Do 08.Okt. 12:37
Seit gestern also ist Ronnie O'Sullivan raus aus dem Grand
Prix. Er und John Higgins haben sich wahrhaft einen Kampf der Titanen geliefert
- auch wenn beide keine fehlerlose Leistung gebracht haben. Für mich war John
Higgins der verdiente Sieger. Seine Kampfkraft und sein Allroundspiel haben ihm
die entscheidenden Vorteile eingebracht. Und Ronnie hat schlicht und einfach
seine Chancen in Frame acht nicht genutzt.
So weit - so gut. Das war eine sportliche Entscheidung. Trotzdem bin ich nicht ganz glücklich. Nicht weil es Ronnie erwischt hat, und ich denke dabei auch nicht an unsere Quote. Ich weiß, dass zum Reiz des Sportes auch ein gewisses Maß an Ungerechtigkeit gehört, dass der Zufall oftmals das Salz beisteuert. Aber ich bin der altmodischen Meinung, dass eine Weltrangliste fair sein sollte und die Leistungen der Akteure widerspiegeln sollte. Und das ist der Punkt, wo mir der Modus des Grand Prix mit den Auslosungen Bauchschmerzen bereitet. Das ist für meinen Geschmack ein bisschen zuviel Zufall. Wir haben es ja jetzt erlebt: Higgins und O'Sullivan sind unbestritten die beiden besten Spieler derzeit (auch wenn sie an einem schlechten Tag natürlich jederzeit in der ersten oder zweiten Runde rausfliegen können). Die eliminieren sich nun gegenseitig schon in Runde zwei. Und das trifft ja auch auf andere Achtelfinalduelle in Glasgow zu. Da bekommt die Weltrangliste allzu leicht Schlagseite.
Ich verstehe, dass World Snooker dem Grand Prix ein unverwechselbares Profil geben will. Man hat es mit der Gruppenphase versucht, aber das war ein Fehlschlag. Nun also die Auslosung. Für mich ist das auch nicht der Stein des Weisen - gerade in einer Saison mit nur sechs Ranglisten-Turnieren. Dann schon lieber die Shot Clock. Auch das würde dem Grand Prix ein eigenes Profil verschaffen. Zwar wird auch schon seit Jahren die Premier League mit Shot Clock gespielt, aber das ist doch etwas ganz anderes als ein normales Turnier im K.o.-Modus.
Wer mich kennt weiß dass ich im Herzen eher ein Traditionalist bin. Daher kann mich die Shot Clock auch nicht vorbehaltlos begeistern. Auf das sich langsam entwickelnde Drama möchte ich im Snooker auf keinen Fall verzichten. Aber immerhin wären für alle die Bedingungen gleich. Es wäre also eine sportliche Entscheidung, wer weiterkommt und wer ausscheidet. Jeder Spieler hätte es selber in der Hand und würde nicht vom Losglück abhängen.
Ich bin gespannt, wie Sie/Ihr darüber denken/denkt.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf KalbVielleicht sollte das Losverfahren so bleiben wie in der ersten Runde. Sprich die Hälfte wird gesetzt, jeweils die vordersten der Weltranliste, also beim Achtelfinale die 8 Besten der Weltrangliste, die noch dabei sind, (dieses Jahr also Higgins, O'Sullivan, Robertson, Allen, Hendry, Perry, Ebdon und Junhui wenn ich nicht irre), beim Viertelfinale die 4 Besten die noch dabei sind, und im Halbfinale die zwei besten. Hätte auch die Spannung, na wird der noch gesetzt, oder kommt er in die Zulosung? Dieses Jahr hatte die Loshand aber auch ein extrem unglückliches Händchen. Bedingt durch die vielen Erstrundenniederlagen gab es ziemlich wenig Top-Spieler, und die wurden auch noch zueinander gelost. Wie auch immer, entscheidend wird wohl sein, wie die Fans insgesamt reagieren (siehe Gruppenphase). Bleiben Sie bei den Spielen ohne Topspieler weg, wird man sich was einfallen lassen.
Diese Auslosung findet ja nur bei einem Turnier statt. Von daher wird sie keine gravierenden Auswirkun gen auf die Weltrangliste haben können. Und derjenige, der die beste Turnierform in dieser Woche hat, gewinnt sowieso, egal, welche Gegner er an den Tisch bekommt. Ich finde die Auslosung als zusätzliches Spannungselement sehr interessant. Und wenn man mal eine ganz andere Turnierserie betrachtet: bei PIOS wird die erste Runde auch ohne Setzliste gelost. Da spielen dann auch oft zwei Spitzenspieler der Rangliste gegeneinander, wovon der eine dann mit null (!) Punkten nach Hause gehen wird. Und da geht es schließlich um eine ganze Menge, nämlich das MT-Ticket. Da haben es die Top-16-Spieler doch noch sehr gut.
Die kriegen Punkte und Geld.
Die Idee, die Ranglistenhöchsten Spieler jeweils zu setzen und ihnen dann die Gegner zuzulosen finde ich nicht ganz schlecht. So würde jedenfalls verhindert, dass so ein Hammerspiel wie gestern nachmittag in Runde 2 stattfindet, aber viel fairer würde es dadürch vermutlich auch nicht - wenn die Topleute nämlich immer gegen die Außenseiter spielen, kann es den Anschein haben, als ob besagte Außenseiter wiederum benachteiligt werden...
Die Idee von Rolf die Shotclock in einem Main Tour Turnier einzusetzen gefällt mir sogar noch besser. Da ja in GB schon lange darüber diskutiert wurd, wie man den Snookersport wieder mehr Zuschauer verschaffen kann, wäre das sicher einen Versuch wert und so sehr verändert die Shotclock meines Erachtens das Spiel an sich nicht. Auch da sind lange Safetyschlachten nicht ausgeschlossen, was man auch schon in der PL beobachten konnte.
Ich finde die Auslosung nicht toll.
Danke Rolf, denke für deinen Artikel. Ich kann dir gar nicht genug sagen wie stark du mir da aus dem Herzen gesprochen hat!!
Ja, ich bin ein begeisteter O'Sullivan Fan und ich bin immernoch deprimiert dass er drausen ist. Aber John hat verdient gewonnen. Keine Frage.
Aber man hat gesehen. Das John und Ronnie die Massen anziehen, dass sie die Starattraktionen sind. Und dass einer von ihnen nd der 2 Runde gehen MUSSTE weil es ja einen Sieger geben muss ist sehr sehr schade und da verliert der Grand Prix einfach an Sportlichkeit und fairness.
Wenn jetzt ein sagen wir mal Qualifikant ins Finale kommt weil er "Losglück hate" und keine "Kaliber" schlagen mussste der wird doch auch untergehen wenn er gegen einen Higgins jetzt spielt.
Soll das mehr attraktiv sein..?
Warum macht man es nicht so, dass man auslost, aber man tut die Top 8 in einen Topf und die Top 8-16 und die Qualifikanten.
Praktisch wie in der Championsleague, wo ja auch nicht in einer Gruppe alle deutschen sind, bzw sein KÖNNEN.
Da sind die Top 8 Manschaften in Lostopf eins..!
Das wäre doch ein Kompromiss..
Wie du schon geschrieben hast, wenn John einigermasen normal spielt, gewinnt er den Grand Prix. Und hat damit 5800 Punkte gut gemacht. Wäre es "Normalmodus" gewesen hätte er vielleicht 100 Punkte gut gemacht..!
Das kann nicht im SInne einer tollen Vermarktung der WSA sein..!
Die Auslosungsnummer jede Runde ist nicht doll, weil da zuviele kracher in den ersten Runden kommen kann. Was dann den Reiz für die letzten beiden Runden etwas nehmnen könnte. Was ich nicht hoffen moechte.
Anderer seits müssen auch die erstmal den Druck schultern die nicht ganz soweit oben in der Rangliste stehen
Aber Robertsen und Cope stehen auch weit vorn sind jung und es macht spass ihnen zuzusehen.
Jeder Modus hat Vor und Nachteile. Wo bei ich die Idee mit der Uhr gut finde.Da wird das spiel an für sich Schneller. Was ein Ronnie, Henry und co nicht stoeren sollte. Eher ein Marco und Nigel.
Das Lossystem beim GP ist sicher unfair und läuft dem Zweck des Setzlistensystems entgegen. Und auch der Einwand eines innovativen Spannungsmoments kann hier nicht greifen, denn bei Ranglistenturnieren sind die essentiellen Spielerinteressen betroffen und entsprechend vorrangig zu beachten. Wie dieser Fall verdeutlicht, hat dies sehr wohl gravierende Auswirkungen. Es geht auch nicht nur um denjenigen mit der besten Turnierform und dessen Turniersieg auch das ansonsten wahrscheinliche Erreichen des F oder SF macht für die betreffenden Spieler einen großen Unterschied bei einem Turnier, in dem rund 16 % der Saisonpunkte verteilt werden. Im Tennis würde es heftigste Reaktionen hervorrufen, sollten Federer und Nadal auf diese Weise in der 2. Runde aufeinander treffen.
Nebenbei bemerkt sind Innovationen auch nur dort angebracht, wo man etwas als mangelhaft erkannt hat. Derartige Losaktionen sind sicher spannend (wobei der größte Nervenkitzelfaktor allerdings bei einem Losverfahren entfiele, wie es leiser_fan vorschlägt). Vielleicht könnte man dergleichen beim Masters erwägen, aber bei Ranglistenturnieren hat sowas genauso wenig verloren wie die Shot Clock, welche ich für die Premier League als nette Variation ansehe.
War ja mal wieder klar, dass Herr Kalb sich freut, dass Ronnie ausgeschieden ist...
Immer die gleiche Leier, nichts neues und ich denke, dass viele schon den Ton abstellen, wenn Sie Eurosport schauen!
Nur, wenn Ronnie aufhört, dann ist Herr Kalb arbeitslos, weil sich dann keiner mehr für Snooker interessiert!
Danke...
Ich kann Claudia und Rolf nur Recht geben!
Die beiden besten Snookerspieler gehören immer ins Finale. Wie sieht es denn aus, wenn John gegen einen Underdog deutlich gewinnt? Nein, ein Finale muss immer der Kampf der Titanen sein, nicht die zweite Runde...
Für einen Spieler muss das Finale außerdem das schwerste Spiel sein - das ist bei John jetzt nicht mehr gegeben (wohlgemerkt von der Papierform her).
Auslosung ist ok, aber 1-8 sind gesetzt und 9-16 werden dazugelost und alle erfreuen sich eines schönen Turniers.
Shot Clock ist auf jeden Fall einen Versuch wert, wobei man sagen , muss, dass Ronnie dann noch viel mehr zum Favorit wird, siehe Premier League.
Lieben Gruß an alle
Ich finde es nicht notwendig, dass im Finale die besten Spieler stehen, auch beim herkömmlichen Verfahren ist dies nicht gewährleistet, schon gar nicht werden dadurch gute Finals garantiert, die letzten Jahre waren die Finals selten der Höhepunkt der Turniere. Das Losverfahren ermöglicht auch Ranglistenniedrigeren Erfolge. Die Rangliste ist doch nur für die Pros interessant, die daraus Werbeeinnahmen generieren können.
Ich denke nicht, dass das Losverfahren das Problem ist, zumal es nur bei einem Turnier angewendet wird. Das eigentliche Problem ist doch die geringe Anzahl von Ranglistenturnieren. Um das auszugleichen und die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr zu wahren, wurden die Punkte pro Turnier erhöht. Da drängt sich mir gleich die nächste Frage auf: Welchen Stellenwert haben die China-Turniere, dass sie die gleichen Punkthöhen haben, wie der GranPrix ? Weil sie weit entfern stattfinden ? OK, das würde erklären, wieso bei den Welsh Open nichts geändert wurde.
Aber die alles entscheidende Frage bleibt: Wie soll man es richtig und gerecht machen ? Ich weiß darauf leider keine Antwort.
Ich finde auch, dass es ohne Losverfahren in der zweiten Runde durchaus schon zu Begegnungen gekommen ist, wo man sagt, beide hätten den Sieg verdient, finde es also insgesamt eher wenig problematisch und als Spannungselement sogar eher interessant.
Und nun noch ein Wort zu jimnos Kommentar: Ich lese in keiner Zeile heraus, dass Rolf sich freut, dass Ronnie ausgeschieden ist, und ich glaube, dass eher wenige Leute den Ton abstellen, wenn Snooker läuft. Denk mal vorher nach, bevor du hier so einen Quatsch veröffentlichst.
Herzlichen Gruß
Es war der kompetente und sympathische Kommentar von Rolf Kalb, der mich zum Snookerfan machte. Bitte, nur so weiter , lieber Rolf.
von Sigridauswien
Eine Auslosung ist doch die einzig faire Möglichkeit.
Was für einen Sinn hätten denn turniere, bei denen die Favoriten so eingeteilt werden, dass sie frühestens im Viertel/Halbfinale aufeinander treffen.
Klar können sie weiterhin auch mal früher ausscheiden, aber im großen und ganzen sind dann doch immer nur die selben Spieler im Halbfinale.
Dann brauch ich auch keine Turniere mehr, sondern mache aus jedem Turnier ein kurzes Spiel der Top4 der Weltrangliste.
Gerade die Auslosung und evtl. gegenseitige elimination der Favoriten schon in der vorrunde macht es spannend und eröffnet auch anderen Spielern weiter zu kommen.
Wie sollen sie es sonst schaffen, wenn sie bei jedem Turnier immer gegen O'Sullivan und Higgins spielen müssen, das wäre wahrlich schlecht für den Snookersport, den Nachwuchs in den Vorrunden immer an der Elite zerschellen zu lassen.
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