Um Reifenbreite

Andreas Schulz

Tour 2.0: Rache der Enterbten

Mi 24.Jun. 17:44

Trikots Tour de France Lang Evans

Ehre, wem Ehre gebührt: Zumindest bevor die Tour 09 loslegt, sollten doch die halbwegs "wahren" Sieger des Vorjahres zu Ehren kommen. Denn die insgesamt sieben positiven Fälle der Tour 08, ergänzt um die nun nachgewiesene Verwicklung von Alejandro Valverde in die Fuentes-Affäre, würfeln die Ergebnisse gehörig durcheinander.

Top-Team der Betrüger

Allein aus den überführten Betrügern ließe sich eine nette Mannschaft bauen: Kohl, Schumacher, Piepoli und Ricco als Stars, dazu Duenas, Beltran und Fofonov als Helfer. So ein „Aderlass" verdorbenen Blutes hinterlässt natürlich Spuren, bringt aber auch jene zurück ins Rampenlicht, die um verdienten Lohn gebracht wurde - und das teilweise nicht zum ersten Mal.

Nicht weniger als sechs neue Fahrer können wir im Kreis der Tour-Etappensieger begrüßen:

1. Etappe: Gewonnen von Valverde, der aber gar nicht am Start hätte stehen dürfen. Für ihn klettert mit dem Belgier Philippe Gilbert ein Fahrer nach ganz oben, dessen klare Position gegen Doping diesen Wechsel umso schöner macht.

4. Etappe: Im Zeitfahren übernimmt Kim Kirchen den Platz von Schumacher - allerdings hauchdünn. Denn nur Sekundenbruchteile war der Luxemburger schneller als David Millar. Ein Sieg des geständigen Ex-Dopers wäre ein noch eindrucksvolleres Signal gewesen, dass es vielleicht inzwischen tatsächlich auch anders geht. Kirchen wiederum rückte schon 2007 für Alexander Winokurow bei einer Pyrenäen-Etappe nach.

6. Etappe: Auf der Mini-Bergankunft in Super Besse wird's richtig kompliziert, denn da landeten die acht überführten Betrüger allesamt weit vorne, selbst die gestürzten Kohl und Schumacher wurden noch 25. und 26. Neuer Sieger aber wäre nun Cadel Evans. Auch für den Australier der zweite nachgereichte Erfolg, 2007 war er von Winokurow im Zeitfahren geschlagen worden.

9. Etappe: Zweites Teilstück, das Ricco als Erster beendete. Den Platz des Italieners in den Ergebnislisten nimmt der Russe Valdimir Efimkin ein, aber eigentlich müsste die Etappe an einen Deutschen gehen. Denn bis 1000m vor dem letzten Gipfel führte Sebastian Lang als Solist, bevor ihn Ricco stehen ließ. Damals sagte der Erfurter zu Eurosport, er "hätte sicher gewonnen, wenn der nicht gekommen wäre". Betrogen wurde auch Christian Knees, der nun auf Position drei liegt. Vor ihm lag neben Ricco noch Fofonov.

10. Etappe: Die Bergankunft in Hautacam entschied Piepoli für sich, vor seinem spanischen Teamkollegen Juan Jose Cobo. Dem traut man offen gestanden aber nur wenig mehr über den Weg.

20. Etappe: Das Abschlusszeitfahren endete mit einer weiteren Bestzeit von Schumacher. Zweiter war Fabian Cancellara, der nun erstmals nach zwei Erfolgen in Prologen auch einen langen Kampf gegen die Uhr bei der Tour für sich entscheidet.

Neue Sieger aufs Zeit?

"Bergkönig" der "grande boucle" ist statt Kohl der Gesamtsieger Carlos Sastre - punktgleich mit Frank Schleck. Allerdings hätten de facto wohl eher noch Lang oder Thomas Voeckler versucht, ihren geringen Rückstand auf den letzten Etappen noch zu drehen. Im Gesamtklassement rücken Efimkin und Andy Schleck unter die Top Ten - und bester Deutscher ist statt Schumacher dann Knees. Der Milram-Profi klettert auf Platz 25 vor - das klingt doch irgendwie besser als ein 29. Rang.

Bleibt zu hoffen, dass alle "Nachrücker" ein reines Gewissen haben und die Klassements nicht im Halbjahrestakt neu geschrieben werden müssen. Wirklich sicher kann man sich da leider bis zuletzt nicht sein.

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  1. Was ein SCHACHSINN !!! Das Eurosprot solche Artikel überhaupt veröffentlich! Und das soll ein Experte sein ??? Mein gott, dann armes Deutschland! Diesen Mist will doch niemand lesen! Wie peinlich ! Such dir bitte eine andere Beschäftigung und lasse uns damit in Ruhe!

    verzaubernVon verzaubern, am Mo 29.Jun. 01:58

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