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    Zoff bei Hertha: Lell gegen Ben-Hatira

    Bei Hertha liegen die Nerven blank. Im Trainingsspiel gerieten Christian Lell und Änis Ben-Hatira aneinander, nach angedeuteter Kopfnuss von Ben-Hatira - in Pflichtspielen gehen Profis bei ähnlichem Körperkontakt in der Regel zu Boden - wurden die Streithähne von Mitspielern und Trainern getrennt.

    Derartige Aggressivität hatte die Hertha bei der Heimpleite im Hinspiel vermissen lassen.

    Wegen der Auswärtstorregel müssen die Berliner in Düsseldorf mindestens zwei Tore schießen, wenn sie auch in der neuen Saison erstklassig sein wollen.

    Immerhin: Bei den beiden bis dato letzten Siegen in Mainz und gegen Hoffenheim (jeweils 3:1) sprangen sogar drei Treffer heraus. "Ein 3:1 würde reichen", meinte Fabian Lustenberger, der wegen einer Fußverletzung ausfällt.

    Wenig Zuversicht bei Fans

    Vor dem finalen Aufbäumen hoffte Hertha BSC noch einmal auf die Fans. Nach wochenlangem Abschotten hatte der Berliner Bundesligist die Anhänger via Homepage gebeten, dem Team beim letzten öffentlichen Training vor dem zweiten Relegationsspiel "den Rücken zu stärken".

    Als Otto Rehhagel seine Spieler dann zum Aufwärmen schickte, hatten sich nur wenige Dutzend Fans auf das Vereinsgelände verirrt - noch nicht einmal 100 Anhänger dürften es am Ende der Einheit gewesen sein. Die Hoffnung auf eine Aufholjagd nach der 1:2-Hinspielpleite gegen Fortuna Düsseldorf ist kaum noch da.

    Die anderen Spieler und Coaches verschwanden nach dem Training wortlos in die Kabine - nach Wochen des Stark- und Schönredens ist bei Hertha offensichtlich alles gesagt. Nur noch ein Wunder kann den Hauptstadtklub vor dem Debakel bewahren und Rehhagels Rettungsmission erfolgreich abschließen. Der Altmeister überließ erneut seinen Assistenten René Tretschok und Ante Covic das Training und beobachtete das Treiben von der Seitenauslinie. Erst beim Scharmützel von Ben-Hatira und Lell griff er erstmals ein.

    Lell vor Rückkehr ins Team

    Lell hatte das letzte Rückrundenspiel gegen Hoffenheim und das Hinspiel gegen Düsseldorf verletzt verpasst - am Dienstag könnte er wieder ins Team zurückkehren. In punkto Einsatz und Motivation lieferte er dem Trainerteam bereits Argumente für die Startelf.

    Große Hoffnung setzen die Berliner in die Heim-Auswärts-Statistik: In dieser Saison hat Hertha in der Ferne mehr Punkte geholt als daheim. "Wir wissen, dass wir auswärts besser gespielt haben", hatte Manager Michael Preetz nach der Heimschlappe gegen die Fortuna erinnert. Dass die Chancen auf den Klassenverbleib minimal sind, wusste auch Preetz. "Es macht wenig Sinn, eine Prozentzahl zu nennen", fand er. "Die Chancen sind da und die werden wir suchen."

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