Die Lehren:
Der VfB Stuttgart hatte keinerlei Anlaufschwierigkeiten und bot auch im zweiten Pflichtspiel nach dem 5:0-Pokalerfolg gegen Falkensee eine ansprechende Leistung. Insgesamt erspielten sich die Schwaben jedoch nicht genug zwingende Chancen und wurden erst gegen Ende der Partie druckvoller. Die Sparfüchse der Liga - nur Torun und Hoogland kamen - hätten in diesem guten Bundesliga-Spiel ein Unentschieden verdient gehabt. Mit dieser unglücklichen Niederlage im Gepäck reist der VfB Stuttgart nun nach Russland. Am Dienstag wartet das Rückspiel in der Europa-League gegen Dynamo Moskau.
Der VfL Wolfsburg, der, inklusive Diego, gleich mit sechs Neuzugängen startete, zeigte sich schon erstaunlich gut eingespielt und hatte insgesamt die reifere und zielstrebigere Spielanlage. Felix Magaths harte Vorbereitung und seine Einkaufspolitik schienen bereits von Anfang an Früchte zu tragen. Nach dem 5:0 im Pokal gegen Schönberg feierten die "Wölfe" den zweiten Pflichtspielsieg in Folge. Auch mit dem nötigen Quäntchen Glück am Ende. Dennoch sollte man die Wölfe als ernsthaften Anwärter auf die internationalen Plätze sehen.
Die Stimmen:
Fredi Bobic (Sportdirektor VfB Stuttgart): "Ich bin nicht sauer, weil die Jungs alles gegeben haben. Es war ein unglaublich intensives Spiel mit hohem Tempo. Ich mache Vedad Ibisevic keinen Vorwurf. Der Fußball schreibt schöne Geschichten und manchmal auch tragische."
Vedad Ibisevic (VfB Stuttgart): "Ich wollte den Elfmeter natürlich rein machen. Und dann schieß ich den Nachschuss blöd vorbei."
Felix Magath (Trainer VfL Wolfsburg): "Pogatetz spielt den Ball. Und meines Wissens nach ist es erlaubt den Ball zu spielen, auch wenn man von hinten eingreift. Für mich war es kein Elfmeter."
Diego Benaglio (VfL Wolfsburg): "Am Schluss freuen wir uns über diesen etwas glücklichen Sieg. Dass Ibisevic den Nachschuss neben das Tor setzt, damit habe ich nicht gerechnet."
Die Höhepunkte:
15. Fagner flankt von rechts. Diego köpft in Richtung des Tores. Ulreich klärt in die Mitte und Dejagah haut das Leder übermotiviert über den Querbalken. Erste große Chance des Spiels.
23. Knifflige Situation: Maza köpft nach einer Kvist-Flanke aus dem rechten Halbfeld auf Höhe des Sechzehners ins Tor. Doch Schiedsrichter Welz entscheidet auf Abseits. Eine ganz knappe Entscheidung. Mazas Schulter war wohl hauchzart im Abseits.
34. Diego passt rechts auf Dejagah, der butterweich in die Mitte flankt. Olic steht mutterseelenallein vor dem Kasten und köpft das Leder kläglich links vorbei. Das war eine 100-prozentige Torchance!
44. Naldo spielt einen herrlichen Diagonalpass auf Dejagah, der im letzten Moment von Boka an der Flanke gehindert wird. Der Eckball wird von Dejagah in den Strafraum getreten. Dost köpft ein, drückt dabei jedoch seinen Gegenspieler runter. Der Treffer zählt nicht.
87. Elfmeter für Stuttgart! Ibisevic schießt aufs Tor. Benaglio wehrt ab. Beim Nachsetzen berührt Pogatez den Angreifer. Schiedsrichter Welz entscheided auf Strafstoß. Eine sehr harte Entscheidung!
88. Ibisevic entscheidet sich für die rechte untere Ecke und Benaglio pariert den Ball nach vorne. Der Angreifer entscheidet sich im Nachschuss für den rechten Außenrist und ballert das Leder deutlich am Gehäuse vorbei. Unfassbar!
90. TOOOR für den VfL Wolfsburg! Es steht nun 0:1. Dost nickt eine Vierinha-Flanke von rechts aus kurzer Distanz ein. Was für eine Schlussphase!
Der Kracher: Wolfsburger Integration
Diego lenkte das Spiel, als ob es die Dissonanzen mit Coach Magath nie gegeben hätte. Neben ihm standen fünf andere Neuverpflichtungen in der Anfangself. Dennoch lief der Ball gut durch die eigenen Reihen. Die Wölfe wirkten wie eine Elf, die in der Form schon seit Jahren zusammenspielt.
Im Abseits: Vedad Ibisevic
Für den Schwaben war es ein gebrauchter Tag. Er hatte wenige Ballkontakte und damit nie eine Bindung zum Spiel. Auch das Elfmeter-Geschenk nahm der Angreifer nicht an. Erst scheiterte an Benaglio, um den Ball im Nachschuss umständlich mit dem Außenrist auf die Cannstatter Kurve zu jagen.
Die Statistik: 2000
Vor über zwölf Jahren gewann der VfL Wolfsburg das letzte Mal ein Spiel in Stuttgart. Am 8. April 2000 siegten die Wölfe dort mit 5:2.
TV-Tipp:
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