Fr 17.Jul. 00:45
Schlüsseletappe oder Fehlalarm? Ausgerechnet das 13. Teilstück, noch dazu an einem Freitag angesetzt, hat es gewaltig in sich. Es könnte leicht für mehr Bewegung in der Gesamtwertung sorgen als die drei Pyrenäen-Etappen zusammen.
Wir haben euch gewarnt...
Die Warnung kommt von höchster Stelle. Tour-Chef Christian Prudhomme selbst bringt die Gefahr auf dem Weg nach Colmar auf den Punkt: "Wer diese Etappe nicht im Vorfeld besichtigt hat, machte einen großen Fehler!" Bei diesen Worten dürften etliche der Favoriten unangenehm berührt zusammengezuckt sein. Denn so sehr 'Testfahrten' in Alpen und Pyrenäen zum Standard-Programm in der Vorbereitung gehören, so hoch ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass viele Asse seit der Tour-Etappe 2005 nicht mehr im Elsass waren.
Das könnte sich rächen, denn die drei großen Anstiege des Tages haben es in sich, auch wenn sie jeweils nur knapp neun Kilometer lang sind. Das Expertenurteil über den 'Col du Platzerwasel' (1. Kategorie) ist eindeutig und kommt aus berufenem Munde: "Dieser Berg ist sehr schwer. Er ist zwar nicht so lang, aber an Steilheit kann er es mit den schwersten Pässen der Tour aufnehmen", betont Laurent Jalabert. Der Franzose gewann 2001 in Colmar und kennt den selten angesteuerten Berg aus eigener Erfahrung aus einem Nostalgie-Rennen 2007.
Auch wenn nun doch mit Funk gefahren wird, bieten sich die 200 Kilometer ideal für taktische Coups an, denn eine Verfolgungsjagd ist gerade in den Vogesen schwieriger als anderswo. "Hier gibt es keine langen Täler mit breiten Straßen zwischen den Anstiegen", erklärt Lokalmatador Christophe Moreau, "sondern es geht Schlag auf Schlag. Wer hier als Favorit einen schwachen Tag hat, kann große Probleme bekommen", warnt der Franzose.
Ullrich wankt, Armstrong allein
Auch er weiß genau, wovon er spricht. Schließlich war er 1997 im Festina-Team, das Jan Ullrich in den Vogesen fast noch gestürzt hätte. Und auch andere Tour-Sieger gerieten hier bereits ins Wanken: Lance Armstrong fand sich 2005 am 'Col de la Schlucht' plötzlich isoliert von allen Helfern wieder, dabei ist dieser Anstieg leichter als die diesjährigen Schlüsselstellen 'Platzerwasel' und 'Firstplan'.
Ein Wechsel im Gelben Trikot ist deshalb am Ende der zweiten Tour-Woche meiner Meinung nach fast schon sicher, bei allem Respekt für Rinaldo Nocentini. Wenn die Favoriten loslegen, dürften die Tage des Italieners an der Spitze gezählt sein.
Außenseiter-Alarm
Gleichzeitig könnte der Kreis der Podiums-Kandidaten aber auch noch Zuwachs bekommen. Denn die Etappe ist ideal für kletterstarke Ausreißer, die hier ihre Chance nutzen könnten: Schnell sind hier je nach taktischer Konstellation einige Minuten auf die sich vielleicht lange belauernden Asse rauszuholen.
Bestes Beispiel für einen solchen Sprung aus dem Niemandsland der Gesamtwertung unter die Spitzenplätze war 2005 Michael Rasmussen. Der Däne macht mit einem (höchst fragwürdigen) Solo über sechs Minuten auf die Konkurrenz gut. Anfangs dafür noch belächelt, war er in Paris noch immer Siebter. Ganz ausnahmsweise darf deshalb der später als Lügner und Betrüger überführte Kletterer hier einmal als "technisches" Beispiel gelten.
"Diese Etappe ist dafür gemacht, um starken Außenseitern und Geheimfavoriten die Chance auf einen grandiosen Coup zu eröffnen", so der Aufruf von Prudhomme.
Bitte nutzen!
Schöne Grüße aus den Vogesen,
Andreas Schulz
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Vorweg möchte Ich erstmal sagen das Sie, Herr Schulz immer hervorragende und witzige Blogs schreiben und auch bei den Übertragungen dafür sorgen das man nicht einschläft.
Glaube aber kaum das heut was passiert da Astana sich ja bisher fast geschont hat und nichts zulassen wird was einen ihrer Fahrer in der Gesamtertung gefährdet. Es wird hoffentlich Versuche geben wenn aber schon Pyrinäenetappen nicht für sonderlich viel Veränderungen sorgen bin Ich heute auch eher skeptisch. Denke die Entscheidung über den Toursieg fällt im Zeitfahren am 23. Juli und dann am Mont Ventoux.
@mduscher:
Das sehe ich anders. Ich denke, dass die Etappe v.a. für die schon etwas weiter zurückliegenden Favoriten die ein oder andere Gelegenheit bietet anzugreifen!
Ich bin schon sehr gespannt was heute alles passieren wird. Ich hoffe mehr als in den Pyrenäen
Ich finde, heute müssen die Favoriten und Geheimfavoriten mal "Eier zeigen".
Am Ende sieht es aber wieder so aus, dass alle schön zusammenfahren und auf irgendwas lauern und Fahrer aus dem hinteren Teil der Gesamtwertung fahren dürfen.
Mensch Leute, riskiert doch mal was, habt Mut.
Meine Hoffnung für heute: Cadel Evans startet einen Grossangriff.
"Junge, lass es rollen"
schätze mal das, dass taem ASTANA heute das gelbe tricko übernimmt entweder ARMSTRONG oder CONTADOR
Diese Etappe kann, wie es Andreas Schulz schön beschrieben hat, wirklich heiß werden. Meiner Meinung nach wird es Astana nicht möglich sein das Feld zusammenzuhalten.
Wenn Evans gestern doch bloß nicht gestürzt wäre ... Mein Kandidat für einen Angriff der Favoriten wäre Menschov, vielleicht, aber eher im späteren Verlauf der Etappe, sogar Sastre selbst.
Auch wenn es etwas "unfair" wäre, direkt nach der Verpfelgungszone zu attackieren, wenn man einen Mannschaftskolegen in einer Fluchtgruppe hat, wäre dazu eine nette Möglichkeit.
die ASTANA - Truppe dürfte schon gar nicht mehr dazugehören! Und Evans ist nicht reif für einen Toursieg und die Truppe dazu hat er auch nicht. Sastre dürfte als einziger für einen Husarenritt gut sein. Aber ob er Contador wirklich distanzieren kann ... großes Fragezeichen. Armstrong ist nichts weiter als ein überbewertetes Relikt aus der Vergangenheit. Heute gewinnt jemand, mit dem niemand rechnet ...
Hold and Sin, and dreizehnter Stelle gefahren reicht aus. Wer als abwärts nur ansteigt scheidet aus, siehe Contador. Guten Heimflug !(?)!
Jansch und Migels machen das in diesem Jahr besonders toll. Die Kommentare sind klasse. Das ständige Kindergegröle im Hintergrund der Übertragung ist einfach nur nervtötend. Was soll das für einen Live-Effekt haben, Eurosport? Wo habt Ihr das Gegröle her?
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