Rolf Kalb - Snooker Blog

Rolf Kalb

Happy nach der Tort(o)ur

Di 26.Feb. 10:44

Sonntagabend um Mitternacht im Hotel in Unterschleißheim: John Higgins, Steve Davis, Shaun Murphy und Ryan Day sind geschafft. Noch einen kleinen Schluck als Absacker - nein danke. Lieber sofort ins Bett. Eine halbe Stunde hocken wir dann doch noch in der Lobby und quatschen. Ein bisschen Abspannen in entspannter Atmosphäre muss dann doch noch sein. Das war der Abschluss der Snookerstars-Tour.

Wenn ich in der Überschrift von einer Tortur schreibe, dann nicht, weil die Spieler genervt gewesen wäre oder sie irgendetwas gestört hätte. Ganz im Gegenteil. Sie waren happy; auch ihnen hat die Tour viel Spaß gemacht. Aber harte Tage waren es allemal. Jeden Morgen war es noch dunkel, wenn der Wecker klingelte, weil der ganze Tross zum nächsten Tour-Ort weiterreisen musste. Am Abend dann wieder Vollgas geben bei der nächsten Exhibition und anschließend noch mit unendlicher Geduld Autogramme geben, bis alle Wünsche befriedigt waren.

Nie haben sie sich beklagt, nie gemeckert, waren zu allem bereit. Das sind Vollprofis, die mit Leib und Seele ihren Fans was Besonderes bieten wollten und ihren Sport populärer machen wollten. Davor kann ich nur den Hut ziehen. Und meiner Meinung nach ist ihnen das auch gelungen.

Natürlich hakte es hier und da. Daraus werden die Veranstalter lernen. Aber eines darf man nicht vergessen: Wenn die Rolling Stones auf Tour sind, dann arbeiten im Hintergrund ein paar Hundertschaften, die auch gut bezahlt werden. Die Snookerstars-Tour wurde hauptsächlich von Freiwilligen gestemmt, die ihre Freizeit geopfert haben. Auch vor ihnen ziehe ich den Hut.

Attraktives Snooker zeigen und gleichzeitig auch Spaß zu bieten, das ist keine einfache Aufgabe. Diese Gratwanderung haben sie perfekt hingekriegt. Toll war aber auch, dass das Publikum mitgezogen hat. Da ist der Funke übergesprungen - und zwar in beide Richtungen. Deshalb waren die Spieler am Ende in der Hotel-Lobby happy.

Natürlich ist nicht alles gelungen. Weltklasse-Snooker kann man nicht aus dem Ärmel schütteln. Beispiel Hamm: Fast den ganzen Tag haben sie auf dem Flughafen gewartet: Flugverschiebung, Absage des Fluges, neue Flüge finden, wieder Verspätungen. Als sie dann endlich in Dortmund gelandet sind müssen sie mit einem Wohnmobil abgeholt werden, weil die angemieteten Autos am Flughafen Köln stehen (da sollten sie eigentlich landen). Von der Autobahn ging es dann direkt in die Halle, schnell dort unter die Dusche und raus zum Publikum. Dass dann der eine oder andere Ball verschossen wird ist doch klar. Aber immerhin: Mit Breaks von 99 und 122 Punkten hat Ryan Day doch sofort zum Anfang für einen Kracher gesorgt.

Das Publikum und die Begeisterung der Zuschauer fanden sie alle toll. Und Shaun Murphy hat noch ein besonderes Lob parat: „Das Publikum in Deutschland weiß mehr über Snooker. In Prag haben sie auch bei den schlechten Bällen geklatscht; hier haben sie gesehen, was gut war und wo was nicht geklappt hat." Nach einer halben Stunde verschwand dann jeder auf seinem Zimmer. Die Verabschiedung: „See you in China."

Herzliche Grüße

Ihr / Euer Rolf Kalb

  • Bemerkung1 - 5 von 5
  1. Schöner Bericht.
    " See you in China " heisst aber nicht das Rolf in China vor Ort ist.
    Oder Rolf ?;)

    editha_herrmannVon editha_herrmann, am Di 26.Feb. 12:20

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  2. Danke für den kleinen "Nachschlag".
    Von meiner Seite nochmals vielen Dank an alle Akteure und Helfer.
    Es war ein unvergesslicher Abend in Unterschleißheim. Ich hoffe
    doch sehr, daß die vier "Botschafter" in Sachen Snooker immer wieder
    gerne nach Deutschland kommen werden - vielleicht bringen sie ja noch
    ein paar Freunde mit dann... :-)

    nixenbaerVon nixenbaer, am Di 26.Feb. 15:15

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  3. Ich war in Unterswchleißheim dabei und es war einfach nur der Wahnsinn. Was mich aber am meisten beeindruckt hat war die Offenheit der Spieler gegenüber ihren Fans. Ich hatte ein VIP Ticket und hatte das Riesenglück, mit den Spielern im VIP Bereich zu sein. John und Steve haben mir ein Autogramm während sie gegessen haben gegeben, und John hat auch noch nach meinem Namen gefragt um "To Claudia" hinzuschreiben. Wahnsinn. Und am Ende saßen sie immer noch da und haben alles mögliche signiert.
    Ich hätte niemlas gedacht, dass so Superstars wie die so geduldig sein können!

    claudiasowoidnichVon claudiasowoidnich, am Di 26.Feb. 17:37

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  4. In Unterschleißheim habe ich zum ersten Mal Live-Snooker erlebt.Ich wollte einfach keine einzige Sekunde der Show verpassen.Mir hat besonders das "Big Break Special" Spiel gefallen.Ich hoffe nur, dass eine solche wunderschöne Veranstaltung jährlich wiederholt und immer die besten Snookerstars mitkommen.Nächstes jahr auch mit Ronnie O' Sallivan dabei.Vielen Dank an alle Beteiligten!!

    stefanoskoumpourasVon stefanoskoumpouras, am Do 28.Feb. 00:21

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  5. Toller Dialog,Herr Kalb.

    blazo_zecVon blazo_zec, am So 06.Apr. 22:52

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