Um Reifenbreite

Andreas Schulz

Armstrongs "mission impossible"

Mi 01.Jul. 12:52

Lance Armstrong Feature

Kann Lance Armstrong das Rad der Zeit wirklich zurückdrehen? Vier Jahre nach seinem siebten und letzten Tour-Sieg steht er in Monaco wieder am Start - und die große Frage ist: Kann er wirklich noch einmal nach drei Wochen auf den Champs Elysées ganz oben stehen?

Um's kurz zu machen: Nein. Das wird jetzt der eingeschworenen Fangemeinde nicht schmecken, aber die Fakten sprechen einfach gegen den Texaner. Denn sowohl die lange Pause als auch das Alter sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen - und die jüngere Konkurrenz ist klar im Vorteil gegen den einstigen Seriensieger.

Dolchstoß oder Hungerast?

Allen voran  Alberto Contador: Mit dem Spanier hat Armstrong den besten Rundfahrer der Welt im eigenen Team - und nicht ohne Grund wurde dieser als Kapitän ausgerufen. Gegen den Sieger von 2007 hätte der US-Amerikaner nur eine Chance, wenn er ihm heimlich die Luft aus dem Reifen lassen würde: Contador ist der weltbeste Kletterer und inzwischen dazu noch einer der stärksten Zeitfahrer überhaupt, wie er in diesem Jahr mehrfach eindrucksvoll gezeigt hat. Er ist in Topform und hatte eine perfekte Vorbereitung - Contador kann sich nur selbst schlagen.

Denn wo sollte Armstrong gegen ihn Zeit herausholen? Wohl nur mit einem Ausreißversuch, doch den wird der Rest des Feldes niemals zulassen. Und eine Attacke gegen den eigenen Kapitän im Finale einer Etappe? Zutrauen muss man Johan Bruyneel und Armstrong zwar fast alles - doch ein solcher Dolchstoß in den Rücken ließe sich nur äußerst schwer öffentlich rechtfertigen.

Klar, ein Sturz oder etwa ein Hungerast (wie bei Paris-Nizza) kann auch Contador immer erwischen. Aber schließlich beschränkt sich der Favoriten-Kreis ja nicht auf das Astana-Duo. Teilweise hat man fast den Eindruck, es ginge in Frankreich um eine Vereinsmeisterschaft des kasachischen Rennstalls. Dabei sind eine Menge anderer Hochkaräter am Start, die Armstrong ebenfalls nur schwerlich wird schlagen können.

Achter Sieg? Eher Platz acht

Ob Cadel Evans, Carlos Sastre oder Denis Menchov:  Sie alle hatte Armstrong zu seinen Glanzzeiten locker im Griff, doch das ist lange her. Beim Giro waren Sastre und Menchov eine Klasse besser. Klar, da war Armstrong im Vorfeld verletzt. Doch auch der Spanier und der Russe werden im Juli noch stärker sein als im Mai. Zudem haben beide ihr Team geschlossen hinter sich, ohne jegliche internen Hahnenkämpfe.

Gleiches gilt für Andy Schleck: Der junge Luxemburger soll nun bei der Tour an seinen zweiten Rang beim Giro 2007 anknüpfen. Die Zukunft gehört eher einem Kletterer der Extraklasse wie ihm, als einem alternden Ex-Weltmeister. Und Schleck könnte sogar schon die Gegenwart beherrschen, gerade die Tour-Strecke 2009 mit ihren wenigen Zeitfahr-Kilometern kommt ihm perfekt entgegen. Evans scheint noch stärker als bei seinen zweiten Plätzen zuletzt und Levi Leipheimer könnte der lachende Dritte bei Astana sein - schließlich lag er bei der letzten Vuelta nur knapp hinter Contador.

Deshalb: Im besten Fall steht Armstrong in Paris noch einmal auf dem Podium, aber nicht ganz oben. Schon ein Platz unter den Top 5 wird schwer genug. Wahrscheinlicher ist, dass der große alte Mann noch einmal für vereinzelte Highlights sorgt: Ein Etappensieg am vorletzten Tag am Mont Ventoux würde eine der wenigen Lücken in seinem Palmares noch füllen. Und eine Rolle als selbstloser Edelhelfer an der Seite eines Gesamtsiegers Contador würde ihm in der Öffentlichkeit bestens zu Gesicht stehen.

Damit könnte Armstrong das Bild des sturen Egomanen in den Hintergrund rücken, das er sich über Jahre „erarbeitet" hat.

Schatten sind nicht abzuhängen

Eines aber ist auch festzuhalten: Nicht nur das sportliche Traumziel wird er nicht erreichen. Auch die geplante Image-Korrektur ist eine mission impossible. Armstrong wollte mit einer Rückkehr als absoluter Saubermann auch den Skandal vergessen machen, der kurz nach seinem siebten Triumph in Paris für ein Erdbeben sorgte. Doch die positiven Epo-Proben aus dem Jahr 1999 haben weiter Bestand, ganz im Unterschied zu Armstrongs groß angekündigtem eigenen Anti-Doping-Programm, das im Sande verlief.

Ein Blick in den dritten Band der Enthüllungs-Saga des Journalisten-Teams David Walsh und Pierre Ballester („Le sale tour") erinnert einen rechtzeitig daran, wie viele Beweise, Indizien, Aussagen unter Eid, Hintergrundinformationen und Einschüchterungsversuche die Karriere Armstrongs in einem so düsteren Licht erscheinen lassen, dass seine Gelben Trikots extrem an Glanz verlieren. Seinen Ruf retten kann Armstrong nicht auf dem Rad, selbst wenn er die Tour noch weitere sieben Mal gewinnt.

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  1. Ich muss auch sagen, mir gefällt der Artikel sehr gut. Armstrong hat in (sportlicher) Hinsicht seine Ziele absolut nicht erreicht, weder auf der Straße noch bezüglich seines Images.
    Und auch wenn ich Herrn Schulz' Artikel wirklich gut finde, so sollte man doch nicht vergessen, dass er auch seine Krebsstiftung unterstützt. Auch wenn das einen echten Radsportfan wahrscheinlich nicht trösten wird...

    luki992Von luki992, am Mi 01.Jul. 21:38

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  2. Darauf hat der ehrliche Radsportfan sicher nicht gewartet, dass dieser Trickser und Täuscher wiederkommt. Und diese Fans wollen ihn auch nicht sehen. Ich kann nur hoffen, dass die Leute sich, wie letztes Jahr in den Bergen bei Piti, von ihm abwenden und pfeiffen wenn er rausdopt. Schade das die TV- Leute so geil auf ihn sind, sonst würde Eurosport jedesmal einen schwarzen Balken einblenden, wenn er ins Bild kommt. EPO go home.

    kristinkolbVon kristinkolb, am Mi 01.Jul. 22:00

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  3. Darauf hat der ehrliche Radsportfan sicher nicht gewartet, dass dieser Trickser und Täuscher wiederkommt. Und diese Fans wollen ihn auch nicht sehen. Ich kann nur hoffen, dass die Leute sich, wie letztes Jahr in den Bergen bei Piti, von ihm abwenden und pfeiffen wenn er rausdopt. Schade das die TV- Leute so geil auf ihn sind, sonst würde Eurosport jedesmal einen schwarzen Balken einblenden, wenn er ins Bild kommt. EPO go home.

    kristinkolbVon kristinkolb, am Mi 01.Jul. 22:01

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  4. Toller Artikel Herr Schulz?
    soweit würde ich keine Prognose über den Vorbau hinaus wagen,wenn es um Lance Armstrong geht!

    Ich halte es wie Wetzel.Mentschov ist jetzt auf!Er ist kein Heroes wie ein Indurain,der auf 2 Hochzeiten rumträllert,zumal er keine echten Zeitfahren kann-ausserdem ist er schon allein medizinisch auf,da der Giro hart wie Sau war-Ich müsste mal bei euch als Berater einsteigen,aber ihr habt ja eure Experten!

    Ich weiss noch Ewgeni Berzin-Der Wunderrusse.Der zog sie alle ab wie vom anderen Stern-tja,so sind se,all die Russen-rein,bis nix mehr geht ohne kontrolle mit minimalem Talent.

    Der Texaner hat aber maximales Talent

    das sollte man bei aller kreativer Schreiberei nie vergessen

    Ich bin Boxleie-sonst würde ich auch noch behaupten,die Klitschkos haben minimales Talent-aber die sind ja nur fast Russen

    tobispitzVon tobispitz, am Mi 01.Jul. 22:22

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  5. Dieser Cera King fährt bei der TF 2009 alle platt :)

    midimalVon midimal, am Mi 01.Jul. 22:32

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  6. hi,was is hier los jungs?

    tobispitzVon tobispitz, am Mi 01.Jul. 22:41

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  7. muss mich erstmal revidieren.Mentschov hat natürlich megatalent-aber nicht soviel wie LA

    tobispitzVon tobispitz, am Mi 01.Jul. 22:48

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  8. Ulle hat aber am meisten Talent-mit Ihm war die Zeit am schönsten.Ich war schon am Badesee mit ihm-das hat ihm gefallen,besonders die Chicas

    tobispitzVon tobispitz, am Mi 01.Jul. 22:49

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  9. Guter Artikel.
    Bei den Kommentaren - von manchen hier - kommen mir allerdings schon wieder die Tränen, unfassbar sowas. Als ob nur Lance gedopt hätte / dopen würde...

    /facepalm

    machodijaiVon machodijai, am Do 02.Jul. 00:55

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  10. Warum man übers radeln so viel zu schreiben und sprechen hat ? wegen Armstrong ....İhr werdet 26 tage in angst vor dem fernseher stehen und beten damit armstrong nicht gewint...der artikel ist ein schmarn.!!!
    Lance Armstrong ist ein idol und ist der beste sportler auf der welt..!!!

    serkanozboyarVon serkanozboyar, am Do 02.Jul. 07:54

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  11. Dieser Dopingsünder ist keine Zeile mehr wert - was will dieser noch im alten Europa - wieder mal die Zeitungen füllen, sonst ist dies ein alter, erbärmlicher Strong, der nur immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken weiss. Der Dopper von Amtes wegen, soll wieder mal stürzen, dan schreiben wir Juhui
    Marki

    markus_meichtryVon markus_meichtry, am Do 02.Jul. 08:50

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  12. planet armstrong und besondere grüße aus monaco? ich scheiss drauf!

    xunsinnVon xunsinn, am Do 02.Jul. 09:06

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  13. Das ist ja hier mal wieder typische Kurzsichtigkeit von selbsternannten "Sport und Dopingexperten" die sich sonst nur als Couchpotatoes betaetigen. Ich will ja nichts entschuldingen - Doping ist schummeln. Aber wenn man im Radsport auf diesem Niveau mitfahren will gehoert es bedauerlicherweise zum Status Quo. Oder glaubt irgendeiner der Damen und Herren hier im Forum das nur einer der ersten 25 in der diesjaehrigen Tour keine Verbotenen Mittelchen nimmt (wir koennen daraus sicher auch 50 machen). Glaubt hier wirklich jemand das es tatsaechlich eine "Wunderdroge" gibt die Lance Armstrong den Titel gab und die angeblich niemand anders hatte? Der Mann hat den Titel in erster Linie aus folgenden Gruenden gewonnen: Genetik (u.a. hoeherer VO2 Max), haerteres Training, und mehr Disziplin und groessere Schmerztoleranz. Das Problem hier ist doch nicht das Lance Armstrong Drogen nimmt - das Problem ist dass man Drogen nehmen muss wenn man in der Weltspitze mitfahren will. Ich bin davon ueberzeugt wenn es auf der ganzen Welt urploetzlich keine verbotenen leistungsteigernden Mittel gegeben haette - Lance Armstrong haette dann trotzdem 7x die Tour de France gewonnen. Es sei denn da war eine andere Person die eine noch bessere Genetik hatte und haerter trainiert hat und aus Liebe zur Gesundheit und aus Verachtung von Ruhm und Geld dem Profisport den Ruecken gekehrt hat. Aber - wie realistisch ist das denn heutzutage?

    graf_valadierVon graf_valadier, am Do 02.Jul. 10:01

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  14. Da muss ich zustimmen Graf.Mit einer Einschränkung.Ulle hatte mehr Talent-aber das wissen wir ja schon und das soll ja kein Trauerfred werden.

    Tja,gäbe es all diese schönen Mittelchen nicht,so würde MJ und viele andere noch leben.
    Komischerweise wird immer nur auf dem Leistungssport-besonders RS rumgetreten.

    Aber viel mehr Stars aus anderen Branchen sterben letztendlich an Doping.

    Ok, nun könnte man ja sagen,der Sport hat hier eine besondere Vorbildfunktion,weil er ja intuitiv allgemein als gesund angesehen wird.
    Aber selbst ohne Medikamente-Im Extrembereich ist Sport Null gesund

    Und die Kinder dieser Welt schauen nicht nur Sport,sondern auch Movies,Musikkonzerte und andere Events

    tobispitzVon tobispitz, am Do 02.Jul. 11:00

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  15. ist ja gut dass sie jetzt den dekker erwischt haben,dann koennen contador und lance weitermachen,ohne gross in die schlagzeilen zu kommmen.ueber valverde wird geschimpft und gewettert,seit jahren.aber hier werden leute wie lance(positive probe vorhanden!!!!)und contador(der wohl allles perfekt kann(zeit und berg)Ein echtes"""talent"""&q
    uot;) hochbejubelt.
    naja,ich liebe radsport und werde jede etappe ansehen.ich denke,alle teams kochen nur mit(dem selben)wasser!

    michaelhainVon michaelhain, am Do 02.Jul. 11:22

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  16. Armstrong geht doch nur zu ASTANA weil die wahrscheinlich(falls sie dopen)die besten doper sind...und armstrong das braucht um zu gewinnen
    ich bin trotzdem für CONTADOR

    braisgonzalezVon braisgonzalez, am Do 02.Jul. 12:08

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  17. wie kann man nur so mißgünstig sein?
    ich hab mal von einem radprofi im tv gehört, dass nur eine hand voll fahrer die gleiche zeit für eine rundfahrt wie die tour ohne doping wiederholen könnten. mit anderen worten, warum leistungssteigernde mittel nicht freigeben? bis auf wenige ausnahmen betrügt doch eh jeder. also nicht nur auf l.a. schimpfen, wie haben genug betrüger im eigenen lande ;-)

    projektwolf2003Von projektwolf2003, am Do 02.Jul. 13:32

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  18. Neid und Hass sind wohl doch typisch deutsche Eigenschaften. Wenn dann noch Dummheit dazu kommt,kaum auszuhalten. Hätte ein deutscher Fahrer ähnliches Erreicht wie LA bei seinen Toursiegen oder kürzlich beim Giro, dann hätten wir einen Nationalhelden und ganz Deutschland würde im schwarz, rot, goldenen Fahnenmeer versinken. Schämt euch.

    juergenweber62Von juergenweber62, am Do 02.Jul. 15:06

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  19. So ein Blödsinn. Logisch wird Lance die Tour gewinnen - Alter hin oder her, der hat`s einfach drauf die anderen in den Sack zu stecken. Und Contador? Der kann oder darf sich dann in den nächsten Jahren austoben.
    Alles Gute LANCE, Du warst, bleibst und bist der GRÖSSTE!

    thomas.hankeVon thomas.hanke, am Do 02.Jul. 15:51

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  20. S.g.Herr Schulz.Vielleicht ist es Ihnen möglich ,Ihren Kollegen Jansch anstatt Fehler im TdF Maual zu suchen und dann den Hörern zu berichten,(Km Angaben der Zeitfahren )das kleine Wort "International" nicht immer ANTERnational, sondern richtig auszusprechen.Sie könnten es vorsprechen.Sie sprechen es ja richtig aus.

    edwinsimicVon edwinsimic, am Do 02.Jul. 20:09

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  21. i

    edwinsimicVon edwinsimic, am Do 02.Jul. 21:47

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  22. Was hat Armstrong eigentlich im Ärmel,...einen Schweizer!? Das Höllenfinale beginnt, Tour oder die Schweiz, ich sage beides??! So what!?!

    torstenmeierVon torstenmeier, am Fr 03.Jul. 14:32

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