Sa 09.Mai. 15:12
Nun haben wir es alle mal gesehen, das Experiment von
Snookerframes mit weniger roten Bällen: Sechs waren es in der Gruppenphase des
Finales der World Series, zehn dann in der zweiten Runde und im Viertelfinale. Ich
will ganz ehrlich sein: Überzeugt hat mich das nicht. Nicht nur, weil von Zeit
zu Zeit ein hohes Break auch mal ganz schön ist; und zwar das nicht nur wegen
der hohen Zahl, sondern vor allem in der Art und Weise, wie es konstruiert
wurde. Vor allem aber vermisse ich die sich langsam aufbauende Spannung; das
Drama braucht halt manchmal auch Zeit, um sich zu entwickeln.
Aufgefallen ist mir auch, dass einige Spieler solch kurze Frames auch verhalten angehen; dahinter steckt wohl die Angst, dass ein solcher Frame schnell vorbei sein kann. Man muss ja nicht so viele Bälle wie sonst lochen, um ein Frame entscheidendes Break zu spielen.
Meine Skepsis also bleibt. Aber es sei betont: Das ist meine ganz persönliche Meinung und nicht das Evangelium. Und außerdem: Schon als Kind und als Jugendlicher hat es mich geärgert, wenn ich das Argument hörte, man habe das schon immer so gemacht und deshalb müsse es auch so bleiben. Das ist Unsinn. Man muss Entwicklungen offen begegnen und darf sich dem nicht verschließen.
Ein Argument für die verkürzte Variante von Snooker ist ja, dass es dann schneller geht und die benötigte Zeit besser kalkuliert werden kann. Das stimmt aber nur bedingt. Eine lange Safety-Schlacht auf die Farben braucht ihre Zeit, egal wie viele Rote vorher auf dem Tisch lagen. Außerdem glaube ich, dass viele Zuschauer und Zuschauerinnen Snooker gerade wegen der sich langsam aufbauenden Spannung lieben. Der Vorteil der besseren Kalkulierbarkeit wird also erkauft mit einem eventuellen Verlust an Spannung. Ob das ein guter Deal ist? Anders sieht es vielleicht bei Exhibitions aus, wo ja in der Regel immer offener gespielt wird.
Ein anderer Vorteil liegt auf der Hand: Wenn weniger gute Spieler aufeinandertreffen, Anfänger gar, dann kann ein regulärer Frame mit 15 Roten unendlich lange dauern. Das ist auch für die Beteiligten ermüdend und allzu leicht auch frustrierend. Da kann ein Kurzframe sicher die Spiellust fördern. Da zum Beispiel oder auch bei Senioren-Events kann das der richtige Weg sein, um Spaß am Snooker und am Wettkampf zu fördern.
Mein vorläufiges Fazit also lautet: Es gibt Bereiche, da macht die verkürzte Variante Sinn. Im professionellen Bereich aber und im seriösen Wettkampf muss es für mich bei 15 Roten bleiben. Natürlich muss ein Sport sich anpassen und weiterentwickeln. Seine Seele aber muss er dabei behalten, seine Besonderheit bewahren.
Vielleicht bin ich ja aber auch nur durch langes Snookerschauen ein leicht verbohrter Traditionalist, der die Zeichen der Zeit nicht erkennt. Auch Ihre Meinung würde mich interessieren, sehr sogar.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb"Es gibt Bereiche, da macht die verkürzte Variante Sinn. Im professionellen Bereich aber und im seriösen Wettkampf muss es für mich bei 15 Roten bleiben. Natürlich muss ein Sport sich anpassen und weiterentwickeln. Seine Seele aber muss er dabei behalten, seine Besonderheit bewahren."
Danke Rolf, du sprichst bestimmt den meisten Snookerfans aus der Seele!!
Danke danke danke 
Ich kann Rolf Kalb nur volkommen recht geben. Bei Showettbewerben oder auch hier in den Vorrunden der WSS ist ein Spiel mit weniger Roten mal eine schöne Abwechslung, aber gerade bei der Main Tour möchte ich weiterhin die Möglichkeit haben, Centuries und Maximums (von 147) zu sehen. Dort wäre die Umstellung auf weniger Rote meines Erachtens kontroproduktiv.
Hmm stimmte auch voll und ganz zu. Als ich das Match gestern gesehen habe mit weniger roten fand ich es schon gewöhnungsbedürftig, aber vorallem das keine hohen breaks zustande kamen fand ich etwas langweilig. Meine Meinung ist das im Profi-snooker die ursprüngliche variante mit 15 roten das einzig richtige. Doch die Idee mit exhibitions matches oder in senior oder junior bereich ist das vielleicht genau das richtige
Danke Rolf für Deine Meinung. Ich schließe mich da gern an. Auch ich glaube, dass man bei Exhibitions ein bisschen experimentieren kann. Und auch bei Gruppenspielen, wie jetzt bei der WSS mag es abwechslungsreich sein. Aber auf keinen Fall sollte bei Ranglisten-Turnieren die Zahl der Roten verringert werden. Kein Maximum von 147 mehr? Für mich undenkbar. Ein ganzes Turnier mit nur zehn Roten wäre vielleicht noch eine Möglichkeit, ähnlich 6-red in Thailand. Aber eben zusätzlich zu den "normalen" Ranglisten-Turnieren. Bin wirklich gespannt, wie sich Snooker nun weiterentwickelt. Hoffentlich nur zum Guten und vor allem mit mehr Turnieren.
Ich schließe mich ebenfalls der Meinung Rolfs an, aber finde man sollte Snooker prinzipiell mit 15 Roten spielen! Snooker ist ein Spiel mit 15 Roten und 6 Farben und alle die weniger Bälle wollen sollten zuerst vielleicht mit einer anderen Billardvariante anfangen und danach zum Snooker wechseln. Als ich die Frames mit den 6 Roten sah, konnt ich zuerst meinen Augen nicht trauen! Für mich hatte das nicht viel mit Snooker zu tun! Naja ist jetzt nur mal meine Meinung. Bin aber auch für alles offen (fast alles) 
"Es gibt Bereiche, da macht die verkürzte Variante Sinn. Im professionellen Bereich aber und im seriösen Wettkampf muss es für mich bei 15 Roten bleiben. Natürlich muss ein Sport sich anpassen und weiterentwickeln. Seine Seele aber muss er dabei behalten, seine Besonderheit bewahren."
ganz genau so. 15 Rote im professionellen Bereich muß einfach sein.
Mir sagt die verkürzte Spielvariante auch nur bei solchen Exhibitions zu, bei der Weltmeisterschaft beispielsweise fänd ich das höchst unangebracht - einfach, weil man sich solche Titel verdienen muss, und der Sieg bei kurzen Frames schneller und einfacher zu erringen ist, wie ich finde.
Ich kann mich Rolf nur anschließen. Gerade der taktische Aspekt geht mir zu stark verloren, Wenn ein kleines Braek hier schon die Entscheidung bringen kann, dann hat das mit Snooker vom Ursprung her wenig zu tun
Nein , Null ist auch nur eine Zahl. Bei einem Endwert von mehr als fünfzehn Punkten soll es bleiben! Man muss ersteinmal einen gemeinsamen Nenner haben ,A/B=V5+1/2=1,618033(A/C=...)!! Es für statistische Zwecke zu versteigern,verschärfen wäre nur ein weiteres Null-(Minus-)diät Problem.
Seinem Trust zu folgen, heisst auch neunter sein. Das ist schon viel wert, Spielt doch Räuber-Snooker?!
Ich habe gerade mal 2 Frames dieser "Miniversion" gesehen...das konnte mich nicht überzeugen. Ich bezweifele auch, daß man damit neue Fans für Snooker finden wird.
Im Übrigen, Rolf, wieder ein erklassiger Kommentar.
Ziel dieser Turnierserie ist es ja, neue Snookerfans zu gewinnen und die britische Sportart auf dem "Kontinent" attraktiver zu machen. Das wird mit weniger Bällen auf dem Tisch nicht gelingen. Beim Biathlon als "langsame" Sportart hat man ja auch versucht, durch neue Turniermodi den Ablauf zu beschleunigen. Hauptziel: Bessere Fernsehtauglichkeit und Werbeeinnahmen. Folge: Reizverlust durch Ballermannstimmung. Snooker fasziniert ja gerade auf Grund der langen Safetyduelle und den vielen Wendungen, die ein "Best of 35" so spannend machen. Snooker ist keine leichte Kost, wo man nach belieben hin und herzappen kann. Entschleunigung kann so spannend sein! Also, liebe WSA: Zeigt den Leuten echten Snooker, sponsert Vereine und stellt Tische in den Snooker-Entwicklungsländern auf. Dann kommt der Erfolg irgendwann von alleine. Nebenbei: Macht keinen Bogen um die wachsende Fangemeinde in Deutschland, die ja immerhin inzwischen Hallen füllt!
hallo zusammen,
ich denke es ist schon eine ziemlich krasse Umstellung für die Spieler, ob 10, od. 15 Rote!!! Als TV Zuschauer, ist es aber doch interesant, dass man auch mal Spieler zu sehen bekommt, die man auf der Maintour, und vorallem in den Hauptrunden nicht sieht. Ich dachte gestern Abend spielt der Bruder von Steven Lee (Scherz
). Aber ändert bitte die Kameraperspektive, das ist ja grauenvoll.
Aja, wie siehts eigentlich hierbei mit Centuries aus??? das ist ja fast unmöglich!!! Zählen die auch in der Spielerstatistik?
c.s.
Nabend *winke*
ich bin ein ziemlicher Traditionalist. Manchmal muss man aber aus Varianten Chancen machen. Wir spielen in Sachsen eine Turnierserie, da wird in der Vorrunde eine oder zwei Gruppenphasen gespielt, um auch den Frühausscheidern eine Mindestzahl von Spielen zu gönnen. Um das ganze in einem zeitlichen Rahmen zu halten, gibt es eine Regelung: Ein Zeitlimit ... bei Bo3 60 Minuten, bei Bo5 90 Minuten. Ist das Match nach diesem Zeitlimit nicht entschieden, werden die verbleibenden Frames als Shot Out gespielt, mit nur EINER roten. Das mag niemand so recht, weil es ein Glücksspiel ist aber was will man machen, der Tag hat nur 24 Stunden und die Nacht noch dazu nehmen, ist auch keine Lösung.
Hier sehe ich eine gute Möglichkeit für Spiele mit weniger roten. Nächste Woche ist Snookerbeirat, das Thema spreche ich auf jeden Fall an ... alles ist besser als Shot Out *daumenhoch*
Für die Profi- und Halbprofigeschichten bleibts für mich natürlich bei 15 roten, zumindest in den entscheidenden Runden, da kommte der Traditionalist durch. So, wie es bei der World Series gemacht wird, ist das sicher auch ein Kompromiss aus Zeitgründen, um viele Spieler sehen zu können. Ich hab damit kein Problem. Nur gegen eine generelle Regelung mit weniger roten hätte ich schon heftige Einwände !
Ich denke so, jede Sportart sollte für Neues offen sein. In dem Falle also Billard als Oberbegriff.
Wenn hier experimentiert wird ist das nur legitim.
Snooker aber ist eine "Institution" und sollte dies auch bleiben, mit genau den Regeln, die das Spiel so spannend und erlebnisreich machen.
Und egal, ob für Profis oder Amateure, Alte Hasen oder Anfänger.
Prinzipiell gehe ich mit Rolfs Meinung mit. Und ich gehe auch mit, dass man "Experimenten" nicht rigoros unaufgeschlossen sein sollte.
ABER: ein ganzes Match nur mit 6 oder 10 roten - da fehlt etwas. Um dieses Fehlen zu korrigieren und trotzdem damit zu experimentieren, schlage ich folgenden Kompromiss vor, wenn denn schon unbedingt mit nem kleinen Pulk gespeilt werden soll: Innerhalb eines Matches klein (6) anfangen und dann größer (10,15) werden. Das baut dann auch wieder Spannung auf. Die Anzahl der Frames mit 6 oder 10 ist von der Matchdistanz abhängig.
Trotz alledem ist nix schöner als unsere alte 15er-Variante über die ganze Distanz.
Für Exibitions und nicht Maintour Tuniere eine interessante Sache aber bei den MT Tunieren sollte es man bei 15 roten belassen.
hallo, ich bin erst seit januar snooker begeistert. ich schliesse mich rolf´s meinung an. ausprobieren kann man alles, aber mit 15 roten ist die spannung viel, viel größer. bei den jetzigen frames wurde es ein bißchen langweilig! ich hoffe das es so bleibt!
Stimme grundsätzlich zu, auch mir gefällt die orginale Variante entschieden besser. Die Frage ist halt, wie repräsentativ die Ansicht der "alten" Anhänger ist und wie das neu dazu Kommende beurteilen.
Die Diskussion über Beschleunigung und Zuspitzung auf kurze, dramatische Entscheidungen gibts ja auch anderswo. Z.B. im Radsport kürze Etappen oder im Langlauf die Einführung und Häufung von Sprint-Wettbewerben. Das sollte der Attraktivität dienen, mir als altem Anhänger gefällts aber ehrlich gesagt nicht, da ist mir ein 50-Km-Lauf allemal lieber, weil da ganz andere Anforderungen und Charakteristika des Sports und ganz eigene Dramen zur Geltung kommen.
Hallo Rolf,
Danke für den sehr ausgewogenen Artikel. Wenn man überhaupt von den 15 Roten abweichen müsste, dann könnte man die Einteilung so treffen. Ich persönlich würde es schöner finden, wenn es bei 15 Roten (insgesamt) bleibt, da ich Snooker als erholsamen Sport ganz entgegen der sonstigen "Weltstimmung" finde. Ich genieße die ruhige Atmosphäre. Einfach ein schöner Kontrapunkt in der Freizeit zu unserer sonst doch sehr beschleunigten lauten und auf schnelllebigen Welt. Ich finde, das sollte so bleiben.
Ich finde weniger Rote beim Snooker nicht ansprechend. Nach einer langen Safety-Schlacht ist bei sechs oder zehn Roten nicht so ein "gewurschtel" auf dem Tisch, was bedeutet, wenn man einen langen Einsteiger verschießt, der Gegner eine höhere chance hat eine lochbare Rote vorzufinden.
Ausserdem ist Snooker meiner Meinung nach ein Traditions reicher Sport. Und zur Tradition gehöhrt auch die strenge Beachtung von Regeln. Ein Reiz den Snooker hat, ist auch das sich Regeln nicht sonderlich verändern.
Ja, ja und nochmals, ja!
Mehr kann und will ich dazu nich sagen.
Und nu, gute Nacht!
Ich finde auch das bei offiziellen Turnieren die bisherige Regelung mit 15 roten gut ist. Weil gerade dadurch kann sich das Spiel entwickeln und seine eigene Spannung aufbauen.
hallo zusammen,
als ich den ersten frame aus portugal gesehen habe, dachte ich anfangs, ich habe einen falschen sender erwischt. die komische kameraeinstellung und die wenigen roten auf dem tisch hatten mit snooker wenig zu tun. andererseits gebe ich kahlbutz als aktivem snookerspieler voellig recht: man kann nicht in jedem turnier die 15 roten durchziehen. meine (persoenlichen) versuche im snooker sind bei 15 roten zu frustrierend; vielleicht kaeme ich mit einer roten besser zurecht, aber das ist eben kein snooker mehr. fazit: snooker und 15 rote sind untrennbar miteinander verbunden.
Ich kann mir Snooker mit weniger Roten auch nicht auf der Maintour vorstellen. Klar muss auch Snooker offen für Veränderungen sein, aber die Sportart sollte sich nicht verbiegen. Da finde ich Experimente in Richtung Gruppenphasen oder bei der Anzahl der Gewinnframes schon eher vorstellbar.
Weniger rote Kugeln nehmen zum Teil die Spannung raus. Was mann tuen kann ist das mann die Distanz kürzt. Denn dann kommt glaube ich trotzdem noch Spannung dabei raus.
Danke, Rolf, für diesen perfekt formulierten Kommentar; ich kann mich dem zu 100% anschließen.
Die verkürzten Frames fand ich einfach nur langweilig! Gegen Regeländerungen/-ergänzungen an sich wäre prinzipiell nichts einzuwenden, sofern sie Sinn ergeben und gleichzeitig nicht auf eine so deutliche Ablehnung stoßen wie hier. Also: Dieses Experiment sollte man als gescheitert betrachten, knicken, lochen und abheften!
Dank an Herrn Kalb, für diesen objektiven Kommentar, dem ich mich nur zur Gänze anschließen kann. Mein Fazit, aus der Sicht des Zuschauers und des laienhaften Amateurspielers, lautet, dass "wir" keine verbohrten Traditionalisten sind, wenn wir im professionellen Spiel 15 rote Kugeln erwarten. Was ich allerdings erwarte, ist nie wieder diese Kameraposition... GRAUENHAFT... ANsonsten freue ich mich auch weiterhin auf gut kommentierte Snookerspiele mit 15 roten Kugeln. Gruß aus Berlin, Robert
Es war wirklich schön, dass man es mal ausprobiert hat. Ich persönlich brauche es aber kein zweites Mal zu sehen. Warum sollte man es auch ändern? Die letzten Jahrzehnte hat es doch so auch funktioniert und es hat an nichts gefehlt.
John Higgins muss sich entscheiden: Will er eine Folge von Exhibitions, oder will er eine ernsthafte Turnierserie? Wenn er so weitermacht, werden die ernsthaften Snookerfans vergrault. Verbeugungen vor dem Massengeschmack haben wir in anderen Bereichen schon genug. Ich habe bisher fast alle Übertragungen von Eurosport angeschaut, aber bei diesem Turnier nach 40 Minuten abgeschaltet, wegen der verringerten Ballzahl und der grottenschlechten Kameraposition. Sorry, John, just my opinion!
@ fpwolf: Für die ungünstige Kameraposition konnte John Higgins wohl eher nichts, und inwiefern er Einfluss auf die Spielvariante hatte, weiß ich auch nicht. Aber du hast schon Recht damit, dass man die eingefleischten Snookerfans damit auf Dauer vergraulen könnte - denn wir halten den allmählichen Spannungsaufbau durch hohe Breaks und viele Kugeln ja für die Seele der Sportart.
Andererseits muss ich einem anderen Kommentator hier auch damit Recht geben, dass es nicht die schlechteste Lösung ist, wenn man den Zuschauern so viele Stars wie möglich präsentieren möchte.
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