"Ein Team mit einem so engen Leistungsniveau in sich und über den Altersdurchschnitt hinweg, das hatten wir wohl noch nie", schwärmt Kapitän Björn Andrae.
Der Mann muss es wissen. Mit 31 Jahren ist der gebürtige Berliner der älteste im deutschen Team und die große Konstante bei den deutschen Schmetterkünstlern. "Er fühlt die Mannschaft, das ist von unschätzbarem Wert", lobt Heynen seinen Spielführer, der 2004, 2005 und 2006 zum Volleyballer des Jahres gewählt wurde.
Erfahrung zurückgeholt
Erfahrung ohne Ende hat auch Marcus Popp, der vom neuen Bundestrainer zurück ins Team geholt wurde. "Er ist unser Feuerwehrmann", sagt Heynen über den 30-Jährigen. "Er hat die Mannschaft auf dem Feld wieder in Balance gebracht." Viel Routine haben auch Simon Tischer (30) und Jochen Schöps (28).
Doch neben den erfahrenen Nationalspielern stehen auch teils blutjunge Akteure, die noch längst nicht am Zenit ihrer Möglichkeiten sind. Wie etwa Außenangreifer Denis Kaliberda: Gerade 22 Jahre ist der bisherige Hachinger, der in der kommenden Saison in die italienische Top-Liga wechselt. "Er spielt gut", sagt Heynen. "Aber er hat noch keine Ahnung, was er alles kann. Er wird langfristig ganz wichtig für die Mannschaft, auf und auch neben dem Feld."
Beste Zeit kommt noch
Oder Zuspieler Lukas Kampa, gerade 25 Jahre alt. "Er ist heute schon ein guter Zuspieler, aber Zuspieler sind am besten über 30", betont der Bundestrainer. "So ist er die Zukunft auf dieser Position." Seine beste Zeit vor sich dürfte auch noch Libero Marcus Steuerwald (23) haben.
Ganz sicher kann der Bundestrainer in den kommenden Jahren auf Top-Angreifer Georg Grozer, Max Günthör und Christian Dünnes bauen. Grozer etwa ist 27 Jahre alt und wahrscheinlich der einzige echte Weltklassespieler im Team des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV). Doch Heynen will noch mehr aus ihm herauskitzeln: "Er kennt sein Potenzial noch nicht, er hat noch Luft nach oben."
So lässt das deutsche Hallen-Team, wahrlich nicht mit Erfolgen verwöhnt, für die Zukunft einiges erhoffen. Und wer weiß, vielleicht bleibt ja auch der ein oder andere Routinier erhalten. Kapitän Andrae hat zwar noch nicht über seinen Verbleib im Nationalteam entschieden. Doch der Kapitän weiß auch: "Ich bin mit 31 Jahren zwar der älteste im Nationalteam. Aber in unserem Sport kannst Du auch mit Mitte 30 noch ganz oben sein."
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