Rolf Kalb - Snooker Blog

Rolf Kalb

Die Niederlage führt zur Niederlage

Di 25.Mrz. 17:07

Eine Niederlage produziert eine Niederlage. Das ist im Snooker keine neue Erkenntnis. Gut beobachten lässt sich dieses Phänomen aber wieder bei Graeme Dott: Der Weltmeister von 2006 wartet seit August 2007 auf einen Sieg. Auch bei den China Open kassierte er als Titelverteidiger mit 1:5 gegen Barry Pinches wieder eine Erstrunden-Niederlage. Noch mehr als das Ausscheiden hat den Pocket Dynamo aber die Art und Weise schockiert, wie er verloren hatte.

Die Leistung von Graeme Dott war desolat. Das weiß er auch selber, und daraus machte er kein Geheimnis: „Ich habe Mist gespielt, einfach schlecht." Das kann einem immer mal passieren, aber die Art und Weise war alarmierend. Graeme Dott hatte nichts in der Hand, um sein Schicksal abzuwenden. Der große Kämpfer war nur ein Schatten seiner selbst. Der Wille war zwar erkennbar, aber ihm fehlten sämtliche Mittel.

Es ist eine Spirale, die in Gang gesetzt wird. Bei jeder Niederlage nagt der Zweifel am eigenen Können ein bisschen mehr, und nach jeder Niederlage wird der Druck ein bisschen größer. Da kann man schnell auf die Rutschbahn nach unten geraten. Graeme Dott machte diese Erfahrung gerade, und nach jeder Niederlage wird es für ihn schwerer werden. Auch Stephen Hendry ist in Gefahr, in diese Abwärtsspirale hinein zu geraten.

Wie man dem entgehen kann zeigt derzeit Ken Doherty. Beim Darling von Dublin geht es seit Jahresbeginn nämlich wieder nach oben. Angefangen hatte das Dilemma für den Iren bei der letzten Weltmeisterschaft. Da hätte er die Nummer eins der Rangliste werden können, verlor dann aber in der ersten Runde. Als dann der Start in die neue Saison auch danebenging drohte auch ihm die Rutschbahn. Die Wende hat er geschafft dank der Geburt seines Sohnes: „Das gibt dem Leben eine neue Perspektive und nimmt den Druck." Derart befreit kann Ken auch wieder gutes Snooker spielen.

Auffallend bei den China Open war auch, dass sich in diesem Jahr keiner der Wildcard-Spieler durchsetzen konnte. Die Profis haben wohl gelernt. Hatten sie die unbekannten und jungen Chinesen in den letzten Jahren vielleicht unterschwellig doch noch unterschätzt, so waren sie jetzt gewarnt. Gewankt haben zwar einige, gefallen ist aber keiner.

Kuriosum am Rande: Verwirrt war am Dienstag, wer den Verlauf den anderen Matches über das Livescoring der World Snooker Association verfolgte. Danach legte nämlich Ryan Day ein 70er-Break gegen Matthew Stevens vor und hatte am Ende den Frame doch noch verloren. Was war passiert? Die chinesische Scorerin hatte die Spieler einfach verwechselt und so die Punkte für den falschen notiert. Merke: Die Asiaten haben mit europäischen Gesichtern genauso große Probleme wie wir Europäer mit asiatischen.

Herzliche Grüße

Ihr / Euer Rolf Kalb

  • Bemerkung1 - 6 von 6
  1. Aber Hauptsache an 1 gesetzt !
    Respekt WSA, ihr habts raus.
    Und bloß nicht mal auf die Idee kommen nach Provisional Ranking zu setzen, wen schert es denn wenn OSullivan und Selby im 1/8 Final gegeneinander spielen, macht doch nix, ist halt eine Attraktion raus.

    Respekt !!

    Grüße
    Sascha

    dana_x_99Von dana_x_99, am Di 25.Mrz. 22:13

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  2. Sag mal Sascha gehts Dir gut??
    Rolf hat doch gestern erklärt warum man nicht nach PR Liste setzen kann.

    Tja vielleicht hätte Graeme mal den Mund nicht so voll nehmen sollen.
    Ich glaube er will es allen beweisen das er ein toller Spieler ist und scheitert kläglich.

    editha_herrmannVon editha_herrmann, am Mi 26.Mrz. 12:05

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  3. Ich war zugegeben noch nie ein Fan von Dott und seine schwachen Leistungen jetzt wundern mich weniger als seine starken bei der WM '04 und '06 und während der letzten Saison. Dott ist nun mal Prozentspieler und ihm fehlen die genialen Moment. Da ist es verständlich, dass er schwächelt, sobald die Sicherheit ein wenig fehlt, denn er kann diese nicht mit Talent zumindest zum Teil ausgleichen. Bei Hendry sieht die Sache in meinen Augen allerdings anders aus. Ich fürchte ganz einfach, dass der gute Mann in die Jahre kommt und nach über 15 Jahren ganz oben langsam nicht mehr ganz dem Druck standhält - siehe Steve Davis, der zwar seit vielen Jahren noch mitspielen kann, allerdings das letzte bisschen vermissen lässt mit seinen inzwischen satten 50 Jahren.

    jonathan.brewsterVon jonathan.brewster, am Mi 26.Mrz. 13:21

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  4. @Editha

    Ich hab den Eintrag nicht wiedergefunden, kannst mir den Link gerne schicken. Würde das gerne nachlesen, das Forum finde ich im Handling etwas kompliziert.

    Zum Thema : Das das nicht geht hat nichts damit zu tun das man es nicht ändern könnte oder ?

    Grüße
    Sascha

    dana_x_99Von dana_x_99, am Mi 26.Mrz. 15:50

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  5. Absturzgefahr bei Dott! Er hat in dieser saison etwas über 7.000 Punkte geholt. Das heißt im Provisional Ranking nur für diese Saison (ohne die Punkte der letzten Saison) ist er bis in die 30er der Weltrangliste abgerutscht.Und bei der WM ist auch Erstniederlagengefahr im Match gegen Perry. Also spätestens in ein zwei Jahren wird Dott zu tun haben in den Top 16 zu bleiben.

    belzebubinVon belzebubin, am Mo 31.Mrz. 13:24

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  6. Graeme Dott finde ich einen Spieler,der verrückt ist.Zum einen fand ich ihn
    als ganz in Ordnung.Als ich aber erlebt habe wie er sich bei der WM 2006
    bei seinem 17:14 Sieg gegen Ebdon benahm,habe ich gedacht geht es ihm gut
    oder hat er Drogen genommen? Mal ganz im ernst Herr Kalb das ist doch nicht
    normal!

    blazo_zecVon blazo_zec, am So 06.Apr. 22:27

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