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    Wettskandal: Italien reagiert empfindlich

    Italiens Verband greift im Wettskandal hart durch. Von Punktabzügen für mehrere Klubs bis zu lebenslangen Sperren für einige Spieler reichen die verhängten Strafen. Prominente Profis oder Vereine sind von den ersten Urteilen noch nicht betroffen. Es ist nicht der erste Skandal dieser Art.

    Vor dem entscheidenden EM-Gruppenspiel der Squadra Azzurra gegen Irland hat Italiens Fußballverband (FIGC) in Rom die ersten Strafen im Wettskandal verhängt.

    Die Disziplinarkommission verurteilte zahlreiche Clubs zu Punktabzügen und 33 Spieler zu langen Sperren bis hin zu lebenslangen Berufsverboten im Profi-Fußball.

    Nationalspieler waren von den ersten Urteilen nicht betroffen. Deren Ermittlungsverfahren laufen noch. Wegen seiner Verwicklung in den Wettskandal war Domenico Criscito kurz vor der EM von Trainer Cesare Prandelli aus dem Kader gestrichen worden.

    Durchsuchung angeordnet

    Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Cremona hatten Polizisten am Pfingtsmontag das Zimmer des Verteidigers im Trainingslager der Azzurri sowie dessen Haus in Genua durchsucht.

    Italienischen Medienangaben zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen Leonardo Bonucci von Juventus Turin wegen des Verdachts von Spielmanipulationen. Weil dem Verteidiger noch kein Ermittlungsbescheid zugestellt worden ist, nahm ihn Prandelli dennoch mit zur EM.

    Dass der Fußballverband die ersten Urteile ausgerechnet kurz vor dem Spiel gegen Irland bekanntgab, stieß in Italien auf Verwunderung.

    Empfindliche Strafen

    Erstliga-Aufsteiger Pescara startet demnach in der kommenden Saison mit zwei Punkten Abzug. "Damit sind wir nicht einverstanden", erklärte Pescaras Club-Präsident Daniele Sebastiani und kündigte Berufung an.

    Die in die Serie A zurückgekehrte Sampdoria aus Genua muss ebenso wie der AC Siena eine Geldbuße von 50.000 Euro zahlen.

    Sienas früherer Trainer Antonio Conte ist mittlerweile ebenfalls ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. «Ich habe absolut nichts damit zu tun», beteuerte Conte. Dem jetzigen Trainer von Meister Juventus Turin wird vorgeworfen, bei seinem früheren Club in der vergangenen Zweitliga-Saison an Manipulationen beteiligt gewesen zu sein.

    Prominenz im Fadenkreuz

    Mit den möglichen Vergehen von Conte und den Nationalspielern Criscito und Bonucci wird sich die Disziplinarkommission in weiteren Ermittlungen beschäftigen.

    Der in die Serie B abgestiegene Club aus Novara startet in der kommenden Saison mit vier Minuspunkten. Drittligist AlbinoLeffe mit einem Handicap von 15 Punkten und einer Geldstrafe von 90 000 Euro.

    Piacenza wurde mit elf Minuspunkten und 70 000 Euro Strafe belegt. Verurteilt wurden auch die Clubs Reggina (-4 Punkte), Piacenza (-11), Monza (-5), Ancona (-8), Padova (-2) sowie Empoli, Ravenna und Avesa (je -1).

    Profis verurteilt

    Unter den verurteilten Fußballern wurden Mario Cassano (früher Piacenza), Luigi Sartor, Alessandro Zamperini und Nicola Santoni mit der Höchststrafe belegt.

    Sie wurden zu einem lebenslangen Berufsverbot im Profi-Fußball verurteilt. Große Fußballstars waren nicht unter den Angeklagten dieses ersten Wettskandalprozesses des Jahres.

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