Do 09.Jul. 23:43
Contador? Klar! Armstrong? Sowieso. Freire - ja, trotz seiner Niederlage beim Heimspiel. Die großen Stars und Lokalmatadoren wurden beim Besuch der Tour in Barcelona gebührend gefeiert und bejubelt - die Spanier waren schließlich nicht nur in großer Zahl, sondern eben auch als Radsport-Experten an die Strecke geströmt.
Doch die größte Begeisterung rief nach unseren Eindrücken im Zielbereich einer der Ex-Stars hervor. Mit denen ist die Tour ja bestens bestück: Jederzeit läuft man Gefahr, dass einem Bernard Hinault beim Slalom um die zahllosen LKW plötzlich in die Arme läuft, ein leibhaftiger Eddy Merckx vor einem steht oder Erik Zabel unvermittelt hinter der nächsten Ecke auftaucht. Ist sowieso eine der unangenehmen Nebenwirkungen der Tour - schnell überkommt den einfachen Journalisten der Eindruck, jeder hier außer ihm selbst habe mindestens zwei Tour-Etappen gewonnen.
Aber zurück zu den Stars: Die Rad-Heroen vergangener Jahre und Jahrzehnte erkennt man ja meistens noch auf den ersten oder, wenn sie ihren Körperfettanteil zu sehr gesteigert haben, zweiten Blick. Doch der sportliche Mit-Sechziger, der da vor einem durch das Gewirr hinter dem Olympiastadion in Barcelona läuft, kommt einem zwar bekannt vor - aber woher bloß?
Ach ja, von Eurosport. War der symphatische Herr nicht einer der Interview-Partner in unserem Vorprogramm zur Live-Übertragung gewesen? Und wer genau? Noch bevor der Groschen fällt, helfen einem die Sprechchöre der Spanier auf den Sprung, in denen verdächtig oft die Worte "Barca" und "Cruyff" vorkommen. Richtig, das ist er tatsächlich, der geniale Fußballstratege auf Platz und Trainerbank, der den Abstecher der Tour in seine "zweite Heimat" bei den niederländischen Landsleuten von Rabobank hautnah mitverfolgt hat.
Kurz überlege ich ihn zu fragen, ob ihn der zweite Platz von Oscar Freire irgendwie an 1974 erinnert. Scheint mir dann aber doch nicht der ideale Gesprächsteinstieg. Zumal der Meistercoach des FC Barcelona bereits alle Mühe hat, sein Gespräch auf dem Weg zum Parkplatz nicht alle 17 Sekunden von begeisterten Barca-Anhängern unterbrechen zu lassen.
Deutlich wird schon in diesen wenigen Minuten, dass sich Cruyff anscheinend noch immer jederzeit auf Schultern oder wahlweise in der Sänfte durch die Stadt tragen lassen könnte. Umso angenehmer die Überraschung, dass der Halbgott den Montjuic nicht in der abgedunkelten Stretchlimousine mit Personenschutz oder mit einem orangefarbenen Hummer verlässt. Nein, ein unscheinbarer Kleinwagen blinkt auf, als Cruyff auf den Autoschlüssel drückt - und der Meister fährt selbst.
Ein solches Modell hat die Säbener Straße ebenso wie der Spielerparkplatz am Camp Nou wohl kaum je erlebt. Auf dem Nummerschild nichts zu sehen à la "OK1" oder "CR7". Die ganz großen Champions haben anscheinend die üblichen Posen ihrer Nachfolger-Generation einfach nicht nötig. Vielleicht war's aber auch nur der Siebtwagen für den Stadtverkehr.
Schöne Grüße aus Barcelona,
Andreas Schulz
Hätte im Kommentar zwar lieber was zur Etappe und vor allem zur heutigen gelesen, aber trotzdem großes Lob an Andreas Schulz.
Könntest auch sonst mal mehr Radsport auf Eurosport kommentieren.
Wäre übrigens richtig Geil gewesen die Frage nach 1974 zustellen.
Die 74er Frage wäre der perfekte Einstieg in ein schönes Interview gewesen! Schade...!
Exzellent Herr Schulz, exzellent! Und die Frage zu 74 wäre tatsächlich mal einen Versuch wert gewesen.
Schöner Blog, auch die posts, die etwas abseits des Renngeschehens statfinden.
Wunderbar, auch mal einen Blick hinter oder neben die Tour-Kulissen werfen zu dürfen. Freu mich schon auf die nächsten Blogs.
Noch etwas zum Kommentar auf Eurosport, kein bisschen Neutral, eine absolute Katastrophe!! Wo hat man denn die Zwei laufengelassen!
Mir kam es zwischendurch so vor, als wären sich Ulli und Carsten nich mehr so richtig grün ^^- Ab unnd zu hatte ich echt den Eindruck die mögen sich nicht mehr
Der Kommentar bisher ist aber sehr gut. Jeder fügt sich gut ein
Was soll das sein?
Journalismus?
woher weiss eurosport, ob ulle 1997 etwas genommen hat? als reporter sollte man keine general urteile abgeben...!!! reporter sollen und muessen sich an fakten halten!!! vorsicht eurosport
tony martin ist cool, gogo...
bock-roger du kacknoob, schon mal was von DNA-abgleich gehört?
lang.david90 ja und was war 1997? mit ulle, weisst du mehr... oder bist du nur ein schaumschlaeger der keine fakten kennt..
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