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    Wiese verweigert Kabinen-Rede

    Bei Bundeskanzlerin Merkels Besuch nach dem Griechenland-Sieg in der DFB-Kabine sollte eine alte Tradition gepflegt werden. Doch Tim Wiese lehnte ab. Seine obligatorische Rede wollte der Torwart nicht halten. Aus gutem Grund.

    Immer wenn die Kanzlerin der Mannschaft nach wichtigen Spielen einen Besuch in der Umkleide abstattet, schlug zuletzt die Stunde des Ersatzkeepers.

    In einer kurzen Ansprache dankte er Merkel. Das Ritual begann bei der WM 2010 in Südafrika. Als Merkel nach dem 3:0 in der EM-Qualifikation gegen die Türkei im Oktober 2010 in der Kabine auftauchte, forderte sie: "Ohne Tim Wiese fange ich nicht an!"

    Nach dem 4:2-Sieg über Griechenland und dem Einzug ins Halbfinale der EURO 2012 lehnte der Neu-Hoffenheimer nun aber ab, obwohl er von seinen Kollegen mit "Wiese, Wiese!"-Sprechchören gedrängt wurde.

    "Ich habe Frau Merkel gesagt, dass ich erst nach dem Finale eine Rede halte.", erklärte er nun gegenüber der "Bild".

    Wiese ist ein gebranntes Kind - und sehr abergläubisch: "Bei der WM 2010 habe ich nach dem 4:0 gegen Argentinien im Viertelfinale eine Rede gehalten. Danach gab es im Halbfinale die 0:1-Niederlage gegen Spanien. Es ist ein schlechtes Omen, nach einem Viertelfinale zur Kanzlerin zu sprechen.“

    Am kommenden Sonntag will die deutsche Nummer 2 die Rede nachholen. Nach dem gewonnenen EM-Titel.

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