An Selbstbewusstsein hat es Zlatan Ibrahimovic noch nie gefehlt. Schon auf der Pressekonferenz vor seinem ersten Länderspiel für Schweden antwortete der damals 19-Jährige auf die Frage, ob er denn Angst habe: "Ich bin ein großartiger Spieler. Und großartige Spieler haben niemals Angst."
Elf Jahre später gibt er wieder eine Pressekonferenz. Wieder zu einem Debüt. Zlatan Ibrahimovic ist gerade für die stolze Ablösesumme von 20 Millionen Euro vom AC Mailand zu Paris Saint Germain gewechselt.
Seine Antwort auf die Frage, was ihn wohl in Frankreich erwarten wird, erinnert wieder ein bisschen an die vor seinem ersten Länderspiel: "Ich muss erst mal die Spieler in der Ligue 1 kennenlernen. Aber eins ist doch schon mal klar die kennen mich!"
Zlatan, der Weltenbummler
Klar kennen sie ihn - jeder, der sich mit Fußball beschäftigt, tut das. Zlatan Ibrahimovic ist ein Star, eine schillernde Figur. Er hat für Vereine wie Juventus Turin, Inter Mailand oder den FC Barcelona gespielt und dabei fast alles gewonnen, was man gewinnen kann.
Er ist sechsfacher italienischer Meister, konnte dort zweimal Torschützenkönig werden. Er wurde spanischer Meister, UEFA-Cup-Sieger und Klubweltmeister. Bei allen Vereinen hatte er großen Erfolg, glücklich wurde er aber bisher nirgendwo. Am Ende zog es ihn immer wieder weiter.
Zu seinen zahlreichen Titeln als Spieler kann er sich einen weiteren Rekord anheften: Der Wechsel nach Paris macht ihn zum teuersten Spieler aller Zeiten.
Der teuerste Spieler der Welt
Zählt man alle Ablösesummen von Zlatan zusammen, dann kostete Ibrahimovic seine neuen Arbeitgeber insgesamt knapp 170 Millionen Euro - damit hat er Nicolas Anelka üeberholt. Von seinem Gehalt ist dabei noch kein Wort gefallen.
Und Ibrahimovic lässt sich seine Künste gut bezahlen, was schon öfter ein Streitpunkt war. Wie auch bei seinem Wechsel in die Stadt der Liebe. Die Pariser wollten den Schweden mit bosnischen Wurzeln im Doppelpack mit Thiago Silva vom AC Mailand loseisen. Silva zierte sich, er hatte seinen Vertrag gerade erst bis 2017 verlängert.
Ibrahimovic sagte sofort zu - und trotzdem dauerten die Verhandlungen mit dem Superstar noch über den abgeschlossenen Silva-Transfer hinaus. In Paris wurde man unruhig, aber "Ibracadabra" wollte pokern. Aber Ibrahimovic ist eben ein großer Spieler und als solcher kann sich das Pokern erlauben. Mit Erfolg: Sein neuer Arbeitgeber bezahlt im bis 2015 jährlich 15 Millionen Euro.
Kohle aus Katar
Möglich macht's die "Katar-Kohle": Die Clubbesitzer aus dem reichen Öl- und Wüstenstaat ist ein hatten vor einem Jahr schon 90 Millionen Euro für Verstärkungen ausgegeben. Im Winter wurde dann Coach Carlo Ancelotti angeheuert. Doch Titel blieben im ersten Jahr der Katar-Ära beim PSG aus.
Clubchef Nasser Al-Khelaifi wird langsam ungeduldig. Doch Ibrahimovics Biograf David Lagercrantz beruhigt ihn und die PSG-Fans: "Ibra ist ein Siegertyp, der die Mentalität des Vereins verändern wird. Er akzeptiert nichts als den Sieg", sagte er.
Mittlerweile ist er in Paris angekommen und die Stadt ist begeistert. "Paris wird definitiv in eine neue Dimension treten", schrieb die Onlineausgabe der Zeitung "Le Figaro".
Das Genie, der Magier
Während andere Medien den 30-jährigen Neuzugang als "heiliges Monster", als "Genie", "Magier" und sogar als "Messias" feierten, träumen die PSG-Fans schon vom Gewinn der nächsten Champions League. Hunderte jubelten der kostspieligen Neuerwerbung.
Auch Ibrahimovic selbst geriet ins Schwärmen. "Ich möchte Teil dieser Geschichte sein", sagte der Stürmer bei seiner Vorstellung in Paris. "Das ist ein großer Schritt in meiner Karriere. Ein Traum geht für mich in Erfüllung."
Die sportliche Leitung ist von seinem neuen Superstar begeistert. "Dass er zu uns kommt, ist enorm. Er ist ein Spieler, der alles ändern kann", sagte PSG-Sportdirektor Leonardo. Er weiß, was Ibrahimovic kann. Genauso wie Ibrahimovic selbst. Aber große Spieler brauchen eben Selbstbewusstsein.
Video - "Messias" Zlatan erorbert Paris
TV-Tipp:
Die Bundesliga im Fernen Osten: Der FC Bayern München im Testspiel gegen den VfL Wolfsburg. Am 26. Juli um 14 Uhr aus dem Tianhe Stadium im chinesischen Guangzhou. LIVE auf Eurosport 2 und im Eurosport Player.
