sollte Hendrys bisheriges Abschneiden dennoch anders bewerten. In Runde 1 stand er ganz kurz vor dem Aus gegen einen Mark Allen, der letztlich an seinen Nerven gescheitert ist, den Sack aber hätte zumachen müssen.
    Und gegen das Nervenbündel Ding, der keinen Ball gelocht hat, konnte er gar nicht verlieren. Der vom Ergebnis her klare Sieg übertüncht nur die bisher mäßige Vorstellung. Gegen einen guten Gegner wird er mit dieser Leistung ganz schnell draußen sein.
    Noch ein Wort zu den Ansetzungen.
    Dass z.B. Higgins gg. Stevens in Runde 1 spielt (könnte auch ein Finale sein), und jetzt am Sonntag(!) z.Z. Perry - Bingham und Wenbo - Swail (könnte auch eine Qualirunde sein) spielt, spricht auch nicht gerade für eine sinnvolle Ansetzungspolitik.
    Also nicht nur das Tischtuch sollte einmal ernsthaft überprüft werden, gerade wenn Snooker in Zukunft einen breiteren Kreis von Leuten erreichen möchte.

    neverevernutsVon neverevernuts, am So 27.Apr. 16:54

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  2. Nein, ich finde überhaupt nicht, dass man Hendrys Abschneiden so schlecht bewerten kann. Wenn man seine Form vor einem Monat nehmen würde, wäre er nie und nimmer bis ins Viertelfinale der WM gekommen. Und auch gegen einen Mark Allen und einen Ding Junhui muss man erst einmal ruhig bleiben und gewinnen. Genausowenig glaube ich, dass er gegen bessere Gegner sofort rausfliegt. Er ist acht-maliger Weltmeister und verbessert sich langsam aber sicher. Meiner Meinung nach wirds gegen Ryan Day schwer, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass er sich durchbeißt.
    Ich finde diese WM bisher sehr fett und es gibt allemal Qualitäts-Snooker, erst recht auch von Stephen Henry.
    Enjoy the rest!

    snookerpro13Von snookerpro13, am So 27.Apr. 16:59

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  3. Und außerdem finde ich es sehr respektlos, Begegnungen wie Perry-Wenbo als passend für eine Qualirunde zu bezeichnen. Wie Lian Ken besiegt hat, dass war schon der hammer. Und wenn gegen einen Stephen Lee gewinnst, hat das auch nichts mit einer Quali zu tun. Ich freue mich auf diese Spiele, erst recht auf Lian Wenbo, der mich sehr beeindruckt hat.
    Mfg, Leo

    snookerpro13Von snookerpro13, am So 27.Apr. 17:03

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  4. Ich sehe das ähnlich. Hendry mag sich im Vergleich zu seinen vorherigen Auftritten gesteigert haben, doch Allen hätte gewinnen müssen und Ding hat einfach schwach gespielt. Ich freue mich über jeden unter den letzten 8, der nicht immer dort steht.

    lg, Eric http://snookerblog.de

    yatil2kVon yatil2k, am So 27.Apr. 17:58

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  5. Was mir persönlich an der Entwicklung der Snokker WM der letzten Jahre auffällt, dass durch die veränderten Bedingungen der Tische(Platten erwärmen, schnellere Tücher und Banden)der Schwierigkeitsgrad deutlich erhöht wurde,was wohl jene leicht bevorteilt, die das Matchplay-Snooker beherrschen, weniger bedacht auf große Zauberkunst, die scheinbar über diese lange Distanzen, kaum noch aufrecht zuerhalten ist. Ob die Selektion des Weltmeisters in diese Richtung(Materialbedingt)der richtige Weg sei, lasse ich mal dahingestellt.Ich bin eben ein Verfechter jenen Spiels, welches nach dem langen Einsteiger, ein Abräumen des Tisches zu folge hat, wo die Mystik dieses Sports, mich magisch in den Bann zieht.

    Ich wünsche mir , dass einer dieser Ballzauberer durchkommt.
    Euch allen viel Freude

    remue100Von remue100, am So 27.Apr. 18:46

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  6. Natürlich kann man Wenbo-Swail oder Perry-Bingham nicht als Qualispiele abwerten...
    Aber meiner Meinung nach stimmt etwas nicht, wenn eine Erstrundenpartie Higgins-Stevens und ein Achtelfinale Williams-O Sullivan heißt und gleichzeitig Achtelfinals wie die oben genannten zustande kommen...

    alex_bvbfanVon alex_bvbfan, am So 27.Apr. 19:58

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  7. Ein Spiel Higgins - Stevens locker mal als Final-Partie zu bezeichnen zeugt aber auch nicht grad von großer Snooker-Kenntnis. Stevens spielt schon sehr lange nicht mehr das Snooker wie er es zu seinen Glanzzeiten gespielt hat.

    mac.woernVon mac.woern, am So 27.Apr. 20:41

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  8. Also ich finde ja, dass Higgins und Murphy da ihrem Frust über die Niederlage Ausdruck verliehen haben. Schließlich hatten deren Gegner die selben Banden und Tücher zum spielen wie sie. Ich denke, guter Snoooker zeichnet sich auch dadurch aus, auf durchschnittlichem Material beste Leistungen bringen zu können.
    Klar haben sich 3 hochrangige Profis beschwert, aber deren Gegner im selben Match eben nicht. Ebdon ist sogar trotzdem weiter gekommen. Ist er nun besser, als Murphy oder Higgins? Im Fußball sollte ein echter Profi auch auf einem schlechten Rasen gut spielen können. Snooker ist zwar ein Präzisions-Sport, aber er wird doch immer von beiden Seiten gespielt. Wenn diese Profis damit nicht klar kommen, trainieren sie wohl auf zu gutem Material, das den reellen Bedingungen nicht entspricht.

    mcsteph_comVon mcsteph_com, am So 27.Apr. 22:39

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  9. Also ich finde ja, dass Higgins und Murphy da ihrem Frust über die Niederlage Ausdruck verliehen haben. Schließlich hatten deren Gegner die selben Banden und Tücher zum spielen wie sie. Ich denke, guter Snoooker zeichnet sich auch dadurch aus, auf durchschnittlichem Material beste Leistungen bringen zu können.
    Klar haben sich 3 hochrangige Profis beschwert, aber deren Gegner im selben Match eben nicht. Ebdon ist sogar trotzdem weiter gekommen. Ist er nun besser, als Murphy oder Higgins? Im Fußball sollte ein echter Profi auch auf einem schlechten Rasen gut spielen können. Snooker ist zwar ein Präzisions-Sport, aber er wird doch immer von beiden Seiten gespielt. Wenn diese Profis damit nicht klar kommen, trainieren sie wohl auf zu gutem Material, das den reellen Bedingungen nicht entspricht.

    mcsteph_comVon mcsteph_com, am So 27.Apr. 22:39

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  10. Also ich finde ja, dass Higgins und Murphy da ihrem Frust über die Niederlage Ausdruck verliehen haben. Schließlich hatten deren Gegner die selben Banden und Tücher zum spielen wie sie. Ich denke, guter Snoooker zeichnet sich auch dadurch aus, auf durchschnittlichem Material beste Leistungen bringen zu können.
    Klar haben sich 3 hochrangige Profis beschwert, aber deren Gegner im selben Match eben nicht. Ebdon ist sogar trotzdem weiter gekommen. Ist er nun besser, als Murphy oder Higgins? Im Fußball sollte ein echter Profi auch auf einem schlechten Rasen gut spielen können. Snooker ist zwar ein Präzisions-Sport, aber er wird doch immer von beiden Seiten gespielt. Wenn diese Profis damit nicht klar kommen, trainieren sie wohl auf zu gutem Material, das den reellen Bedingungen nicht entspricht.

    mcsteph_comVon mcsteph_com, am So 27.Apr. 22:39

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  11. Also ich finde ja, dass Higgins und Murphy da ihrem Frust über die Niederlage Ausdruck verliehen haben. Schließlich hatten deren Gegner die selben Banden und Tücher zum spielen wie sie. Ich denke, guter Snoooker zeichnet sich auch dadurch aus, auf durchschnittlichem Material beste Leistungen bringen zu können.
    Klar haben sich 3 hochrangige Profis beschwert, aber deren Gegner im selben Match eben nicht. Ebdon ist sogar trotzdem weiter gekommen. Ist er nun besser, als Murphy oder Higgins? Im Fußball sollte ein echter Profi auch auf einem schlechten Rasen gut spielen können. Snooker ist zwar ein Präzisions-Sport, aber er wird doch immer von beiden Seiten gespielt. Wenn diese Profis damit nicht klar kommen, trainieren sie wohl auf zu gutem Material, das den reellen Bedingungen nicht entspricht.

    mcsteph_comVon mcsteph_com, am So 27.Apr. 22:39

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  12. autsch - sorry, mein PC spinnt ein wenig.... *Asche aufs Haupt*

    mcsteph_comVon mcsteph_com, am So 27.Apr. 22:40

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  13. 1) Von mangelnder Verantwortung zu sprechen, wenn nicht alle solche Heulsusen sind wie Higgins, Murphy usw, finde ich seltsam.
    2) Die LEistungsverteilung in der ENdrunde ist ungleichmäßig, das liegt aber am WSA-System, die Rangliste mit Ergebnissen über zwei Jahre zu berechnen. Daher repräsentiert die Rangliste oft nicht die aktuelle Leistungsstärke der Spieler. Was aber dadurch gerechtfertigt werden kann, dass Snooker im Vergleich zu anderen Sportarten so wenig Turniere hat, so dass ein Spieler mit einem kleinen Leistungstief sehr schnelle aus der Rangliste oder den Top 16 fallen würde.

    drankewiczVon drankewicz, am So 27.Apr. 23:07

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  14. Ich denke, dass es bei der WM kein Problem mit dem Material geben dürfte. Greift man den Formel 1 Vergleich auf wäre das so, als ob man im Entscheidungsrennen einigen Fahrern Reifen mit zu wenig Luftdruck geben würde:(
    Also kann ich Higgins und Murphy gut verstehen. Andererseits hatten sie einen verdammt schlechten Tag und hätten auch verloren, wenn die Banden normal abgeschlagen hätten.
    P.S: Vorhin bei ROS vs Williams kam es mir auch so vor, als wenn die Weiße das eine mal ungewöhnlich schnell abgeschlagen hätte.

    any251176Von any251176, am Mo 28.Apr. 00:24

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  15. Die drei, die sich beschwerten, haben meiner Meinung nach völlig recht! Wie man schon oftmals in den Spielen bisher gesehen hat, schlagen die Banden teilweise wirklich unberechenbar ab. Bei O´Sullivan und Maguire sieht man auch das die beiden soweit wie möglich versuchen, ohne Bande zu spielen oder nur Kopf- und Fußbanden zu benutzen. Ausserdem fällt auf, wie wenige 100er-Breaks diesmal bis jetzt geschossen wurden und das bestätigt das nur.
    Was ebenfalls auffällt ist die relativ miese Organisation der Veranstaltung. Da stimmen die Tische nicht, die Matches beginnen oft mit Verspätung, der Stream steht teilweise erst 30 Min. nach Matchbeginn usw. Mich würde es nicht wundern, wenn vor der WM im stillen Kämmerlein die Startrunden so ausgelost wurden, das die beiden Sternspieler Sullivan und Maguire im Finale aufeinander treffen müssen falls sie durchkommen, denn so sieht es irgendwie aus. Trotzdem macht es Spaß zuzusehen.

    frunzschronkVon frunzschronk, am Mo 28.Apr. 01:32

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  16. hallo any251176,

    dein vergleich hinkt. richtig wäre es, man gäbe "allen" fahrern reifen mit weniger luftdruck.
    dann denke ich, dass auch da die guten weiter vorne stehen würden, als die schlechten.

    das es nun zu einem runde2-match wenbo vs swail kommt liegt ja nun kaum am veranstalter.
    hätten lee und doherty (mein zweit-lieblingsspieler) ihre spiele gewonnen, dürften diese beiden nun in runde 2 gegeneinander spielen. nicht der bessere name gewinnt, sondern der bessere spieler!

    vince

    matthiaskummVon matthiaskumm, am Mo 28.Apr. 08:58

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  17. @ Frunzschonk

    Naja, das ist aber weit hergeholt ! Und das zu vermuten wenn Murphy und Selby, die beide auch unten angesetzt sind, schon raus sind ist dann doch etwas zu einfach, findest du nicht ?

    Wäre Selby noch drin und Maguire raus hättest du vermutlich einen anderen Namen genannt, oder ?

    Grüße

    dana_x_99Von dana_x_99, am Mo 28.Apr. 09:17

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  18. es kommt schon etwas "divenhaft" rüber, wenn man sowas hört... aber wenn man einen augenblick lang drüber nachdenkt, ist das doch sehr verständlich. das, was da teilweise auf dem tisch passiert ist, sah schon sehr seltsam aus, sodass ich nicht glaube, dass es higgins und murphy erstrangig darum ging, sich über ihre niederlage zu beklagen. dafür spricht auch, dass peter ebdon sich auch beschwert hat und gestern im match williams - ros, das sah schon so aus, als hätte sich williams öfter über den selsamen bandenabschlag geärgert. sowas sollte meiner meinung nach bei der wm nicht sein. also wenn ich mir vorstelle, ein match zu spielen und bei jedem ball fürchten zu müssen, dass der anders von der bande abschlägt, als ich will, da geht dann wohl die spielfreude verloren.
    zu hendry: ja, weiter so! ich würde mich riesig freuen, wenn er nochmal (&nach so langer zeit) den titel holen könnte. ich gönn`s ihm jedenfalls.

    dotts_igelVon dotts_igel, am Mo 28.Apr. 09:24

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  19. Wenn es schon in der 1. oder 2. Runde zu (von den Namen her) prominenten Paarungen kommt, dann liegt das nicht an finsteren Mächten oder einem Systemfehler, sondern an der jeweiligen Weltranglisten-Position. Und für die sind die Spieler mit ihren Leistungen selbst verantwortlich. Zwei Top 8 Spieler treffen frühestens im Viertelfinale aufeinander. Wenn ein Spieler aber aus den Top 8 oder gar den Top 16 herausfällt, dann muss er auch eher mit großen Gegnern rechnen. Auch im Snooker kann man sich für den Ruhm vergangener Tage nichts kaufen.

    rolf.kalbVon rolf.kalb, am Mo 28.Apr. 09:26

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  20. Es mag schon ein wenig Frust dabei gewesen sein, aber dennoch würden beide, Higgins und Murphy, denke ich nicht nur deswegen etwas zu schlechtem Material sagen, damit sie ihre Niederlage rechtfertigen könnnen. Und das Problem, daß die anderen nichts sagen, kennt man ja selbst aus dem Alltag auch. Wie oft wird unter Kollegen über irgendeinen Mißstand im Betrieb geklagt, doch wenn es dann daran geht, konkret etwas dagegen zu tun bzw. etwas zu sagen, steht meist doch einer oder zwei alleine da...
    Trotzdem macht die WM bis jetzt Spaß zum zuschauen, ich freu mich auf noch viele schöne Matches

    your_grand_admiralVon your_grand_admiral, am Mo 28.Apr. 10:17

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  21. Ich gebe jetzt auch noch meinen Senf dazu ab:-)

    1.) Die "schlechten" Banden: Meiner Meinung nach haben doch alle die selben Bedingungen... und gerade Top-Spieler wie Higgins oder Murphy sollten in der Lage sein, sowas schneller zu "verdauen" als "schwächere" bzw. unerfahrenere Spieler. Für mich sind die Beschwerden von den beiden zwar verständlich, ändern aber nichts an der Tatsache, daß sie schlecht gespielt haben.

    2.) Stephen Hendry: Ich finde es klasse, daß er wieder "voll dabei" ist. Es fällt auf, daß er sich umgestellt hat und das mit Erfolg. Klar war das Spiel gegen Allen eine Zitterpartie, die er dank seiner Erfahrung nach Hause geschaukelt hat, aber er hat gewonnen... egal wie. Und seine Zweitrunden-Match gegen Ding Junhui war zwar nicht überragend, aber er hat es geschafft, daß Junhui einfach nicht ins Spiel hineingefunden hat. Zum Viertelfinale gegen Ryan Day wünsche ich ihm jedenfalls viel Glück, denn das wird er brauchen, da Ryan Day mein Geheimfavorit ist. Ich sag nur: Große Klappe, aber anscheinend auch sehr viel dahinter. Er hat für mich bis jetzt die beste und vor allem die konstanteste Leistung geboten. Stephen Maguire hat zwar die beste Session gespielt (8:0 gg. Neil Robertson), aber die 2.Session von ihm war doch sehr unkonzentriert... Vielleicht lag es ja an den Banden... :-)

    In diesem Sinne... Viel Spaß noch bei dieser WM... Gruß Michi

    michi579Von michi579, am Mo 28.Apr. 11:11

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  22. Die Ansetzungen sind natürlich den Regeln gemäß und folgen der offiziellen Rangliste. (die von der aktuellen Spielstärke auch erheblich abweichen kann - provisional ranking wäre vielleicht besser?!)
    Meine Anregung bezog sich aber darauf gerade von diesem starren System zumindest teilweise wegzukommen. Vorbild könnte z.B. Tennis sein. Auch hier gibt es die Weltrangliste nach der in der Regel auch gesetzt wird. Allerdings obliegt es dem Veranstalter ggf. einzugreifen. So wurde z.B. in Wimbledon häufig ein Champion vergangener Jahre, der in der Rangliste abgerutscht ist, unter die Top 5 gesetzt. Ebenso wurden Briten so gesetzt, dass sie in den ersten Runden den großen Namen aus dem Weg gingen.
    Das mag dem einen oder anderen Spieler unfair erscheinen, aber für's Publikum ist's natürlich besser.
    Wieso sollte eine ähnliche Idee nicht zumindest mal angedacht werden?
    (Wer Weltmeister werden will muss eh' jedes Match gewinnen)

    Die Tischbedingungen kann ich als Laie nur schwer einschätzen. Die komischen Bandenabschläge hat ja jeder gesehen, also war sicher nicht alles ok. Aber wenn es wirklich so extrem ist, dass ernsthafte Wettbewerbsverzerrung entsteht, hätte gerade ein Higgins als amtierender Weltmeister ein Zeichen setzen und aus Protest nicht antreten können.
    Denn spielen und lamentieren erzeugt einen faden Beigeschmack.

    neverevernutsVon neverevernuts, am Mo 28.Apr. 11:16

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  23. Ich finde, dass alle die gleichen Bedingungen haben, rechtfertigt nicht, dass diese Bedingungen schlecht sind. (Dann könnte man auch auf einem Stück Teppich und Wellblech spielen.) Dadurch geht es nämlich plötzlich darum, wer sich schneller und besser darauf einstellt und wer sich Banden und Tuchfehler besser einprägt. Das mag ja eine interessante Frage sein, ist für mich aber nicht die Frage, die durch ein Snooker Match geklärt werden soll. (Wenn man diese Frage klären will, dann kann man gleich jede Session auf einem anderen Tuch oder gar Tisch spielen.) Ich denke, es sollte für die Spieler die Möglichkeit geben vor der WM unter WM Bedingungen zu trainieren. Ein Tuch das 1000 Pfund kostet und nur 20 Stunden konstant bleibt, ist natürlich nicht geeignet zum Training. Deswegen kann man sowas meiner Meinung nach nicht auf der WM einsetzen. Mein Eindruck ist, dass heute man bei dieser WM, entgegen dem was Steve Davis zum Unters@#$%d zwischen Snooker heute und vor 20 Jahren sagt, doch garantiert 3-4 Chancen pro Frame bekommt. Das finde ich schade.

    bogenballVon bogenball, am Mo 28.Apr. 11:29

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  24. @ dana_x_99:

    Nein, hätte ich nicht. Ich hab schon vor der WM gesagt, Maguire wird Weltmeister. Der einzige der das verhindern kann ist sein Angstgegner ROS oder er selbst. Dummerweise hat nun keiner mit Liang Wenbo gerechnet, mal schaun wie weit der Junge noch kommt, ich traue ihm mindestens das Halbfinale zu.

    Zu Hendry: Ich glaube nicht, das er es nochmal schafft, Weltmeister zu werden, dazu ist die Konkurrenz einfach zu übermächtig. Trotzdem muß man ihm Respekt zollen das er nicht aufgibt und weiter versucht, an frühere Tage anzuknüpfen.

    frunzschronkVon frunzschronk, am Mo 28.Apr. 11:51

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  25. Ich habe Hendry einen Sieg gegen Ding nicht zugetraut - ganz ehrlich. Und ich freue mich, dass er sein Spiel endlich umgestellt hat. In vielen Spielen der letzten Jahre hatte ich das Gefühl, dass er den Erfolg versucht hat zu zwingen. Je schlechter seine Lochquoten wurden, desto riskanter wählte er seine Schüsse aus. Wenn er nun wirklich seine Taktik beibehält und die Unsicherheiten minimiert, kann er es zumindest noch eine Runde weiter schaffen. Dann kommt es auf den Gegner an. Gegen O'Sullivan sehe ich ihn hinten, der geht heute allerdings einem schweren Endspurt entgegen und im 1/4-Finale will Wenbo in der Form auch erst mal geputzt werden...

    jonathan.brewsterVon jonathan.brewster, am Mo 28.Apr. 12:06

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  26. Ich wäre auch dafür, dass nach dem provisionel ranking gesetzt wird. Auch abschaffen sollte man die Regelung, dass der Weltzmeister immer an Po. 1 gesetzt wird.
    Noch mal zum Tuch: Es wurde der Eindruck erweckt, es sei besonders schwer auf den extrem schenellen Profi-Tüchern zu spielen. Das ist so nicht korrekt. Es ist eben ein anderes Spiel, aber durch die schnellen Tücher werden auch die Höchstleistungen der Spieler (extreme Zugbälle, "smoothe" Breaks usw.) erst möglich. Auch als mittelmäßiger Spieler kann man die Vorteile eines schnellen Tuches schon schätzen - weniger allerdings die extrem engen Taschen, die sind in der Tat ein Selektionsmittel, um Streu vom Weizen zu trennen.

    drankewiczVon drankewicz, am Mo 28.Apr. 12:13

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  27. So richtig kann ich die Spieler nicht verstehen.
    Jeder Spieler muss mit den gleichen Tischbedingungen klar kommen. Also ist die Situation für jeden gleich. Und besser sind die Tücher als in einen Club schon.
    Die Ansetzungspolitik ist auch in Ordnung.
    Warum sollen die unbekannten und jüngeren Spieler @#$% nicht mal an an einen Tv-Table spielen und das gegen einen der Großen. Wie soll mann dies anders lösen?
    Zumal uns auch die jungen Spieler überraschen, siehe Wenbo.

    tweety091285Von tweety091285, am Mo 28.Apr. 14:09

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  28. Man kennt das doch von sich selbst: wenn man verliert, sucht man die schuld überall und bei jedem. aber wenn etablierte spieler das tuch und die bande bemängeln, dann wird da schon was dran sein.filigrane spieler wie john higgins werden durch solche sachen leichter aus dem rythmus gebracht, könnte ich mir vorstellen. aber man darf auch den immensen druck auf die top spieler nicht vergessen, da ist doch ein frustabbau in solcher form noch zu tolerieren, zumal die kritik wohl der wahrheit entspricht
    grussp peter

    peterschmitz17Von peterschmitz17, am Mo 28.Apr. 14:26

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  29. Also Higgins und Murphy sind jetzt nicht unbedingt Spieler, die sich ständig über was beschweren. Hat man die Spiele gesehen kann man objektiv betrachtet feststellen, dass sie wirklich in entscheidenden Situationen Pech hatten und deshalb vielleicht den ein oder anderen Frame verloren haben. Sowas darf bei einer WM aber eigentlich nicht sein. Zu Hendry: der hat bis jetzt solide gespielt aber ob das nachhaltig ist ist die andere Frage. Ich halte ihn nicht für einen Favoriten auf den Titel. Das Traumfinale wäre Maguire-O'sullivan. Aber man weiß ja nie... nur eine schlechte Sesssion, die man 6-2 oder 7-1 verliert und der Titel kann schon weg sein. ´Der zukünftige Weltmeister darf sich keine größeren Auszeiten nehmen..

    chris_20o4Von chris_20o4, am Mo 28.Apr. 14:57

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  30. Higgins ist eigentlich noch nie als "Diva" aufgefallen, sondern eher zurückhaltend, weshalb seine Kritik durchaus ernstzunehmen ist. Letztendlich wurden die Tische ja auch verfrüht neu bezogen. Aber jetzt ist erstmal Ryan Day der Nutznießer der Situation und er gehört auch zu den ganz großen neuen Talenten.
    Stephen Hendry, der mir die Freude an Snooker vermittelt hat ( ich bin seit 15 Jahren Snooker-Fan, da ich lange in den Niederlanden lebte und englisches Fernsehen empfangen konnte) halte ich natürlich die Daumen. Es ist immer noch ein Genuss sein Spiel anzusehen.
    Greetings Ingrid

    ingrid_meyer1949Von ingrid_meyer1949, am Mo 28.Apr. 15:04

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