Um Reifenbreite

Andreas Schulz

Tour-Countdown läuft

Do 04.Jun. 01:05

Tour de France Start (imago)

 

Exakt in einem Monat, am 4. Juli, startet die Tour 2009. Um 16:00 Uhr wird dann vor dem Casino von Monte Carlo der erste Fahrer von der Startrampe gehen und das Auftakt-Zeitfahren eröffnen.

Die Spannung steigt langsam - nicht nur bei den Profis, offen gesagt. Auch für uns wird's höchste Zeit, sich in die Details der Streckenführung zu vertiefen. Immerhin steht unser Eurosport-Team bereits fest, während in den 20 Rad-Mannschaften etliche Plätze noch hart umkämpft sind.

Schneewanderung und Rennstrecke

Stars und Helfer haben die letzten Wochen genutzt und vor den Generalproben bei de Dauphiné Libéré (live bei Eurosport) und der Tour de Suisse nichts dem Zufall überlassen. War es früher exotisch, sich die Bergetappen vorab im Detail anzusehen, gilt es heute schon fast als Sakrileg, auf solche "Testfahrten" zu verzichten.

Top-Favorit Alberto Contador will sich solche Fehler keinesfalls erlauben und ließ sich auch von kleinen Hindernissen nicht abschrecken. Seine Besichtigung der 16. Etappe wurde auf der Passhöhe am Kleinen Sankt Bernhard plötzlich gestoppt - es lag noch Schnee auf 2188m Höhe. Die weiße Pracht konnte den Bergspezialisten aber nicht stoppen: Flugs zogen er und seine Begleiter Plastiktüten über die Rennschuhe und staksten 300 Meter weit über den ungewohnten Belag. Sah mäßig cool aus, erfüllte aber seinen Zweck.

Eindrucksvoller war fraglos die Vollgas-Nummer, die Cadel Evans mit seiner Truppe abzog. Mit zehn Teamkollegen war er auf der Rennstrecke von Zolder unterwegs, um dort ohne störenden Straßenverkehr unter perfekten Bedingungen für das Mannschaftszeitfahren trainieren zu können.

Linus Gerdemann, der selbstverständlich auch die Bergetappen erkundete, war zuvor noch in de USA im Windkanal, um seine Zeitfahr-Position und -Ausrüstung zu optimieren. Das ist inzwischen auch ein Pflichttermin, genauso wie für viele ein Höhentrainingslager oder zumindest Camping im Sauerstoffzelt aus der Vorbereitung nicht wegzudenken sind.

Gefährliche Versuchung

Nichts wird mehr dem Zufall überlassen, jedes Detail kann am Ende über den Sieg entscheiden - der knappe Ausgang des Giro hat das eben erst wieder bestätigt. Da ist die Versuchung natürlich groß, auch den eigenen Motor noch ein wenig in die Grauzone oder darüber hinaus zu "tunen". Der einstige Festina-Teamchef Bruno Roussel beschrieb sehr schön, wie die legale, sportliche Vorbereitung und die illegalen, medizinischen Betrügereien zeitgleich die heiße Phase vor der Tour prägen.

Gerade deswegen  hoffen wir sehr, dass alle brav ihre Aufenthaltsorte an die Kontrolleure geschickt haben und sich nicht wie Herr Rasmussen 2007 mal kurz im Kontinent irren.

Besonders auf Grenzen achten muss auch Alejandro Valverde: Eben jene Bergetappe, auf der Contador kalte Füße bekam, bringt ihn um den Tour-Start. Knapp 90 Kilometer führt sie über italienischen Boden - und da ist 'Valv(Piti)', so der Codename auf seinen Fuentes-Blutbeuteln, jetzt für zwei Jahre gesperrt. Und nochmals Grenzen: In solchen hält sich auch unser Mitleid mit ihm. In extrem engen sogar.

Gleiches gilt für Tom Boonen, der allen Ernstes auf diversen Wegen daran arbeitet, doch in seiner einstigen Wahlheimat Monaco am Start stehen zu dürfen. Dass ihn die Tour schon im Vorjahr wegen seiner Kokain-Affäre nicht sehen wollte, stört da wohl kaum. Er hat sich zwar nicht geändert, aber hallo: Wenn es juristisch kein Problem ist, warum dann nicht fahren? Boonen besitzt immenses Talent, doch er scheint nicht gut beraten. Wer nun dreimal positiv auf Kokain getestet wurde, hat ein Problem. Das muss er in den Griff bekommen, dann erst hat er auf der größten Radsportbühne wieder Auftrittsrecht.

Hoffen auf Überraschung

Und schließlich bereiten sich nicht nur die Fahrer vor: Auch die Forscher und Fahnder machen ihre Arbeit. Sie mögen immer einige Schritte hinter der Avantgarde der Betrüger sein, doch sie sind nicht mehr Lichtjahre entfernt wie in früheren Zeiten. Abschreckung hilft - und eine nette kleine Überraschung wie 2008 die unerwartete Nachweisbarkeit von CERA wäre gerne genommen. Erste Unverbesserliche sollen zudem noch vor der Tour einen Stopp-Stempel in ihren Blutpass bekommen.

Der Countdown läuft also - auch in diesem Sinne.

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  • Bemerkung1 - 24 von 24
  1. tour de dope,mal ehrlich ,wer nimmt diesen sport noch ernst??? ich habe frueher gerne die tour geschaut,nur was sie damit gemacht haben ist ein graus.zumal es bloedsinn ist sich es anzuschauen man weiss eh erst nach 2 wochen wer gewonnen hat.schlimm fuer den radsport und die die ihn ehrlich betreiben.kann man nur hoffen das die ard eier hat und nich live uebertraegt und ein zeichen setzt das man den luegenbaronen kloeden und konsorten zeigt was man von ihnen haelt.dann doch lieber synchronschwimmen.

    fonta1406Von fonta1406, am Do 04.Jun. 15:04

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  2. @fonta1406: Lies mal einen früheren Blogeintrag von Herrn Schulz, da geht er sehr sachlich mit dem Thema Doping um und erklärt, warum man auch weiterhin Radsport-Fan bleiben kann. "Shrek lass' nach" hieß der post.

    karlheinz44Von karlheinz44, am Do 04.Jun. 15:27

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  3. @fonta wann früher hast du den die Tour geguckt? fakt ist doch das es in den 90ern schon ne tour de dope war nur das die nicht erwischt wurden! ich hab mir früher schon die tour angesehn und werde sie auch dieses jahr wieder gucken und vielleicht gewinnt ja wirklich mal ein nicht gedopter, den ausnahmen bestätigen ja die regel. xD

    porky_1701aVon porky_1701a, am Do 04.Jun. 15:53

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  4. Also ich gebe fonta1406 absolut recht, eine Tour de Farce, Verarschung hoch 10. Spätestens seit dem Auftritt von Berhard Kohl bei Beckmann weiss doch jeder, dass ein Grossteil des Peletons gedopt hat und dies wird sich nicht ändern.
    Sehr schade, habe mir früher gerne die Tour angeschaut aber die Zeiten sind vorbei.

    hansstrillerVon hansstriller, am Do 04.Jun. 15:58

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  5. tour de dope, NO COMMENT

    fonta1406Von fonta1406, am Do 04.Jun. 16:12

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  6. Leute, eigentlich solltet ihr genau anders herum denken. Früher war die Tour de France wirklich eine Tour de Dope - so langsam aber sich setzt im Radsport allgemein eine Verbesserung ein - und übrigens: Bernahrd Kohl hat nur Vermutungen angestellt, es könnte ja auch sein, dass er einfach kein Talent hatte, das nicht wahrhaben wollte und sich dann schön zugepumpt hat und jetzt denkt, dass es allen anderen auch so geht.

    joniw92Von joniw92, am Do 04.Jun. 16:21

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  7. joniw92
    Kohl weiss über Doping einerseits viel weniger als er sagt - woher sollte er wissen was hunderte anderer Radprofis machen? Kohl weiss andererseits mehr als er öffentlich sagt, um sich nicht zur Zielscheibe zu machen. Ob er überhaupt die Wahrheit sagt, nachdem er jahrelang gelogen hat, das bleibt offen! Die überführten Doper sind als Zeugen kaum brauchbar - siehe Jaksches Meinungsäusserungen.

    Für die Radprofis ist auf jeden Fall dieLuft dünner und das Risiko größer geworden. Es ist unklar, was die Dopingfahnder heute können. DasProblem bleibt: wir wissen erst sehr viel später, wer denn nun gewonnen hat. Bei eingefrorenen Proben kann das Jahre dauern.

    s.sam17Von s.sam17, am Do 04.Jun. 16:52

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  8. Radsport ist geil!! Mit oder ohne Doping!!!

    achmedalcharimVon achmedalcharim, am Do 04.Jun. 19:30

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  9. Gut geschriebener Artikel oben. Hat man ja auch nicht immer. Wer hat ihn geschrieben? Herr Leinhauer?

    gluehwurm007xyzVon gluehwurm007xyz, am Do 04.Jun. 20:11

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  10. Ach so, ich sehe es: Es war Andreas Schulz: Machen Sie gut.

    gluehwurm007xyzVon gluehwurm007xyz, am Do 04.Jun. 20:11

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  11. freu mich auch auf die tour, obwohl ich mir wenig illusionen mache. aber man kann sich ja seine lieblinge raussuchen und verfolgen. was ein contador oder früher rasmussen und rico am berg abziehen ist mir dann wurscht. das echte rennen findet eben zwei minuten weiter hintn statt.

    napfkarl80Von napfkarl80, am Do 04.Jun. 20:55

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  12. "Eurosport und TdF" finde ich gut. Ich freue mich auf die TdF mit Lance. Ob mit oder ohne, die Beine müssen es doch trotzdem erst hergeben sonst hilft das beste dope nichts. Die Zuschauer wollen es doch immer schneller und besser und spektakulärer. Aber hinterher regt sich alle Welt auf. Wer nicht schauen will, soll s doch lassen. Es ist trotzdem jedes Jahr ein Highlight. Und dieses Jahr vielleicht Lance zum 8. Hoffentlich.

    lancexx07Von lancexx07, am Do 04.Jun. 21:27

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  13. Ich bin dabei, mit ganzer Freude zum Radsport. Siehe welche Kraft notwenig ist, um überhaupt eine Strecke von 100km zu rasen. Wer noch kein Rennrad fährt den lade ich gerne ein, dieses jetzt zu tun. Ich schlüpfe nun in mein MILRAM Triko und gehe auf die Strecke, sehen wir uns? Radsportliche Grüße dede

    dele228Von dele228, am Sa 06.Jun. 09:01

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  14. Was soll noch das Kritisieren an der Tour, am TV und allem, was da dran hängt. Wer stellt schon die Moral auf und wer hat die Deutungshoheit von all dem. Fakt ist: es ist eine Geldmaschine der Sport, und das Fernsehen, insbesondere der ARD, dessen Intendat ja sagt: wir machen keine Werbung - will teilhaben! Fazit: einfach abschalten, diesen Lügenzirkus oder schauen!

    nico17lasVon nico17las, am Sa 06.Jun. 10:01

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  15. @nico17las eindeutig schauen

    philippfaustmannVon philippfaustmann, am Sa 06.Jun. 11:49

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  16. Da bin ich doch froh, dass ich nicht die einzige bin, die der TdF die Treue hält. Wenn ARD und ZDF nicht senden... eurosport tuts und das auch noch super gut. Und dele228 siehts scheinbar genau wie ich, das beste Rennrad bewältigt die ca. 3.500 km nicht alleine, da muß man schon was für tun. Und das wissen die, die selbst Rad fahren. Grüße an alle Rennradler und TdF-Gucker. Lancexx07 - vielleicht bald 08

    lancexx07Von lancexx07, am Sa 06.Jun. 20:20

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  17. ich freue mich auch dieses jahr wie die jahre zuvor auf die tour. sie ist für mich das schönste sportereigniss und ich lieb den radsport einfach.

    raphael.stockVon raphael.stock, am Sa 06.Jun. 22:00

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  18. Klar, das Dopingproblem muss man lösen. Aber man sollte schon wahrnehmen, dass andere Sportarten nachziehen ohne das man das verrechnet. Fakt ist aber auch, dass das Zuschauerinteresse weiterhin hoch ist. Und zur Tour?
    Man muss auch einmal die europäische Dimension sehen, in unseren Nachbarländern ist man auch kritisch, man ist aber auch gelassenener und hat nicht diese moralischen Ansprüche, ich freue mich auf die Tour, insbesondere auf die Etappe Vittel-Colmar.

    egerpohlerVon egerpohler, am Sa 06.Jun. 22:27

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  19. ihr seid doch alle Wurstnasen

    bonolu8Von bonolu8, am So 07.Jun. 10:15

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  20. Eurosport ist doch eigentlich Klasse. Die Herren, besonders die beiden Pappnasen von Kommentatoren, blenden Doping so lange aus, bis ihnen der Blutbeutel des Gedopten praktisch vor der Nase baumelt. Dann wird er einfach nicht mehr genannt. Bis er die Sperre abgebrummt hat und wieder mitradelt. Dann ist er wieder der Grösste. Natürlich jetzt sauber. bis...und so weiter. Siehe Lance Amstrong. Auch eine Möglichkeit, mit der Problematik Doping umzugehen. Einfach ignorieren. Hilft allen, den Fahrern den Zuschauern und den Veranstaltern. Bis- ja bis mal wieder einer tot vom Rad kippt. Wie weiland Tom Simpson. Vielleicht wird dann ja das Thema auch von Eurosport und den verantwortlichen Kommentatoren ( Ein Witz, der Ausdruck in dem Zusammenhang ) endlich mal mit dem nötigen Ernst und den erforderlichen Konsequenzen angegangen. Hört endlich auf mit der Heroisierung dieser Betrüger!

    kristinkolbVon kristinkolb, am Mo 08.Jun. 00:00

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  21. Die Leitung der Tour hatte bereits 2006 beschlossen, dass Fahrer die noch nie in ihrem Leben gedopt haben, durch lila/gelb gestreifte Trikots sichtbar gemacht werden und dem Führenden der Gesamtwertung nichtgedopter Fahrer ein 2-Meter großer gelber Plüschhase auf den Rücken geschnallt wird. Unbedingt bei der kommenden Tour drauf achten! Irgendwie habe ich die in den letzten Jahren immer übersehen....

    hansiblogVon hansiblog, am Di 09.Jun. 15:50

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  22. Das wird die Tour, mit den Profis unterwegs!? Und wer wird dreizehnter ,na ich ?! Keiner kann diese Logik begreifen! Ich brauche euer Geld: Danke!!

    torstenmeierVon torstenmeier, am Do 11.Jun. 21:39

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  23. Wieso soll man das nicht ernst nehmen? Wer einmal über den Galibier gefahren ist (und sei es mit dem Auto ;-) ) bekommt Erfurcht vor so einer Leistung und Verständnis, dass das mit Spinat alleine in dieser Geschwindigkeit nicht geht.

    klaus_mombergerVon klaus_momberger, am Sa 13.Jun. 17:11

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  24. Ich seh mir auch 2009 die Tour wieder an. Gedopt wird in allen Sportarten und auf allen Ebenen. Halbprofis, vollprofis, semiamateure oder Breitensportler alle wollen höher schneller weiter. Warum sehe ich mir das wieder an? Wunderschöne Bilder aus Frankreich, grandioser und wunderschöner Sport auf 2Rädern und überhaupt ist es doch die TOUR. Einzig auf den Krebsbotschafter aus Texas könnte ich echt verzichten. ViveCyclisme

    bagdad187Von bagdad187, am Mo 15.Jun. 21:40

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