So 19.Jul. 09:42
Eine Woche Langeweile und Lethargie, so lautet die Bilanz vieler Fans mit Blick auf die Etappen seit der Bergankunft in Andorra. Keine Bewegung im Gesamtklassement, Attacken der Favoriten Fehlanzeige oder mit der Lupe zu suchen, Sprints mit absolut vorhersehbarem Ausgang.
Der Frust dieser Zuschauer ist verständlich. Auch wir hatten uns mehr versprochen und erhofft. Doch muss man die Streckenplaner der Tour auch in Schutz nehmen - und daneben daran erinnern, dass uns die erste Tour-Woche ausgesprochen verwöhnt hat.
Stark anfangen...
Denn die ersten Etappen lieferten ja fast Highlights in Serie: Das schwere Zeitfahren in Monaco hat gleich gezeigt, wie der Formstand der Stars ist - weitaus mehr als das der übliche flache Prolog getan hätte. Dazu dann die Jagden auf der Windkante mit dem Zeitgewinn für Armstrong und Gerdemann, das Mannschaftszeitfahren mit seiner Dramatik und überraschenden Abständen.
Weiter ging's mit dem Sekunden-Coup von Voeckler, dem Regen-Ritt nach Barcelona und der ersten Bergankunft. Zwar wagte sich Contador dort erst spät aus der Deckung, doch für den Gegenwind dort oben können weder Fahrer noch Veranstalter etwas. Immerhin gab es in Arcalis zudem einen packenden Kampf der Ausreißer, einen hauchdünnen Wechsel im Kampf ums Gelbe Trikot und manche Überraschungen in der Besetzung der ersten Verfolgergruppe hinter Contador.
... stark nachlassen
So schwungvoll die Tour aber Fahrt aufgenommen hatte, so sehr ging sie dann gefühlt in einen gewissen Leerlauf über. Wir merken dass ja am Mikrofon auch an uns selbst: Dauer-Gänsehaut wollte sich ab der 8. Etappe nicht gerade einstellen.
Die beiden weiteren Pyrenäen-Etappen blieben Muster ohne Wert, auch wenn Cadel Evans immerhin einmal versuchte, mit der Brechstange sein Glück zu zwingen. Danach die Flachetappen, zwei davon mit Massensprints, einer dabei nach Bummelstreik. Schließlich wurde auch noch die von uns gespannt erwartete Vogesen-Durchquerung nur wettertechnisch zur Zitterpartie.
Falsche Nostalgie
Aber man muss die Tour-Organisatoren verteidigen. Eine weitere Bergankunft in den Pyrenäen und wir hätten nun vielleicht schon Langeweile in anderer Sicht: Dann könnte schon längst alles klar sein im Klassement und wir würden uns darüber beklagen...
Dass es in den Vogesen die Angriffslust buchstäblich eingefroren wurde, ist nicht die Schuld der Veranstalter, ebenso wenig wie die eklatante Überlegenheit von Mark Cavendish. Vor allem aber war das alles früher nicht besser, wie manche gerne behaupten. Der Brite ist nicht der erste Vierfach-Etappensieger in einem Jahr - und wie oft bestand die ganze erste Woche nur aus Flachetappen und es dauerte gerne mal zehn Tage, bevor es überhaupt in die Berge ging?
Geduld wird belohnt
Immerhin warten jetzt bis Paris fast nur noch schwere und entscheidende Teilstücke - und das bei einer doppelt spannenden Ausgangslage: Einerseits liegen im Klassement acht Fahrer innerhalb einer Minute, andererseits sind etliche Favoriten auf Gedeih und Verderb zum Angriff verurteilt.
Die Chancen stehen also gut, dass wir für unser ungeduldiges Warten jetzt in den Alpen umso reichlicher belohnt werden. Und dann wird in Paris rückblickend niemand mehr von der zähen zweiten Woche sprechen.
Schöne Grüße aus der Schweiz,
Andreas Schulz
Alle Einträge in der Übersicht
Exzellent Herr Schulz, sie versuessen mir den Urlaub mit ihrer "Tour inside". Ihr blog + Kommentar macht den Unterschied im Vergleich zu Durschnittsangeboten wie ARD und ZDF online + TV.
aber völlig unverständlich, daß heute erst ab 15:45 übertragen wird
Wie immer ein toller Beitrag, Herr Schulz!
Erst um 15:45 gehts doch erst richtig los mit den bergen der 2. kategorie und der 1.!
Aber wieder mal ein sehr toller Beitrag!
ich weiss nicht über was wir uns beschweren...gehen wir mal davon aus das dieses jahr keiner der favoriten gedopt ist...dann müssen sie wohl ihre kräfte sparen für die bergettappen...und bei solchen kommentaren geht mir dann doch die galle hoch...was wollen wir eigentlich sauberen sport und der ist wohl dann nicht so spektakulär und schon wird wieder über die langeweile geklagt...mfg kata
Niemand war dem sangeskundigen Orpheus gleich, dem Apollon selber ein Saitenspiel geschenkt hatte. Wenn Orpheus es zu seinem Gesang ertönen ließ, kamen die Tiere des Waldes herbei, den wundersamen Klängen zu lauschen, und man sagt , selbst die Bäume und die leblosen Steine wurden von der Zaubergewalt der Töne bewegt.
uh so kann man das natürlich auch sehn.
aber wie bereits in den live kommentaren anklang: es wäre auffällig wenn jemand am einen tag sehr stark den berg hoch kommt und das am nächsten tag gleich nochmal macht (so ungefähr die aussage letzte woche)
nun denn was tu ich um nicht unter stärkeren verdacht zu geraten? nicht auffallen, nur keinen verdacht schüren. dass das langweilig ist, ist halt dann so.
gerade am sonntag, wenn man als durschnittszuschauer mal zeit hätte sich eine etappe in voller länger anzusehen, wird einem über die hälfte nicht gezeigt. egal ab wann es spannend wird, es geht auch darum sich bisschen ins rennen reinfühlen zu können...
@windshieldbob: seh ich richtig, dass man aber via letour-punkt.fr und dann über france234 ab 13.30 im web gucken kann?
wer weiss, wo man im Web direkt gucken kann? Ohne Malware-Soft ,,,?
ich hab'mich nicht gelangweilt
Die zweite Woche war wirlich nicht sehr unterhaltsam, aber die erste hat mich auch nicht gerade begeistert. Es ist aber auch schwer, bei einem Favoritenpack wie Contador, Armstrong und Klöden an etwas anderes zu denken als Unfairness und illegale Hilfsmittel. Man muss schon einen ordentlichen Schuss an Betrugsbegeisterung oder Autismus haben, um das toll zu finden.
Ich sehe es ähnlich wie die meisten hier! Erstens habe ich selten eine so spannende erste Woche bei der Tour gesehen. Zweitens finde ich es gar nicht schlecht, dass auf den letzten beiden Etappen zum Beispiel die Ausreißer ihre Chance bekommen haben. Drittens sollten wir uns zurückhalten gleichzeitig mehr spektakuläre Etappen und mehr Kampf gegen Doping zu fordern. Viertens ist die Spannung ob was passiert oder nicht auch irgendwo spannend.
Für alle die schon vorher Live schauen wollen kann ich nur "Justin.tv" als Tip geben. Dort sollten mehrere Stream laufen, sicherlich auch was von France2. Ich habs glücklicherweise im normalen TV 
Ansonsten toller Beitrag. Wobei ich das mit den Alpen eher kritisch sehe. Heute is der Vorlauf zum Schlußanstieg viel zu leicht und der Anstieg an sich auch nicht wirklich schwer. Hab die Angst das es sich wirklich völlig auf den Vontoux konzentriert. Und eine Top5 in Paris, die aus den Leuten besteht die am Vontoux gute Tagesform haben is mir nicht so richtig recht.
schöner artikel!!!! mehr kann ich dazu nicht sagen
@veithm1
Die Anzahl der spektakulären Etappen und Doping haben für mich nichts miteinander zu tun. Ohne Doping muss das Feld im gesamten halt gezwungenermaßen langsamer fahren. Mit Doping kann man schneller über den Berg jagen. Da scheint mir der Schwierigkeitsgrad relativ unbedeutend.
Langweilig finde ich nicht zuletzt die Angst des Astana-Teams das gelbe Trikot übernehmen zu müssen. Einerseits ist man ja nun eindeutig das stärkste Team, andererseits macht man nix draus und lässt andere fahren. Meine Vermutung ist ja, dass man das Ziel hat gleich die ersten drei Plätze auf dem Treppchen zu belegen. Das wird ohne Leipheimer jetzt etwas schwerer. Muss man mal schaun wie weit die Kräfte von Klöden reichen. Armstrong und Contador machen sicherlich die ersten beiden Plätze unter sich aus.
tinyurl.(com)/ l4qpuk - hab die adresse unkenntlich gemacht. aber werdet es wohl leich entschlüsseln könne
hier gibt es die live übertragung ab 13:40.
vl könnt ihr es ja auch in anderen foren oder nachrichten posten da schon viele sauer auf eurosport sind. es sendet nämlich ab 15:50 !! was denken sie sich dabei....
liebe grüße
Hallo aus Verbier,
hier ist, zumindest was Fans, Wetter und Kulisse angeht, alles bereit für eine tolle Etappe.
Ich verstehe ja, dass das Warten manchen vor dem Fernseher arg lang wird, wir würden auch gerne schon ins Renngeschehen einsteigen. Aber auch die Fans anderer Sportarten haben bei Eurosport ihren Platz - und das ist auch sehr gut so.
Letztlich wird sich heute alles am Schlussanstieg abspielen und da wir mindestens die letzten 55 Kilometer LIVE dabei sein können, verpassen wir alle nix von zentraler Bedeutung.
Bis gleich,
Andreas Schulz
.fromsport.com oder so da isses auf eng.
Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herabkommen, der den Schlüssel des Abgrunds und eine grosse Kette in seiner Hand hatte.Und er griff nach dem Drachen, der alten Schlange, die Teufel und Satan darstellt. Er band ihn zusammen und warf ihn in den Abgrund wo er tausend Jahre schmachen sollte. Danach schloss er zu und versiegelte über ihm.
heiliger campagnolo sei dank!
endlich hat jemand den a. gehoben und was getan, natürlich war es unser liebling alberto...
und lance durfte nicht - anfangs- und konnte nicht, später, als die anderen antraten.
chapeu für sastre - eine tolle leistung in seinem stil wie immer!
jetzt wird lance im keller heimlich an der zeitfahrmaschine 55x11 auflegen - und nicht dertreten, sorry.
thats life - beeing pro
ps. wo war der schicke linus?
die tour bei eurosport ist meiner ansicht nach
überhaupt nicht langweillig,selbst wenn das rennen
mal zeitweise einschläft,speziell auf überführungsetappen,
sind doch die hintergrund berichte und randnotizen von
uli,karsten und andreas sehr interessant!!
was die tour angeht contador ist zurzeit der stärkste
aber unsere jungs (martin,haussler,kloeden) chapeu !!!
guter blog andreas !! vive le tour
p.s. an alle radsportfans und selberfahrer,
KEEP CYCLING!!!!! DER BESTE SPORT DER WELT
Bitte Anmelden um einen Kommentar einzutragen