Um Reifenbreite

Andreas Schulz

Fiesta mit Fragezeichen

Sa 29.Aug. 00:48

Vuelta 08 Feature Aller guten Dinge sind drei: Mit der Vuelta steht die letzte große Landesrundfahrt an. Zu Unrecht steht sie häufig im Schatten von Tour und Giro und gerade die 64. Auflage hat's gehörig in sich - in vielerlei Hinsicht.

Da ist zunächst die Strecke: Erstmals startet die Rundfahrt außerhalb Spaniens - und gleich bei dieser Premiere macht die Vuelta nun nach Tour und Giro einen, wenn auch kurzen, Abstecher nach Deutschland. Ja, genau: Deutsches Festland, nicht Mallorca. Sind zwar nur knapp 30 Kilometer auf der 3. Etappe, aber immerhin. Ansonsten sorgt der Start in den Niederlanden für einen sehr frühen Ruhetag vor dem fünften Teilstück - Erholung, die den Fahrern später bitter fehlen wird, wenn es von der 12. Etappe an 'non stop' gen Madrid geht.

Wie bergig eine Rundfahrt auch ohne Pyrenäen sein kann, zeigt der Parcours 2009 eindrucksvoll - wer nicht exzellent klettern kann, hat keine Chance aufs Podium. Highlights versprechen aber auch die Zeitfahren auf den Motorsport-Strecken von Assen und Valencia. Klar, wie so oft wird die Vuelta etlichen Stars „nur" zur Vorbereitung auf die WM dienen. Doch das Feld ist mit Topfahrern bestens versorgt und viele von ihnen haben gehörig Wut im Bauch.

Revanche und Rückkehr

Da sind einerseits die Rundfahrt-Asse, die nach einer verpatzten Tour auf Wiedergutmachung brennen. Allen voran Cadel Evans oder Kim Kirchen, aber auch Sturzopfer Robert Gesink oder Linus Gerdemann, der in Frankreich mit Rang 24 nicht sein ganzes Potenzial zeigte.

Hinzu kommen aber vier Favoriten, die aus diversen Gründen einen Bogen um die 'grande boucle' gemacht hatten. Mit Startnummer 1 geht Olympiasieger Samuel Sanchez ins Rennen, der sich ganz auf das Heimspiel konzentriert hat und nach Rang drei im Jahr 2007 diesmal ganz vorne landen möchte. Sein größter einheimischer Widersacher dürfte Alejandro Valverde sein. Doch warum über zwei Monate nach seiner Dopingsperre für Rennen in Italien noch immer nicht geklärt ist, ob der Bann ausgeweitet wird, ist einfach nur frustrierend.

Den größten Wirbel hat aber die Rückkehr von Alexander Winokurow verursacht. Ohne Rücksicht auf Verluste hat er sich wieder ins Astana-Team gedrängt - einer der seltenen Fälle, in denen Johan Bruyneel mal klein bei geben musste. Entscheidender und dreister noch ist die Schmerzfreiheit, mit der sich der Kasache zurück meldet. Klar, jeder hat nach verbüßter Sperre das Recht auf eine zweite Chance, so sind die Regeln.

Aber das Schuldbewusstsein des Vuelta-Siegers von 2006 ist anscheinend inexistent. Dass er vor zwei Jahren die Tour durch sein Blutdoping an den Rande des Abbruchs brachte, scheint Winokurow einfach zu ignorieren. Es gibt offenbar aus seiner Sicht nur ein einziges Opfer jenes Skandals - und das ist er selbst. Da muss man dann plötzlich auch als Berichterstatter ordentlich auf die Zähne beißen.

Geläutert gibt sich der einstige Telekom-Profi jedenfalls nicht - und das unterscheidet ihn von Ivan Basso. Der Italiener greift bei seiner Vuelta-Premiere nach dem Gesamtsieg, während Landsmann Damiano Cunego eher den Form-Feinschliff Richtung WM im Auge hat.

Für Feinschmecker: Sprinter & Talente

Neben den etablierten und teilweise arg ramponierten Namen dürften sich aber auch etliche junge Hoffnungsträger bei der Vuelta beweisen. Ich bin gespannt, wie sich etwa Jacob Fuglsang (Dänemark), Lars Boom (Niederlande) oder Daniel Martin (Irland) bei ihren ersten dreiwöchigen Rundfahrten schlagen werden.

Im Blickpunkt stehen auch die Sprinter, die ohne Superstar Mark Cavendish endlich die Chance haben, hochkarätige Siege zu holen. Dementsprechend vollzählig sind sie am Start: Immerhin können wir uns auf Duelle zwischen Ciolek, Greipel, Boonen, Farrar, Bennati, Freire und Davis freuen - um nur die wichtigsten zu nennen. Selten waren in den letzten Jahren so viele Top-Sprinter bei der Vuelta am Start.

Radsport lebt - trotz allen Tiefschlägen

Natürlich fährt auch in Spanien der Doping-Verdacht immer mit - das hat zuletzt der Fall von Mikel Astarloza wieder gezeigt: Man hat noch kaum den Urlaubskoffer nach der Tour gepackt, ist der erste Etappensieger auch schon erwischt.

Da fällt es manchmal schwer, nicht zum Zyniker zu werden. Doch zum Glück ist der Radsport auch mehr als nur seine Profisparte. Nur zwei Beispiele von vielen, die einem dann wieder Freude und Hoffnung machen: Wer die tausenden mehr oder minder ambitionierten Fahrer in Hamburg bei den Cyclassics gesehen hat, die das Hauptrennen fast in den Schatten stellten, dem ist um den Radsport an seiner Basis nicht bange.

Und dass Sport manchmal mehr ist als nur möglichst schnell von A nach B zu kommen, beweist gerade eine deutsch-spanische Truppe, die auf dem Weg ins Baskenland ist: Vom badischen Pforzheim aus fährt sie über knapp 1600km nach Gernika, um so das 20. Jubiläum der Partnerschaft jener beiden von Bomben einst so schwer zerstörten Städte zu feiern. Eine Friedensfahrt der ganz besonderen Art.

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  • Bemerkung1 - 23 von 23
  1. Schön, dass es hier wieder weitergeht!

    Erstmals startet die Rundfahrt außerhalb Spaniens ...Nein, es gab schon einen Start in Portugal :)

    harry.morganVon harry.morgan, am Sa 29.Aug. 02:28

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  2. wenn Valverde und Wino mitfahren, werde ich mir die Farce nicht antun.

    nrgman76Von nrgman76, am Sa 29.Aug. 04:29

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  3. vuelta de doping !!!

    hartmut_pospichVon hartmut_pospich, am Sa 29.Aug. 06:55

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  4. Fährt Alberto Contador ganrnicht mit?

    christian.o1994Von christian.o1994, am Sa 29.Aug. 08:38

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  5. Werde mir die Vuelta auf jeden fall ansehen. Contador fährt ja nicht mit und Valverde wird sich wohl hüten irgendwas zunehmen (denk ich mal...lol) Wino mal sehen wie er drauf ist. Ich bin eher gespannt wo Evans landet, irgendwie tut er mir schon leit als ewiger 2te.

    bernd2978Von bernd2978, am Sa 29.Aug. 08:44

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  6. vollgesprizte Affen

    davechekerVon davecheker, am Sa 29.Aug. 09:11

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  7. christian.o1994, mein Name ist Cerador.

    cerador1Von cerador1, am Sa 29.Aug. 09:24

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  8. hehe, immer wieder schön zu sehen, dass manche leute die hier posten ein enorm hohes niveau an den tag legen (lol).

    ich für meinen teil freue mich auf die vuelta. nichts ist besser um so manch langweiligen nachmittag zu überbrücken. toller sport und wunderschöne bilder.

    das dopingthema fährt leider immer mit. aber wie schon des öfteren gesagt wurde: dies ist auch bei jeder anderen sportart der fall. ich wüßte gerne, ob zb. die jamaikanischen sprinter nur halb so oft getestet werden wie radsportler.

    mfg

    grulnahrVon grulnahr, am Sa 29.Aug. 11:42

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  9. Doch warum über zwei Monate nach seiner Dopingsperre für Rennen in Italien noch immer nicht geklärt ist, ob der Bann ausgeweitet wird, ist einfach nur frustrierend.

    semje011Von semje011, am Sa 29.Aug. 11:56

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  10. Ohne Rücksicht auf Verluste hat er (Vino) sich wieder ins Astana-Team gedrängt

    semje011Von semje011, am Sa 29.Aug. 11:58

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  11. Der Radsport lebt, das steht wohl fest.
    Ein weiteres Beispiel dafür wäre die von ein paar Enthusiasten privat gestartete Deutschland-Tour 2009.

    semje011Von semje011, am Sa 29.Aug. 12:08

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  12. Warum werden hier meine Beiträge gekürzt? Zensur?

    semje011Von semje011, am Sa 29.Aug. 12:09

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  13. Danke, Harry,
    dass du schlecht recherschierte Beiträge hier richtig stellst.
    Übrigens... Harry, fahr schon mal den Wagen vor.
    Gruß, Derrick

    linusil_123Von linusil_123, am Sa 29.Aug. 14:28

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  14. @ harry.morgan:

    stimmt - sorry: Habe den Auftakt in Lissabon 97 vergessen. Und das, obwohl's von dort auch auf 'ne Motorsport-Rennstrecke (Estoril) ging.

    Gruß
    Andreas Schulz

    eurosport_onlineVon eurosport_online, am Sa 29.Aug. 15:49
  15. bin auch gespannt auf die vuelta, vom profil her scheints ja ne harte kiste zu werden - und große namen fehlen nicht. auf vino könnte ich zwar auch verzichten, aber da müssen wir wohl leider durch. drücke gerdemann die daumnen, der ist stärker als es die tour glauben ließ.

    napfkarl80Von napfkarl80, am Sa 29.Aug. 15:54

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  16. All die hier von Doping etc etc reden... habt ihr euch die Leichtathletik WM angesehen? Also würd ich hier keine grosse sprüche kommen lassen von wegen Vuelta de doping usw.....

    schloesserdavidVon schloesserdavid, am Sa 29.Aug. 17:02

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  17. Die Vuelta ist die reinste Farce-das ist ein Moonwalk ohne Stil und ohne Zuschauer.War ein dicker Fehler,das so zu verlegen
    Als Dietzen und Rominger das noch gewannen,war es geiler

    Dieses Event ist nix mehr-NULL

    Giro und Tour sind echt dicke Dinger-Aber Vuelta?NULL

    Da ist die dauphinee oder die Tour Down Under oder selbst Tour de Carlifornia geiler

    war mal ne schöne Rundfahr-nun bleibt bloss Wüste

    tobispitzVon tobispitz, am Sa 29.Aug. 17:26

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  18. Vuelta ohne Andreas Schulz als Kommentator? Sehr schade!

    @tobi

    Ja, aber diesmal könnte es bei dem Fahrerfeld interessant werden: Valverde, Basso, Vinokurow, Evans, etc.
    Und naja die Dauphine hat genauso wenig Zuschauer obwohl sie teils über TdF Strecken führt :)
    Wann war die denn früher? Im April? Da hat das doch bestimmt jeder nur zur Vorbereitung genutzt, wobei es bis zur Tour ja eigentlich noch ziemlich weit ist. Aber im April liegt auf den Bergen doch eh noch Schnee.

    harry.morganVon harry.morgan, am Sa 29.Aug. 19:04

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  19. Die war sogar im März

    aber Spanien ist nicht Deutschland.Es war zwar kühler aber nicht arschkalt

    Also-die Vuelta ging doch selbst 99 jedem am Arsch vorbei,als Ullrich gewann.
    Und Zuschauer gibt es dort auch keine-es ist einfach erbärmlich

    tobispitzVon tobispitz, am Sa 29.Aug. 19:38

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  20. Ich errinere mich sogar, dass 2000 die ARD die Vuelta übertragen hat, weil Ullrich dabei war, obwohl er dort nix gebracht hat und für die WM (oder wars Olympia?) früher ausgestiegen ist.

    Es fehlen auch richtige Klassiker die jedes Jahr auftauchen wie bei der Tour. Allenfalls am Angliru ist etwas Stimmung. Dazu kommt die im Vergleich zur Tour schlechte Bildführung (angefangen beim Menü- Layout; bei der Tour sieht man auch immer wie weit es noch zum Ziel/Berg ist, dazu immer aktuelle Abstände, gute Bildführung) , die Streckenführung ist teilweise auch komisch. Wobei ich die Vuelta auch schon länger nich mehr gesehen habe, ich fand das beim Giro dieses Jahr aber auch ziemlich unprofessionell. Da sollte ruhig mal die ASO einsteigen, die machen das gut.

    harry.morganVon harry.morgan, am So 30.Aug. 02:27

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  21. schloesserdavid
    Wenn Leichtathleten, Schwerathleten, Tennisspieler, Minigolfer und Angler dopen, dann hat das für den Radsport keine Bedeutung. Jeder kehre vor seiner eigenen Hütte. Der Radsport hat ein riesiges Dopingproblem, denn es gibt seit mehr als einem Jahrzehnt, seit Greg Lemond, keinen Spitzenfahrer mehr, der nicht unter starkem Dopingverdacht steht - oder wie Pantani, Ullrich, Riis, Landis, Basso, Valverde, Zülle etc. als Doper überführt wurde. Es hilft doch zuletzt alles nichts: der dopende Radsport wird irgendwann keine keine Sponsoren, keine Fernsehübertragungen und keine Veranstalter mehr haben. Die Betrüger und Lügner müssen raus - sonst geht das Licht aus. Mit unerlaubten Hilfmitteln den ergaunerten Sieg erreichen, das ist eben nicht fair und nicht sportlich und nicht richtig.

    s.sam17Von s.sam17, am So 30.Aug. 09:22

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  22. @tobispitz
    War gestern in Assen. Super Stimmung und auch Zuschauer.
    Leider kam man nicht nah genug an die Fahrer (GP Strecke).
    Herrn AW wurde auch gezeigt wie man zu seinem Comback steht (Pfiffe beim Start und Zieleinlauf)
    Sonst sind die Holländer ein lustiges Volk besonders wenn die eigene Mannschaft bzw Landsleute gestartet sind.

    radfreund.barrigsenVon radfreund.barrigsen, am So 30.Aug. 13:28

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  23. Wann wird ENDLICH der schwachsinnige "Planet A (ffen) rmstrong" aus dem Programm genommen???
    Hatte eigentlich ES eingeschaltet um die Vuelta zusehen und nicht den Deppen!!

    bernd2978Von bernd2978, am Mo 31.Aug. 16:07

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