Mi 22.Jul. 10:17
Wenigstens diese Vorhersage hat gestimmt. Mein zugegeben etwas mutiger Tipp für die 16. Etappe (Gerdemann vor Chavanel und Moreau) hatte sich schon früh als Rohrkrepierer abgezeichnet. Doch im Finale des Rittes über die beiden Sankt Bernhards gab es dann eine fast absolut sichere "Zusatzzahl".
Die Frage war beinahe rhetorisch: Welchen Platz wird Sandy Casar im Ziel belegen? Na welchen schon - den zweiten natürlich, so wie eigentlich immer. Der 30-Jährige ist wirklich zu bedauern: Bereits zum sechsten Mal in seiner Laufbahn verpasste er den großen Coup beim wichtigsten Rennen der Saison. "Erst haben wir so lange gebraucht, um die Spitze einzuholen - und dann das: Es kotzt mich an", machte der Franzose seinem Frust im Ziel Luft.
Vorbild mit "Abschlussschwäche"
Er war tatsächlich zu bemitleiden: Wie erwartet hatte er den Sprint der Ausreißergruppe gewonnen. Nur war da bereits der Spanier Mikel Astarloza zuvor entwischt und als Solist zum Triumph gekurbelt. Bitter für den Anführer im Team Francaise des Jeux, zumal sein eigentliches Ziel trotz Zeitgewinns bei nun schon zwei erfolgreichen Ausreißversuchen nur schwer erreichbar sein wird: "Ich wollte wirklich unter die Top Ten der Gesamtwertung kommen, aber das wird schwierig", gestand der 15. des Klassements.
Wie sehr die Pechsträhne schmerzt, macht ein Blick auf die Etappenergebnisse der Mannschaft deutlich: In Saint Girons wurde Casar vor rund einer Woche, na - Zweiter. Bei der Tour 2008 gab es gleich drei zweite Plätze für den Rennstall, fast überraschend steuerte Sandy C. nur einen davon bei. Dementsprechend fühlte sich der Sportliche Leiter Franck Pineau langsam von höheren Mächten unfein behandelt, der ersehnte Sieg wird seit zwei Jahren haarscharf verpasst. Sein Kommentar heute: "Wir werden vom Schicksal ... " (bitte einen Begriff aus der Erwachsenen-Unterhaltung einsetzen, den ich hier selbst nach Mitternacht nicht ausschrieben kann).
Die Serie des Saubermanns
Dabei würde ich es gerade Casar wirklich gönnen: Seit Jahren ist der zurückhaltende Profi eines der Aushängeschilder für den sauberen Radsport. Mit klaren Positionen zum Thema Doping, ohne dabei ein „Lautsprecher" zu sein, hat er sich einen Namen gemacht. Gerade zu den Hochzeiten der Ära Armstrong war das nicht besonders gern gesehen. Bei der Tour 2004 führt Casar ein Tagebuch über sein Rennen, inklusive aller medizinischen Behandlungen, Gewicht, Blutwerte und jeder halben Schlaftablette: Doch bat er damals die Sportzeitung L'Equipe, die Sonderseite erst nach der Ankunft auf den Champs Elysées zu veröffentlichen, das sei besser so...
Casar ist der existierende Beweis, dass auch wahrscheinlich saubere Fahrer nicht zum permanenten Kampf gegen die Karenzzeit verdammt sind. Als Beispiel für viele weitere Profis steht seine nun zehnjährige Karriere für völlige Skandalfreiheit bei gleichzeitig hochklassigen Resultaten. Eine Kombination, die manchen seiner Kollegen aus nahe liegenden Gründen immer wieder unangenehm aufstieß.
"Es gibt Fahrer, denen ich nie vertrauen werde", so Casar einst. „Etwa jene, die zu Amateurzeiten erst Nachts ankamen und später plötzlich Königsetappen bei der Tour gewinnen." Gleichzeitig erkennt er aber die natürlichen Unterschiede im Feld an. "Ich kann vom Sieg bei vielen Rennen träumen, aber nicht bei der Tour. Das liegt aber nicht an den Dopern, sondern an meinen begrenzten Fähigkeiten im Hochgebirge."
Dabei schlägt sich der Hobby-Bastler in Etappenrennen ausgezeichnet: Schon 2002 beendete er Paris-Nizza als, na sicher, Zweiter. Seine Klasse als Rundfahrer zeigt Casar danach bei der Tour (16. 2004/13. 2008) und beim Giro (6./2006). Nur das Glück auf den einzelnen Etappen fehlte. Die Erlösung kam auf der 18. Etappe der Tour 2007 - nach zuvor insgesamt drei zweiten Plätzen. Das könnte dem Allrounder Mut machen, schließlich hat er seitdem sein Konto wieder mit drei neuen zweiten Plätzen aufgefüllt...
Schöne Grüße aus den Alpen,
Andreas Schulz
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hehe, interessant wäre zu erfahren, ob Casar nun verrückt geworden ist, wie du als möglichkeit in aussicht gestellt hast ;p
mfg
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Das ewige Neunter-Falloutsyndrom !Wird Zeit, dass Lance Armstrong den Schlussstrich zieht. Neverland!It's 10 9 8 A/B=V5+1/2=1,618033 5 4 3 2 1 let's go. Frauenpower ahoi .
wen interessiert deine dreckswerbung.... kack spambots....
zum artikel selbst: sehr gut geschrieben und auch sehr viel wahres drin und dran! vllt macht caser es ja heute *ironie off* kann mir wer sagen wer mitdem ''zu amateurzeiten'' gemeint ist?
Das ewige am zweiten bleibt dreimal,ganz schön mutig.Mut soll sie machen(1)!
Ich habe nämlich 1.000.000,00 Pfund auf Lance Armstrong gesetz... , dass er sie wenigstens neunmal gewinnt.
Schulz is einfach klasse
Hallo Andreas, habe mich gerade erst zugeschaltet - so wie Ihr auch, muß ich leider während der TdF arbeiten - gibt es schon was Neues zu Jens? Ihm geht es hoffentlich schon was besser. Muss er noch länger in Grenoble bleiben? Wäre toll, wenn Ihr was sagen bzw. schreiben könnt. Danke und Gruß aus Mönchengladbach Eveline
Vielen Dank für die prompte Info. Ihr seit spitze!!!!!!!!!!!! Gruß auch an Carsten und Ulli
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musste ja heute schon grinsen, als casar wieder in der spitzengruppe war - wäre wohl wieder nix geworden.
wobei man schon respekt vor ihm haben muss und ich hoffe auch, dass er vielliecht tatsächlich ein sauberes beispiel ist.
S.Casar ist ein sehr fairer Sportler und dazu noch ein ziemlich guter. Ich glaube,wenn man ein auf Ihn zugeschnittenes Team aufbauen würde,dann wäre er weiter vorn plaziert.
Wirklich guter Beitrag. Anmerkung: Casar sollte sich ein Beispie an Poupou (Poulidor) nehmen. Der hat auch nie die Tour gewonnen, aber jeder Franzose liebt ihn.
Hallo nochmal, Ihr habt schon einen langen Tag hiner Euch und seit trotzdem noch in Action. Ich finde es schön, dass es Euch gibt.
))
Danke für die tolle Aktion an Jens. Das paßt total zu der positiven Einstellung ihm gegenüber.
Was mache ich nur die ganze Zeit bis zum nächsten Rennen ohne Euch
(((
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