Um Reifenbreite

Andreas Schulz

Maßarbeit

Mi 08.Jul. 01:20

Cancellara Podium

 

Knapper geht's nun wirklich kaum: Mit neuem Tour-Rekord von 22/100-Sekunden Vorsprung rettet Fabian Cancellara sein Gelbes Trikot, "Schweizer Maßarbeit", wie er lachend feststellte. Das alleine wäre schon spannend genug. Doch da der Eidgenosse damit um einen Wimpernschlag ausgerechnet die Rückkehr von Ex-Pensionär Lance Armstrong an die Spitze verhinderte, macht den Ausgang des Mannschaftszeitfahrens vollends zum Thriller.

Dass es jede Menge kitzliger Situationen, wohl auch Stürze und weitaus größere Abstände als erwartet geben würde, war uns vom Eurosport-Triumvirat nach der Streckenbesichtigung am Vormittag schon klar gewesen. Zu eindrücklich hatte sich schließlich Stef Clement vom Rabobank-Team vor unseren Augen per Salto in den Straßengraben verabschiedet. Doch dass gleichzeitig ein Sekundenspiel ums „maillot jaune" als Extra anstünde, war unerhoffter Bonus.

Friede, Freude, Eierkuchen?

Der triumphale Höhepunkt seines Comebacks blieb Armstrong also verwehrt. "Einen Moment dachte ich, ich hätte das Trikot. Doch ich bin nicht enttäuscht", so der Texaner staatsmännisch. Aber ganz so locker dürfte er es innerlich doch nicht genommen haben - und das ist nur zu verständlich. Aber wenigstens die täglichen Diskussionen um die Clans innerhalb der siegreichen Mannschaft haben für einen Abend Pause, die Stars überboten sich im Gegenteil fast mit lobenden Kommentaren:

"Es tut mir wirklich leid für Lance, dass er Gelb so dermaßen knapp verpasst hat", säuselte Alberto Contador und verdiente sich damit ein Sonderlob vom Boss für seinen Beitrag im Mannschaftszeitfahren: "Wo Alberto die Führung übernommen und Tempo gemacht hat, mussten sie danach die Straße neu teeren", zollte Armstrong dem Spanier Referenz. Und für Levi Leipheimer war der Triumph gar "eines der eindrucksvollsten Erlebnisse meines Lebens."

Schwindsucht im Favoritenlager

In ganz anderer Erinnerung werden viele der Herausforderer der Astana-Armada die Runde um Montpellier behalten. Nach nur vier Tagen liegen Carlos Sastre und Cadel Evans jetzt fast drei Minuten zurück, Denis Menchov hat gar vier Minuten Rückstand auf Armstrong. Jungstars wie Roman Kreuziger und Andy Schleck sind nun mit die größten Rivalen, aber auch sie befinden sich bereits in der Defensive.

Armstrong brachte es auf den Punkt. „Vor der Etappe habe ich zu Alberto gesagt: Heute Abend wird die Tour für einige Jungs gelaufen sein." Mit dieser Prognose hatte er verdammt recht.

Durch den technisch extrem anspruchsvollen und an manchen Stellen schlichtweg gefährlichen Kurs haben sich die Tour-Organisatoren ein Eigentor eingeschenkt: Im ungünstigsten Falle, der nun deutlich wahrscheinlicher geworden ist, bleibt das Rennen nicht wie geplant bis zum vorletzten Tag spannend - sondern ist schon vor seiner Rückkehr nach Frankreich auf der 8. Etappe so gut wie entschieden.

"Saubermänner" scheitern knapp

Doch es gab nicht nur klare Verlierer. Im Team Garmin wird zwar einerseits Frust geschoben, dass 18 Sekunden zum ersten Tour-Etappensieg fehlten. Gleichzeitig aber hat die Truppe von Jonathan Vaughters die vielleicht größte Leistung des Tages abgeliefert. Denn rund die Hälfte der Strecke mit nur fünf Fahrern durchzupeitschen, kann kaum hoch genug eingeschätzt werden. Ein Teamkollege mehr, und es hätte zum Coup reichen können. Aber ein Sieg der „Saubermänner" über ein Kollektiv von Fahren mit schwer belastetem Ruf wie Armstrong, Klöden und Contador wäre wohl zu viel des Guten gewesen.

Immerhin: Während so viele Mitfavoriten ihre Wunden lecken müssen, ist der Vorjahres-Vierte Christian Vandevelde plötzlich mit nur 1:16 Minute Rückstand im Klassement der beste Fahrer für die Gesamtwertung, der nicht aus dem Astana-Aufgebot kommt. Nicht schlecht für jemand, der nach einem schweren Sturz beim Giro auf den letzten Drücker wieder fit wurde.

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  • Bemerkung1 - 22 von 22
  1. Carlos Sastre und Cadel Evans sind voll die Versager!

    ariosto1212Von ariosto1212, am Mi 08.Jul. 09:57

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  2. Ist doch immer wieder schön zu sehen wie sehr bei Eurosport die Maßarbeit im Vordergrund steht. Neuerdings gibt es lt. Eurosport sogar Sportler die schon aktive Profis geworden sind als sie noch nicht einmal geplant waren. Nicht davon zu sprechen, dass er soviel wiegt wie sein ganzes Team zusammen. Siehe Tony Martin:

    Geboren : 23/04/1985 im -
    Größe : 2008 cm
    Gewicht : TEAM COLUMBIA kg
    Nationalität : Deutschland
    Profi seit : 78
    UCI :
    Weltmeisterschaft :
    Erstes Team :

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier Korrekturlesen in 4Punkt Schrift geschrieben wird.

    xydrolVon xydrol, am Mi 08.Jul. 10:12

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  3. Es wird ziemlich spannend werden in den Bergen: Astana (Armstrong, Contador, Klöden, Leipheimer) vs vier Fahrer die auf jeden fall angreifen müssen (die Schleckbrüder, Evans, Sastre). Rabobank und Liquigas müssen jetzt auch offensiv fahren. Das wird noch interessant... :)

    raftrojanVon raftrojan, am Mi 08.Jul. 10:25

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  4. wenn man genau hinschaut bei der zieleinfahrt der astanas, dann kann man erkennen, dass armstrong selbst diese ominösen 18 hundertstel vergeigt hat. er war der 5.fahrer und hat 3m vor der ziellinie abgestellt.

    radler61Von radler61, am Mi 08.Jul. 10:28

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  5. Contador und Armstrong - die beiden größten Betrüger der letzten Jahre - kein Wunder, daß die gut dastehen. Und ein Armutszeugniss sondergleichen.

    nrgman76Von nrgman76, am Mi 08.Jul. 10:37

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  6. Man muss Andreas Schulz in einigen Punkten Recht geben. Am schlimmsten ist wirklich, dass die Tour für die Fahrer anderer Teams im Prinzip schon gelaufen zu sein scheint - und wohl auch ist. Ich kann mir nach dem Giro und der Dauphine nicht vorstellen, wie Sastre, Menchov und Evans die fehlenden Minuten auf die gesamte Equipe von Astana herausfahren sollen. Bleibt lediglich die geringe Hoffnung, dass sich das Team selbst im Weg steht, aber auch in diesem Fall dürften die zwielichtigen Gestalten aus der Mannschaft zu stark sein.
    Schade, ich hätte mich gefreut, wenn ein Vandefelde, Sastre oder Evans gepackt hätten.

    wuselinhoVon wuselinho, am Mi 08.Jul. 11:31

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  7. xydrol boah bist du Unsympatisch
    Armstrong ist für mich nur ein Favorit auf die Top 10.
    Das Podim belgen AC,Andy Schleck und Carlos Sastre!

    christian.o1994Von christian.o1994, am Mi 08.Jul. 11:38

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  8. @nrgman76

    Die hundertstel stammen noch aus dem 1. Zeitfahren, da bei den darauffolgenden Etappen kein Zehntel mehr genommen werden.

    jonasrennerVon jonasrenner, am Mi 08.Jul. 11:39

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  9. lance wird es wieder allen zeigen!

    bock.rogerVon bock.roger, am Mi 08.Jul. 11:43

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  10. Es ist erschreckend, dass eurosport dem Texaner ein solches Forum geben kann, Planet Armstrong ist ein (weiterer) Schlag ins Gesicht der Ehrlichen. Und es ist doch völlig egal, wer da nun bei Astana Kapitän ist. Früher oder später bricht euer Tabloid Journalismus wieder zusammen wie ein Kartenhaus.

    xunsinnVon xunsinn, am Mi 08.Jul. 11:47

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  11. Versager können sie nicht sein, weil sonst würden sie nicht bei der Tour de France am Start stehen;)

    nixgud90Von nixgud90, am Mi 08.Jul. 12:18

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  12. Versager können sie nicht sein, weil sonst würden sie nicht bei der Tour de France am Start stehen;)

    nixgud90Von nixgud90, am Mi 08.Jul. 12:18

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  13. Versager können sie nicht sein, weil sonst würden sie nicht bei der Tour de France am Start stehen;)

    nixgud90Von nixgud90, am Mi 08.Jul. 12:18

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  14. Versager können sie nicht sein, weil sonst würden sie nicht bei der Tour de France am Start stehen;)

    nixgud90Von nixgud90, am Mi 08.Jul. 12:18

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  15. Versager können sie nicht sein, weil sonst würden sie nicht bei der Tour de France am Start stehen;)

    nixgud90Von nixgud90, am Mi 08.Jul. 12:18

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  16. @xydrol

    Kann schon verstehen, dass solche verworrenen Angaben nerven.
    Aber zur Info, bevor hier gleich alle Kollegen als faule Pfuscher dargestellt werden: Die Daten aus dieser Fahrerdatenbank kommen einerseits nicht von uns, sondern einem externen Partner. Die Integration in unser System ließ sich - wie Sie fein beobachtet haben - trotz großer Anstrengungen der Techniker, nicht ordentlich lösen. Daher wird, dies zu Ihrer Beruhigung, schon in wenigen Wochen eine neue Datenbank eines anderen Anbieters bei uns eingesetzt werden.
    Dann sollten solche Ärgerlichkeiten nicht mehr vorkommen - zur Tour 2009 hat es leider nicht mehr gereicht.

    Aber, bei allen Fehlern, die auch bei Eurosport hin und wieder vorkommen: Hier wird hart geabetet und auch sorgfältig. Das sollten auch Sie mit diesen Hintergrundinformationen jetzt erkennen können.
    Süffisante Kommentare sind schnell geschrieben, aber das haben die vielen Kollegen nicht verdient, die sich täglich mit größtem Einsatz bemühen, Ihnen und allen anderen Rad-Fans so viele Informationen wie möglich zukommen zu lassen.

    Nix für ungut, schöne Grüße aus Perpignan,
    Andreas Schulz

    eurosport_onlineVon eurosport_online, am Mi 08.Jul. 12:30
  17. Ach, in 2 Jahren wird durch ein neues Analyseverfahren festgestellt, daß mehrere Fahrer gedopt waren, woraufhin nachträglich Fahrer und Teams disqualifiziert werden. Sieger wird ein Fahrer, der bei der dritten Etappe durch die Maximalzeitüberschreitung ausgeschieden ist.

    Ok, bisserl überzogen, aber die Tour ist einfach nicht mehr das, was sie mal war. Obwohl, wahrscheinlich war sie schon seit Jahrzehnten ein Schaufahren der Pseudo-Saubermänner, nur in den letzten Jahren war das Vertuschen schwieriger. Aber wer glaubt ernsthaft daran, daß ein Armstrong in seinem Alter solch ein Comeback leisten kann, ohne diverse Hilfsmittelchen in Anspruch zu nehmen? o.O

    Sollen sie doch Doping uneingeschränkt erlauben, und wenn mal einer tot vom Rad fällt, dann hat er halt Pech gehabt. Wäre allemal besser als dieses geheuchelte Gerede vom sauberen Radsport. So wirkt die Tour und der Hype um den "Altmeister" nur noch wie eine Farce.

    mintman_42Von mintman_42, am Mi 08.Jul. 12:52

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  18. Was sagte Hans Michael Holcer jetzt im Interview: Doping ist wie Unkraut. Man bekommt beides einfach nicht in den Griff.!!!

    ksommer85Von ksommer85, am Mi 08.Jul. 14:13

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  19. meiner meinung nach, neigt LA auf seine alten tage zu größenwahnsinn. alleine seine aussage, dass in seinem team mehrere leader sind, wäre früher eine absolute majestätsbeleidigung, ja, eine unverzeihliche sünde gewesen. ich bin mir sicher, dass es ihm absolut bewusst ist, dass er nicht gewinnen kann, umso erstaunlicher seine aussagen.

    was hans michael holcer betrifft, wäre es interessant zu erfahren, wie groß denn seine bemühungen waren, das unkraut in seinem eigenen garten in den griff zu bekommen.

    mfg

    grulnahrVon grulnahr, am Mi 08.Jul. 14:57

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  20. @eurosport_online:

    Nun, wenn sie in vollem Wissen derlei verhunzte Daten online stellen, müssen sie sich auch "süffisante" (wobei das eine schon fast grenzwertige Unterstellung dem Verfasser gegenüber ist) Kommentare gefallen lassen.
    Ist doch völlig egal wo was herkommt oder warum es nicht klappt, was zählt ist dass er HIER steht und wers reinstellt sollte die E*** in der Hose haben dazu zu stehn. Aber so ist das wohl heutzutage. Hauptsache irgendwas. Qualität? Was ist das??
    Und dann auch noch nem User, den das nervt zu unterestellen er mache sich eben gern lustig ist ja schon fast der Abschuss^^

    So sieht Eigenwerbung aber nicht aus ;)

    gnaulataVon gnaulata, am Mi 08.Jul. 18:17

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  21. Ich glaube auch, es wäre besser gewesen auf das MZF zu verzichten, da es zu einseitig Astana zugute kommt. Wenn wir Pech haben sind am Ende 4 Astanas vorne. Jetzt haben Sastre, Evans, Menchov schon so viel Rückstand dass ich bezweifel, dass die Tour so spannend werden könnte wie 2006, 2007 oder 2008, als der Sieger meist mit etwa einer Minute nur gewann. Das einzige lange Zeitfahren in Annecy wird für Evans wohl nicht reichen um dort genug Zeit gegen A.C. rauszuholen, zumal dieser sich in dieser Disziplin verbessert hat. Mit dem MZF haben die Tour- Organisatoren sich ein Eigentor geschossen. Besser wäre es gewesen, die zweifelhafte Truppe um EPO- Lance gar nicht erst einzuladen, wie es letztes Jahr gemacht wurde.

    harry.morganVon harry.morgan, am Mi 08.Jul. 18:54

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  22. @eurosport_online:
    als sender sind sie verantwortlich, fuer das was sie veroeffentlichen und das sollte etwas besser werden. wenn sie auch andere dinge so ungeprueft veroeffentlichen ist das .... nicht loeblich!!! also bitte arbeiten sie noch etwas mehr und haerter, danke! auf jeden fall fuer die super live uebertragungen. ach ja und lustig die live kommentatoren, wie die sich immer in die haare kriegen, lustig. also es lebe der radsport! merci

    bock.rogerVon bock.roger, am Do 09.Jul. 00:37

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