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    Zwei große Kämpfer, ein Ziel

    Mit Italien und Spanien sind die Trainer Cesare Prandelli und Vicente del Bosque in Finale der EURO 2012 eingezogen. Ihr Weg dorthin war steinig. Hinter ihnen liegen schwere Schicksalsschläge. Entmutigen ließen sie sich nie.

    Die Leistungsdichte einer Europameisterschaft ist enorm hoch.

    Überhaupt ins Finale einzuziehen, ist eine bemerkenswerte Leistung. Die Trainer Cesare Prandelli und Vicente del Bosque haben es mit ihrem Mannschaften geschafft.

    Am Sonntag (20:45 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de) stehen sich im Endspiel in Kiew Italien und Spanien im Kampf um den Cup gegenüber.

    Dass es so weit kam, ist zu einem großen Teil der Verdienst der beiden Fußballlehrer.

    Prandelli, der nach dem gewonnenen Halbfinale bereits zum dritten Mal während des Turniers in Polen und der Ukraine ins Kloster gepilgert war, hat die "Squadra Azzurra" in der turbulenten Zeit des Manipulationsskandals beeindruckend auf den rechten Pfad geführt.

    Nun will er sich mit einem letzten Kraftakt ein Denkmal setzen, er fühlt sich ausgebrannt und sorgte mit Andeutungen über einen möglichen Rücktritt für Wirbel. "Rettet den Soldaten Prandelli", schrieb "Tuttosport" daraufhin. Der EM-Titel wäre sein ideales Abschiedsgeschenk.

    Er pflegte seine Frau bis zum Tod

    Noch wohnt jedoch der Ehrgeiz in ihm, der stolze Italiener ist nie von seiner Richtung abgewichen, er predigt: "Fußball soll Spaß machen. Die ernsthaften Dinge sind ganz andere." Er weiß, wovon er spricht. 2004 erkrankte seine Frau an Krebs, er kündigte den Vertrag mit dem AS Rom und pflegte sie bis sie starb.

    Prandelli kämpft als Nationaltrainer nicht nur darum, die Mannschaft zu verbessern, sondern offenbar auch für ein besseres Land. Störenfriede duldet er nicht, Daniele De Rossi bekam eine Auszeit verordnet, genauso wie Mario Balotelli. Aussetzer neben dem Platz werden ebenfalls geahndet. Antonio Cassano musste sich nach seiner Attacke gegen Homosexuelle schriftlich entschuldigen.

    "Wenn es hilft, fahren wir nicht zum Turnier. Es gibt Wichtigeres als Fußball", hatte er vor dem Turnier gewettert, nachdem Gigi Buffons Millionenzahlungen an ein Wettbüro bekannt wurden. Es war gleichzeitig eine Provokation, die die Spieler verstanden. Im Verlauf der EURO wuchsen die Spieler zur Einheit zusammen.

    Auch del Bosque hat gelernt, aus Krisen gestärkt hervorzugehen. Seine Karriere schien vorbei und eine Welt war für ihn zusammengebrochen, als er im Juni 2003 bei Real Madrid den Laufpass bekam. Und das, obwohl er mit den "Königlichen" Meister geworden war.

    Präsident Florentino Perez verschlimmerte den Schmerz nur noch, indem er "Zeichen der Erschöpfung" beim Coach feststellte und jemanden holen wollte, der "mehr Ahnung von Strategie und Taktik hat."

    Del Bosques Karrierebruch

    Del Bosque verschlug es daraufhin in die Türkei zu Besiktas Istanbul. Doch dort lief es nicht für ihn, schnell wurde er wieder wegen "Erfolglosigkeit" wie es offiziell heißt, entlassen. Er startete im Alter von 56 Jahren noch einmal neu, Arturo Baldasano holte ihn zum spanischen Zweitligisten FC Cadiz als Sportdirektor. Doch die Arbeit erfüllte ihn nicht.

    2008 schlug dann doch seine große Stunde. Luis Aragones war als Nationaltrainer zurückgetreten und schlug del Bosque vor. Es war der Beginn einer neuen Erfolgsgeschichte. 2010 führte er die "Seleccion" zum Weltmeistertitel.

    VIDEO - Spanien peilt historisches Triple an

    TV-Tipp:

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