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    Heynckes verteidigt Rotation

    Jupp Heynckes rechtfertigt vor dem Spitzenspiel auf Schalke sein Rotationsprinzip. Bayerns Trainer hat einen genauen Plan. Selbst der Nationaltorwart kann sich seines Platzes im Tor des Rekordmeisters nicht sicher sein.

    "Man kann keinen Spieler ausschließen, dass er nicht mal in den Genuss kommt, bei mir auf der Bank zu sitzen. Auch nicht Manuel Neuer."

    Jupp Heynckes meint das vollkommen ernst. Und weil es ihm so wichtig ist, erläutert er sein Rotationsprinzip. Immer und immer wieder. Er hat eben derzeit sämtliche Argumente auf seiner Seite.

    Doch weil man in München gern diskutiert und selbst den totalen Erfolg - sechs Siege in sechs Pflichtspielen - reflexartig kritisch hinterfragt, stehen vor der Knaller-Partie bei Schalke 04 (Samstag ab 15:30 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de) einzig und allein des Trainers Maßnahmen im Mittelpunkt.

    Dabei sind diese keineswegs neu. "Ich habe das schon 1993 in Bilbao so gemacht", führt Heynckes aus. "Und auch letztes Jahr, falls sie sich erinnern." Als Beispiel legte er den knappen 1:0-Sieg in Nürnberg vor. Der große Unterschied sei nur gewesen, dass ihm damals - im vergangenen April - noch nicht diese qualitativ hochwertigen Alternativen zur Verfügung gestanden hätten.

    "Wir sind unberechenbar"

    Der neue, viel tiefere Kader erlaubt ihm nun, sein Team ohne Leistungsverlust auf "bis zu fünf Positionen" umzustellen. Ohne Probleme.

    "Wir sind unberechenbar, haben viele Optionen", stellt der Trainer fest. "Wir müssen einen Marathon gehen in dieser Saison. Meine Erfahrung sagt mir: Wenn wir das so handhaben wie bisher, haben wir auch im April und Mai noch frische Beine, wenn die Titel vergeben werden."

    Das war noch vor fünf Monaten nicht der Fall, als den Bayern-Stars im Saisonendspurt die Luft ausging und die Pokale mit schwarz-gelben sowie blauen Bändchen verziert wurden.

    Das soll sich ändern. Heynckes hat sich einen Plan gemacht. Die Bausteine wurden ihm für 70 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Nun gedenkt er, diesen umzusetzen.

    Verständnis für enttäuschte Stars

    "Natürlich beinhaltet die Rotation ein gewisses Risiko, das weiß ich", beschreibt er. "Aber mir ist wichtig, dass die Mannschaft positiv darauf reagiert. Und das tut sie. Ich will mit meinen Maßnahmen Erfolg haben. Für den Klub, die Mannschaft und jeden einzelnen Spieler."

    Dass der Weg dahin aber auch mit schweren Entscheidungen verbunden ist, schließt der Coach nicht aus. "Ich wäre früher als Spieler auch enttäuscht gewesen. Dafür habe ich vollstes Verständnis."

    Deshalb sind ihm persönliche Gespräche mit seinen Stars wichtig, in denen er sein Vorgehen erklärt. "Ich stelle keinen Zylinder auf und ziehe Lose heraus, die dann die Aufstellung ergeben. Ich berücksichtige den Spielplan, die Stärke des Gegners und die Verfassung meiner Spieler. Das hängt von vielen Kriterien ab."

    Müller und Mandzukic kehren zurück

    Nun wartet also der FC Schalke 04 auf die Bayern. Nach Siegen über Fürth, Stuttgart und Mainz soll der vierte Bundesliga-Erfolg in Serie her. Allerdings ist "Königsblau" ebenfalls stark in die Saison gestartet. Der FCB ist gewarnt.

    "Das wird die schwierigste Aufgabe, die wir bis hierher zu lösen hatten. Ein echter Prüfstein", schätzt Heynckes ein, schiebt aber hinterher, man selbst sei auch "ganz gut in die Schluppen gekommen". "Deswegen bin ich zuversichtlich, dass wir am Samstag da weitermachen, wo wir zuletzt aufgehört haben."

    Um drei Punkte aus Gelsenkirchen zu entführen, ließ der Trainer durchblicken, wieder auf Mario Mandzukic und Thomas Müller in der Startelf zu setzen. Beim angeschlagenen Franck Ribéry soll kurzfristig entschieden werden.

    Respekt vor "hochtalentiertem" Schalke

    So oder so zu: Schalke wird zum ersten echten Gradmesser für den Tabellenführer. "Ihre Mannschaft imponiert mir", gibt Heynckes zu.

    "Sie spielen guten, erfolgreichen Fußball, präsentieren sich sportlich ganz anders als in den vergangenen zwei Jahren. Sie haben hochtalentierte Spieler und echte Typen, treten couragiert auf."

    Das wird Heynckes so oder so ähnlich auch seinen elf Auserwählten vor dem Spiel mit auf den Weg geben.

    Manuel Neuer wird sicher dabei sein. Auch wenn ein Teil der Schalke-Fans ihren ehemaligen Liebling sicher erneut nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen dürften.

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